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Waris Dirie: "Viele Frauen haben Angst" PDF Print E-mail
Written by MICHAEL LOHMEYER/Die Presse   
Tuesday, 19 April 2005
Waris Dirie stammt aus einer Nomadenfamilie vom Stamm der Darod aus Somalia. Als Fünfjährige erlebte Waris Dirie ihre Genitalverstümmelung als einschneidenden Lebensschock. Als sie 13jährig an einen alten Mann verheiratet werden sollte, flüchtete sie durch die Wüste nach Mogadischu. Als ein Onkel als Botschafter nach London berufen wird, nimmt dieser Dirie als Dienstmädchen mit. In London lernt sie Lesen und Schreiben. Sie wurde als Model entdeckt. 1987 wird sie Bond-Girl im Film "Der Hauch des Todes" mit Timothy Dalton.Waris Dirie glaubt, dass mit Genital-Verstümmelungen die Unterdrückung der Frau gefestigt werden soll. Auch in Europa ist eine halbe Million Frauen betroffen, so die Neo-Wienerin. Die Presse: Ihr neues Buch "Schmerzenskinder" enthüllt, dass genitale Verstümmelungen (FGM) auch in Europa durchgeführt werden. Ist das für Sie überraschend?

Waris Dirie: Nicht die Tatsache, dass das hier auch passiert, hat mich so schockiert. Das wusste ich. Aber was mich wirklich schockiert hat, war das Ausmaß. In Europa lebt eine halbe Million Frauen, die das mitmachen musste.

Wie viele Mädchen und Frauen sind in Österreich betroffen?

Dirie: Nach der Studie einer afrikanischen Frauenorganisation 8000 Frauen. Eine Dunkelziffer gibt es immer. Viele konzentrieren sich nur auf Afrikanerinnen: FGM ist aber sehr viel weiter verbreitet - bis nach Malaysia und Indonesien.

Führen Ärzte und medizinisches Personal in Österreich derartige Operationen durch?

Dirie: Ich hoffe inständig, dass das nicht so ist. Aber leider muss man davon ausgehen. Mehr als ein Drittel befragter Afrikanerinnen und Afrikaner sagt, dass sie ihre Töchter beschneiden lassen. 89 Prozent lassen es in Afrika machen, der Rest in Europa, vor allem in Deutschland und Holland. Zwei Prozent geben an, dass sie ihre Töchter hier in Österreich beschneiden ließen. Ich habe auch immer wieder Hinweise auf Ärzte und Beschneiderinnen bekommen - alle waren aber zu wenig konkret, um etwas damit anfangen zu können. Das ist eine Sache für die Polizei. Mit Testanrufen haben wir eine afrikanische Frau bei Ärzten um Beschneidung ihrer - fiktiven - Tochter fragen lassen. Es hat zwar niemand gesagt: "Ok, ich mache das." Aber sie haben sich noch dafür entschuldigt und versucht, sie weiterzuschicken. Das ist doch ein Skandal! In so einem Fall muss ein Arzt sofort handeln, Polizei und Fürsorge verständigen! Stellen Sie sich vor, jemand geht zum Arzt und bittet ihn, seinem Sohn die Hand abzuhacken - würde der sich entschuldigen dafür, dass er es nicht macht?

Genitale Verstümmelungen sind in vielen Ländern verboten. Genügen derartige gesetzliche Verbote?

Dirie: Nein, Gesetze genügen nicht. Aber sie sind Voraussetzung. Es müssen Wissen und Bewusstsein geschaffen werden - und zwar so, dass die Leute es verstehen. In Europa gibt es nur ein Land, in dem es Verurteilungen gibt: Frankreich.

Inwieweit sind genitale Verstümmelungen durch Lehre und Interpretationen des Islam gedeckt?

Dirie: Im Koran ist nichts davon erwähnt. Es gibt aber drei Erzählungen aus dem Leben des Propheten, in denen FGM erwähnt wird. Die meisten Islam-Gelehrten halten sie für falsch überliefert und deshalb auch nicht gültig als Anleitung. Aber gerade in Afrika und in Teilen Asiens gibt es Gegenden, in denen gepredigt wird, dass Mädchen beschnitten werden müssen.

Afrikanische Communities leben in Europa oft abgeschottet. Verleihen Hürden bei der Integration den Traditionen der alten Heimat besonderes Gewicht? Werden deshalb genitale Verstümmelungen selbst in Europa durchgeführt?

