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Toni Morrison in Austria: der 19. November 2006 PDF Print E-mail
Written by Simon INOU   
Saturday, 02 December 2006
19. November 2006
Ein unvergesslicher Tag
für die Schwarzen in Österreich


Seit einigen Wochen ist in ganz Wien, zum ersten Mal in der Geschichte des Landes, ein schönes, schwarzes, ruhiges, weibliches und nicht mehr ganz junges Gesicht auf Werbeplakaten zu sehen. Dieses Gesicht ist das von Toni Morrison, die erste Afro-Amerikanische Literaturnobelpreistraegerin. Ihr erstes Werk "Blues Eyes" wurde von der Stadt Wien im Rahmen der Leserförderungsaktion "Eine Stadt. Ein Buch" in 100.000 Exemplaren gedruckt und gratis in der ganzen Stadt verteilt.
Ein grosser Erfolg laut den Organisatoren. Das ist der Grund, warum Toni Morrison nach Wien kommt. Sie kommt nach Wien um diese Aktion zu unterstützen aber auch über ihr Buch zu diskutieren. Am Vormittag des 19. November 2006 ist sie bei einer Pressekonferenz im roten Salon des Wiener Rathauses zu sehen. Sie stellt mit Buergermeister Haeupl ihr Buch "Sehr blauen Augen" vor.

Am späten Nachmittag des gleichen Tages findet im Wiener Gartenbaukino eine Abendgala zur Ehrung von Frau Prof. Toni Morrison. Persönlichkeiten aus der Politik, Medien, Wirtschaft, und Kultur sind anwesend. An ihrer Spitze Michael Häupl, der Wiener Bürgermeister. Schwarze Menschen aus Afrika, Europa, Lateinamerika und der USA sind unter den Gästen stark vertreten. Sie sind nicht nur wegen Toni Morrison gekommen sondern auch, weil drei schwarze Frauen aus Östereich die Verantwortung haben, den ganzen Abend zu moderieren, Morrisons Werk kommentiert vorzulesen und endlich die Ladatio zu halten. Keine einfachen Aufgaben. Alles unter der künstlerischen Leitung von Peter Sellars und mit musikalischer Untermahlung der neuen Diva der westafrikanischen Musik, Rokia Traore aus Mali.

Claudia Unterweger die Moderatorin des Abends ist in der Austrian Black Community sehr bekannt. Sie begann ihre Karriere bei Radio Afrika und ist heute beim FM4 tätig, dem einzigen englisch sprachigen Sender Österreichs. An diesem Abend moderiert sie zweisprachig. Am Anfang ihrer Moderation schickt sie auf Englisch eine kräftige Begrüßung an die anwesenden Mitglieder der "African Communities". Für sie ist dieser Tag ein ganz großer. Eine Abendgala zur Ehrung von Toni Morrison kann nur einmal im Leben stattfinden. Claudia Unterweger sah in Toni Morrison das "moralische Gewissen der USA" und Peter Sellars bezeichnete dieses Buch als eine "Stimme gegen Rassismus (Rassismen) und für Menschenrechte".

Der Roman "Sehr Blauen Augen" stellt die Frage nach den Rechten und Gefühlen von Minderheiten: Ein schwarzes Mädchen im Amerika der 1940er Jahre glaubt, es würde endlich von seinen Eltern und Mitmenschen geliebt werden, wenn es nur blauen Augen hätte.

Was Araba Johnston Arthur, beim Vorlesen ausgewählter Passagen aus "Sehr Blaue Augen" noch vertiefte. Für die Sozial- und Kulturwissenschaftlerin, könnte der Roman ein "Grundstein für die Auseinandersetzung mit den zerstörerischen Auswirkungen von rassistischer Gewalt in dieser Stadt" sein.
Toni Morrison schrieb das Buch zwischen 1965 und 1969. Das war die Zeit, als die Black Community in den USA sich erhob und zusehends Widerstand gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit leistete. Aber irgendwie drehte sich trotzdem alles nur um das Feindbild, um den weißen Mann. "Ich hingegen wollte dem schwarzen Mädchen eine Stimme verleihen. " so die Autorin.

