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Menschen afrikanischer Herkunft in Österreich - Die Statistik PDF Print E-mail
Written by Simon INOU   
Thursday, 24 May 2007
"Rund 38.500 Personen in Österreich weisen
einen afrikanischen Migrationshintergrund auf"

Dr. Gustav Lebhart (Bild) ist Bevölkerungsstatistiker und Demograph an der Statistik Austria. Er ist ausserdem Projektleiter und zuständig für die registergestützte Bevölkerungs- und Migrationsstatistik zuständig. Afrikanet.info sprach mit ihm über die Reale Zahl von Menschen afrikanischer Herkunft in Österreich sowie die Wichtigkeit von Migration für Österreich.
Können Sie sich bitte vorstellen?
Mein Name ist Gustav Lebhart. Ich bin Bevölkerungsstatistiker und Demograph an der Statistik Austria und als Projektleiter für die registergestützte Bevölkerungs- und Migrationsstatistik zuständig.

Was verstehen Sie unter Migrationsstatistik?
Unter internationaler Migration verstehen wir Wohnsitzveränderungen von Personen, die aus dem Ausland zuwandern und sich in Österreich mit einem Hauptwohnsitz anmelden bzw. für eine längere Zeit ihren Lebensmittelpunkt nach Österreich verlagern. D.h., dass in der Migrationsstatistik nur jene Personen statistisch erfasst werden, die nach Österreich zuwandern und eine bestimmte Mindestaufenthaltsdauer aufweisen. Die Messung von Migration ist jedoch von Land zu Land unterschiedlich und deren Inhalte nur bedingt vergleichbar.
 
Im Bezug auf Menschen aus Afrika sprechen Sie in der Statistik nicht von Afrikanern sondern von afrikanischen Staatsangehörigen. Wie erklären Sie diese Nuance?
In der Bevölkerungsstatistik haben wir im Wesentlichen zwei Möglichkeiten das Ausmaß des „Migrationseffektes“ zu messen. Die MigrantInnen können einerseits an der Staatsangehörigkeit erfasst werden, die Auskunft über die zu einem Zeitpunkt aktuelle Nationalität gibt. Aber damit wird eigentlich nur ein Teil des Migrationsgeschehen widergespiegelt.  Aber was ist mit jenen ZuwanderInnen, die sich nach Jahren in Österreich eingebürgert haben? Diese werden in der Statistik nicht mehr als Fremde ausgewiesen, obwohl diese wesentlich das Bild der internationalen Migration geprägt haben. Gerade im Zuge von integrationspolitischen Maßnahmen ist diese Information von großer Wichtigkeit, da die politisch Verantwortlichen eigentlich wissen sollten, wie viele Menschen potenziell von Integrationsprogrammen betroffen sind. In unserer registergestützten Bevölkerungsdatenbank haben wir seit dem 1.1.2006 die Möglichkeit Informationen in Bezug auf das Geburtsland auszuwerten. Damit lässt sich statistisch der Bevölkerungsanteil der sog. „foreign-born“ feststellen. Während der Ausländeranteil in Österreich rund 10% beträgt, sind rund 15% der Gesamtbevölkerung in Österreich im Ausland geboren. Aber bei der Interpretation dieser Daten ist Vorsicht geboten. Denn es lässt sich nicht daraus direkt ableiten, dass bei Fremden gleichzeitig eine höhere Integrationsbedürftigkeit diagnostiziert werden kann und umgekehrt. Denn auch bei eingebürgerten Personen könnte durchaus ein Integrationsbedarf bestehen. Das Merkmal „Staatsangehörigkeit“ bzw. „Ausländeranteil“ ist daher kein wirklich guter Indikator für die Festlegung von Integrationsmaßnahmen. Die statistischen Kennziffern messen nur das Ausmaß der internationalen Zuwanderung unter bestimmten gesetzlichen Rahmenbedingungen.
 
Wenn Die Statistik mit dem Begriff "afrikanische Staatsangehörige" arbeitet, wer wird mitgezählt?
In Österreich werden Personen in der Statistik ausgewiesen, die einen Mindestaufenthalt von mehr als 90 Tagen aufweisen. Damit definieren wir statistisch das Konzept des „permanent residents“ bzw. des „usual place of residence“. Aus der Sicht der Sozialwissenschaft lassen sich darüber viele Konzepte und Abhandlungen schreiben. Aus der Sicht der Demographie und der Bevölkerungsstatistik erlauben wir uns den Luxus einer klaren konzeptionellen Abgrenzung.