Dirie: Ja, absolut. Integration ist der Schlüssel. Afrikanische Einwanderer kommen erst mit riesigen Hoffnungen - und werden dann abgewiesen. Sie finden keine Jobs. Sie sind andauernd mit Rassismus konfrontiert. Sie werden angepöbelt. Da ist es dann ganz typisch, dass die Familien noch stärker an Traditionen festhalten, als sie das im Heimatland getan hätten. Für Mädchen bedeutet das, dass sie verstümmelt werden, weil sie sonst nicht traditionell verheiratet werden können. Dazu kommt noch, dass man sich in so einem Klima des Rassismus gar nicht zu Themen wie FGM äußern mag. Viele Frauen haben Angst, dass sie dadurch den Rassisten in die Hände spielen oder als Kronzeuginnen gegen ihre eigenen Leute missbraucht werden. Kehrseite dieses Rassismus ist, dass manche sagen: Das ist eine fremde Kultur, das müssen wir respektieren. Können Sie sich den Aufschrei vorstellen, wenn das einem weißen Mädchen widerfahren würde? Aber bei einem schwarzen Mädchen murmeln sie etwas von "Tradition" und "Respekt" und schauen weg! Das halte ich für die härteste Form von Rassismus überhaupt.

Was könnten Gründe dafür sein, dass genitale Verstümmelungen vier Jahrtausende durchgeführt werden?

Dirie: Was dahinter steht, ist schon klar: FGM ist eine extreme Ausprägung der allgemeinen Unterdrückung der Frauen. Sie sollen keine eigenen Wünsche haben, keine eigene Sexualität, sondern nur dem Mann dienen. In vielen Gesellschaften sind Frauen immer noch nicht mehr wert als ein Stück Vieh.

Sie sind selbst Opfer dieser Praxis geworden. Wie stark leiden Sie noch darunter?

Dirie: Ach, man hört nie auf, sich zu fragen, warum das alles geschehen ist, das ist wohl eine lebenslange Auseinandersetzung. Ich leide aber heute noch mehr darunter, dass ich mich dem Thema dauernd stellen muss, um etwas dagegen tun zu können. Wenn es genügte, es in Büchern niederzuschreiben: Das wäre schon schwer genug. Ich habe meine ganze Geschichte erzählt, und ich weiß, dass das sehr vielen Frauen geholfen hat. Jetzt leide ich darunter, dauernd so sehr mit meinen intimsten Problemen in der Öffentlichkeit zu stehen. Das ist der Preis. Das Thema verfolgt mich, und ich kann es nicht fallen lassen.

Comments
Written by Guest on 2006-01-15 12:56:37
ich finde es toll, dass Waries Dirie sich stehlt und öffentlich ihr Geheimnis preisgibt
HAlla
Written by Guest on 2006-01-12 11:59:13
ICh bin ein SChüler aus der 1 Handelsschule und finde das man solche sachen verbiten sollte :? 
Aber ich finde es Stark von WarisDirie das sie ihr leid in ein Buch verpackt hat. :)
Written by Guest on 2005-06-07 12:38:03
:cry es ist ein segen, dass es waris dirie gibt, die ihre kraft und ihr leben dafür einsetzt, dass diese unvorstellbar grausamen paktiken aufhören - und ich habe grossen respekt vor ihr!  
denn wie sie schreibt, der preis ist hoch, den sie zahlt. sie kann ihr eigenes trauma nie wirklich hinter sich lassen 
ich wünschte, ich könnte auch einen beitrag leisten.  
denn die vorstellung, dass auch nur ein kleines mädchen irgendwo da draussen diese folter erleiden muss, macht mich richtig fertig.  
und dabei sind es immer noch so viele...  
es gibt einem doch auch zu denken, dass das möglich ist, ohne dass es einen riesigen aufschrei in der übrigen welt gibt, und wirklich konsequent dafür gesorgt wird, dass aufklärungsarbeit gemacht wird um diesem unfassbaren unrecht ein ende zu setzen und dass es genauso streng unter strafe gestellt wird, wie eben beispielsweise wenn irgendjemand einem anderen das bein abhackt! da würde man ja auch nie auf die idee kommen zu sagen: da können wir uns nicht einmischen, das ist denen ihre kultur!! 
ich glaube die männer wollen sich nicht mit dem thema konfrontieren, weil es an ihr schlechtes gewissen rührt - sie wissen im grunde dass das nicht in ordnung ist wie männer auf dieser welt immer noch frauen unterdrücken, aber teilweise profitieren sie selbst davon, und andererseits wollen sie selbst sich nicht als unterdrücker sehen  
deshalb ist das thema unangenehm 
mein sehnlichster wunsch ist dass es GANZ aufhört und ich danke waris für jedes mädchen das sie davor bewahren konnte!  
Written by Guest on 2005-06-06 16:51:21
:( Ich finde es schrecklich das sowas auch hier durchgefürht werden kann ... oder das sowas überhaupt noch zu gelassen wird man muss doch was dagegen unternehmen .. Ich muss zur Zeit ein Referrat darüber machen und es ist echt ein schweres und schreckliches Thema... null

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Last Updated ( Tuesday, 07 June 2005 )
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