Den schwarzen Mädchen eine Stimme verleihen war der wahre Grund, warum das Buch geschrieben wurde. Die Stimme von schwarzen Maedchen und Frauen wird seit 2003 in ganz Österreich durch die Aktivitäten sowie das Engagement vom Verein Schwarze Frauen Community hörbar gemacht. Niemand war besser positioniert die Laudatio zu lesen. Eine sehr grosse Verantwortung. Die größte an diesem Abend des 19.11.2006.

Nach einer kurzen Vorstellung  der Moderatorin  tritt Frau Achaleke vom SFC die Bühne. Kräftige Applauser. In diesem Moment weisst niemand im Raum was in der Laudatio steht. Für die Austrian Black Communities ist dieser Moment ein historischer. Diese Gemeinschaft hat nie die Chance gehabt mit dem Bürgermeister der Stadt, in der sie lebt, von  Gesicht zu Gesicht zu reden. Nie die Chance gehabt persönlich die Sorgen der Black Comunities klar zu formulieren und vielleicht der Stadt Wien eine historische Chance zu geben, sich endlich mit diesem Thema ernst und konstruktiv auseinander zu setzen.

Als sie die Bühne um 17h39 betritt hat sie zwei Möglichkeiten: Entweder wird sie diese Bühne benutzen, um ihrer eigene Karriere einen Kick zu geben. Oder sie wird über die Lebensrealitäten von Schwarzen in Österreich eingehen, damit das Thema, von dem das Buch handelt, ein österreichisches Gesicht hat.

Sie wählt den zweiten Weg und beginnt Ihre Rede mit Auszügen aus dem Vorwort vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl im Buch von Toni Morrison "Sehr blauen Augen": "(...) Denn selbstverständlich leben auch in Wien Minderheiten. Und für ein funktionierendes Miteinander in einer Gemeinschaft ist die Bereitschaft der Mehrheit, sich auch in die Rolle und in das Denken von Minderheiten hineinzuversetzen, außerordentlich wichtig.(...)." Tatsächlich leben Minderheiten in Wien. Eine davon sind die Schwarzen aus Afrika und der Diaspora. Achaleke fängt an über Omofuma, Seibane sowie Menschen afrikanischer Herkunft die von Wiener Polizisten terrorisiert werden, ohne dass die Stadt Wien sich diesbezüglich äussert. Zu viele AfrikanerInnen sind schon in Polizeigewahrsam in Wien gestorben.

Dazu kommen Erniedrigungen bei Jobsuche, Wohnungsuche. Nach dem sie alles aufgezählt hat, verweist sie auch auf die ungenügende Arbeit der Stadt Wien gegen Rassismus und Ausgrenzung im allgemeinen und von Menschen afrikanischer Herkunft im besonderen. Eine Rede, die von der politischen Nomenklatura nicht gern gehört wird. Die massive Präsenz der afrikanischen Communities im Raum gibt der Rede von Frau Achaleke einen anderen Klang. Zum Schluss ihrer Rede übergibt sie im Namen aller Schwarzen in Österreich ein Katalog von Forderungen an den Wiener Bürgermeister.

Ihre ungewöhnliche Laudatio ärgerte die politische Nomenklatura und freute die Betroffenen im Raum. Endlich konnte man den Bürgermeister sehr direkt mit diesen Problemen konfrontieren. Der Pressespiegel, den wir nachher machten, war eindeutig. Diese Laudatio wurde von allen Medien zensuriert. Sie wurde nicht erwähnt. Auch in der APA Meldung wurde darüber geschwiegen. Ein gutes Beispiel der aufklärerischen Arbeit der sogenannten 4. Gewalt. In Wien sind noch viele dieser Medien sowie ihre Journalisten Gefangene und Verstärker des schweigenden Rassismus. Zum Glück gibt es alternative Wege sich zu informieren. Afrikanet war dabei. Wir haben über den 19. November 2006, einen grossen Tag für die Schwarzen in Österreich berichtet. Ein ganz grosser ... zum Weitererzählen.


Foto 2: Lorenz Giorgi

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