 
Warum diese 90 Tage Regel?
Österreich ist das einzige europäische Land, das eine Mindesaufenthaltsdauer sowohl in der Bevölkerungs- als auch in der Migrationsstatistik berücksichtigt. Diese 90 Tage Regel wird aber auch zunehmend von anderen EU-Staaten in Betracht gezogen. Diese „90-Tage-Regel“ lässt sich einerseits durch gesetzliche Bestimmungen wie etwa Visa-Bestimmungen oder EU-Aufenthaltsregelungen begründen. Denn auch EU-Staatsangehörige müssen in einem anderen EU-Land nach drei Monaten um eine Aufenthaltsgenehmigung ansuchen. Die sog. freie Mobilität für EU-Bürger ist somit auch durch gesetzliche Bestimmungen eingeschränkt. In Österreich werden also nur Personen mit Hauptwohnsitz gezählt, die zum Stichzeitpunkt länger als 90 Tage in Österreich gemeldet waren.



 
Und diejenige die sich nicht angemeldet haben?
Diese Menschen werden einfach nicht erfasst. In der Statistik sprechen wir daher auch von legaler oder dokumentierter Migration. Nur jene, die sich beim Meldeamt mit Hauptwohnsitz anmelden, werden letztlich auch statistisch erfasst. Personen, die sich in Österreich nicht meldrechtlich erfassen lassen, halten sich also in der Regel illegal in Österreich auf. Über illegale MigrantInnen können daher nur Schätzungen und Mutmaßungen angestellt werden. Diese Informationen sind jedoch mit großer Vorsicht zu interpretieren, da diese in der Regel auf Befragungen und unterschiedlichen Quellen beruhen.
 
Im Bezug auf dieser illegalen Migration hat die Statistik Austria kein Modell entwickeln um alles zu erfassen...
Derzeit gibt es keine  Möglichkeiten mit konzeptionellen Methoden derartige Informationen statisch so aufzubereiten und hochzurechnen um das Ausmaß der illegalen Migration bzw. der hier illegal aufhältigen Personen seriös zu schätzen. Es gibt aber durchaus andere Möglichkeiten das Potenzial der Illegalität ex post zu messen. Durch Legalisierungsprogramme haben einige EU-Länder, wie z.B. Italien oder Spanien, versucht, Menschen aus der Illegalität heraus zu holen.
 
Laut Statistik Austria sind 21.191 afrikanischen Staatsangehörigen in Österreich  21.191. Das sind jene die nicht eingebürgert sind. Haben Zahlen über jene afrikanische  Staatsangehörige die eingebürget sind?
Diese Zahlen stimmen. Aber was für Informationen lassen sich daraus ableiten? Ist es die „statistische Wahrheit“? Unter den konzeptionellen Parametern durchaus „Ja“.  Ist es aber die soziale Wahrheit? Ich fürchte, hier muss ich die Antwort offen lassen. Wie viele afrikanische Staatsbürger sind in Österreich gemeldet und wie viele Personen sind in einem afrikanischen Staat geboren? Es lassen sich daraus verschiedene „Migrationssphären“ ableiten. Insgesamt weisen rund 38.500 Personen in Österreich einen afrikanischen Migrationshintergrund auf. Davon haben rund 21.200 einen Pass aus einem der afrikanischen Staaten.
 
Wo leben diese Menschen in Österreich?
Rund 75% der afrikanischen Staatsangehörige bzw. Personen mit afrikanischem Migrationshintergrund  leben in den größeren Städten Österreichs, wie etwa in Wien, Graz, Linz und Innsbruck. Man kann also durchaus sagen, dass afrikanische Migration ein urbanes Phänomen darstellt.
 
In Frankreich vor den Präsidentenwahlen wurde die Hautfarbe als Statistisches Kriterium in einer Umfrage berücksichtigt. Wäre es denkbar in Österreich? 
Grundsätzlich ist es schwierig und bedenklich die Menschen anhand der Hautfarbe zu reduzieren. In der Statistik Austria werden derartige Merkmale nicht erfasst und auch sonst in keinem mir bekannten Register geführt. Außerdem ist es aus der Sicht der Demographie die Hautfarbe kein wesentliches Kriterium, da dies in der Regel auf subjektive Wahrnehmungen beruht.
 
Wenn wir die Zahlen genau betrachten bemerken wir, dass diese von 1996 bis 2006 stetig zunehmen. Als Demograph, was können Sie uns sagen?
Es gibt im Wesentlichen drei Gründe für diese Entwicklung. Zum einen prägte die internationale Migration die demographische Landschaft vieler europäischer Gesellschaften. Viele ZuwanderInnen sind sog. ArbeitsmigrantInnen, die sich in Europa nach besseren Lebensbedingungen sehnen bzw. ihre beruflichen Qualifikationen zur Verfügung stellen. Bestimmte „Märkte“ gibt es einfach nicht in den Herkunftsländern. Gäbe es diese „Märkte“ mit den entsprechenden Dienstleistungssektoren, so würde die internationale Migration auf einem deutlich niedrigeren Niveau liegen. Eine weitere Rolle spielt natürlich auch die Familienmigration, die in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Aber auch die Asylmigration spielte eine wesentliche Rolle im internationalen Geschehen.
 
Derzeit arbeiten Sie und ihre Kollegen an einem Artikel für den Österreichischen Migrations- und Integrationsbericht. Was sagen zu denjenigen die argumentieren Migration hatte negative Auswirkungen auf die Gesellschaft?
Aus der Sicht Österreichs und anderer europäischer Staaten stehen für das 21. Jahrhundert, aber insbesondere für die nächsten Jahrzehnte, die Konsequenzen der demographischen Alterung und die Fragen von internationaler Migration und Integration der Zugewanderten auf der Tagesordnung der Zukunft. Dabei geht es auch darum zu erörtern, inwieweit und unter welchen Bedingungen Zuwanderung zur Behebung oder Milderung der demographischen Alterung beitragen kann. Aus demographischer Sicht ist festzuhalten: Zukunft hat Herkunft! Gesteuerte und kontrollierte Zuwanderung ist ein Konzept der Zukunft. Es hält eine Gesellschaft beweglich. Zuwanderung zahlenmäßig zu steuern, die Interessen zwischen den Einheimischen und den Zuwanderern auszugleichen ist jedoch sehr schwierig. Wir brauchen daher Institutionen, die die Voraussetzungen schaffen, damit die politischen, sozialen und finanziellen Kosten von Zuwanderung Österreichs langfristig nicht überfordern. Der Zuwanderungsbedarf muss in eine konkrete zielorientierte Politik übersetzt werden. Eine zukünftige Migrations- und Integrationspolitik müsste entsprechende Ziele festschreiben, um Ermessenspielräume dort offen zu lassen, wo sie die Effizienz und Flexibilität der Zuwanderung erhöhen.
 
Was würde ohne Migration nach Österreich passieren?
Der Verzicht auf Zuwanderung bedeutet raschere demographische Alterung und einen signifikanten Bevölkerungsrückgang. Damit ist Österreich der Zwang zur Entscheidung für eine geregelte Zuwanderung auferlegt, bei der wirtschaftliche Erfordernisse sicher im Vordergrund stehen, nämlich Engpässe auf dem Arbeitsmarkt auszugleichen. Dies setzt aber voraus, Defizite bei der Integration abzubauen und für ein Zusammenleben von Einheimischen und Ausländern nachhaltig Sorge zu tragen. Wenn man Alternativen zur Zuwanderung aufzeigen möchte, könnte man der österreichischen Bevölkerung etwa mittels Postkarte abstimmen lassen, wobei eine von zwei Alternativen ausgewählt werden muss: „Ja, ich bin für zielorientierte Zuwanderung samt Integrationspaket“ oder „Ja, ich verpflichte mich bis zum 70 Lebensjahr zu arbeiten oder auf 50% meines Pensionsanspruches zu verzichten“. Nun, jede Alternative zwingt einem letztlich zu Kompromissen.

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Bild Lebhart:privat
 

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Last Updated ( Tuesday, 29 May 2007 )
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