<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>
<rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/">
	<channel>
		
		<title>afrikanet.info: Latest News</title>
		<link>http://www.afrikanet.info/</link>
		<description>Latest News</description>
		<language>de</language>
		<image>
			<title>afrikanet.info: Latest News</title>
			<url>http://www.afrikanet.info/EXT:tt_news/ext_icon.gif</url>
			<link>http://www.afrikanet.info/</link>
			<width></width>
			<height></height>
			<description>Latest News</description>
		</image>
		<generator>TYPO3 - get.content.right</generator>
		<docs>http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss</docs>
		
		
		
		<lastBuildDate>Tue, 09 Feb 2010 12:26:00 +0100</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>Vor 20 Jahren wurde Mandela befreit - Erinnerungen, Teil 1 - simon INOU</title>
			<link>http://www.afrikanet.info/menu/home/datum/2010/02/09/vor-20-jahren-wurde-mandela-befreit-erinnerungen-teil-1-simon-inou/</link>
			<description>Am 11. Februar 1990 wurde die Ikone des Widerstands gegen das südafrikanische Apartheid-Regime, der spätere Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela,...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="align-justify">Am 11. Februar 1990 wurde die Ikone des Widerstands gegen das südafrikanische Apartheid-Regime, der spätere Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela, nach 27 Jahren Kerkerhaft freigelassen. Ein bewegender Moment für leidgeprüfte Schwarze und der Startschuss für eine neue Ära des friedlichen Widerstands gegen Unterdrückung und Krieg. Ein eindrückliches Erlebnis für mich&nbsp; persönlich als junger Afrikaner in meinem Heimatland Kamerun.</p>
<p class="align-justify">-------------</p>
<p class="align-justify">Wir waren noch kaum an das Fernsehen gewöhnt, Live-Übertragungen waren sehr selten. Aber unsere Augen hingen an jenem Tag im Februar vor 18 Jahren förmlich an den Bildschirmen der wenigen Schwarzweiß-Geräte. Zusammen mit tausenden anderen rund um den Erdball wurden wir Zeugen eines einmaligen Ereignisses: Der Befreiung des ältesten gefangenen Freiheitskämpfers, den das Jahrhundert kannte. Nach 27 Jahren in den Kerkern Südafrikas wurde Nelson Mandela nach unaufhörlichem Druck von innen und außen am 11. Februar 1990 vom Apartheid-Regime auf freien Fuß gesetzt.</p>
<p class="align-justify">Es gärte und kochte auf dem afrikanischen Kontinent, als Mandela die Freiheit wiedererlangte. Über den ganzen Kontinent verstreut waren Männer und Frauen jeden Alters und jeder Schicht Teil einer Rebellion. Sie hatten ihre neokolonialen Herrscher satt, waren es leid durch Ungerechtigkeiten und Verbrechen jeder Art und das zynische Lächeln der straffrei ausgehenden Täter in ihrer Menschenwürde verspottet und erniedrigt zu werden. Sie hatten genug von der Gewalt, der einzigen Sprache, die ihre Unterdrücker kannten. Die Diktatoren entrissen den Menschen auf dem ganzen Kontinent ihre persönliche Freiheit und ihre Freude am Leben.</p>
<p class="align-justify">Von Dakar im Senegal bis Dar-es-salam in Tansania, vom südafrikanischen Kap bis ins algerische Algier, in Nairobi in Kenia und in Douala in Kamerun - in allen Teilen Afrikas gingen die Menschen auf die Straße. Sie trotzten den Machtapparaten des militärischen Terrors, der Polizei und der korrupten Verwaltung, um Nein zu sagen: Nein zu den Diktatoren. Nein zu den Lügen. Das waren die Gefühle, die die Menschen beseelten - für sie war dieser 11. Februar der schönste Tag des noch jungen Jahres. Endlich war Mandela wieder mitten unter ihnen. Jetzt war die &quot;afrikanische Familie&quot; wieder komplett und bereit, sich neuen Herausforderungen zu stellen.</p>
<h4 class="align-justify">Kampf gegen Die Apartheid</h4>
<p class="align-justify">Die Jüngeren unter uns erinnerten sich vor allem an Mandelas Frisur. Der berühmte, fein rasierte Strich nicht ganz in der Mitte des Kopfes war damals gerade hoch in Mode in Kamerun. Mit dem Namen Mandela verbanden wir aber auch das Bild von Winnie, seiner Frau - mutige Mitstreiterin und gefürchtet von den Mächtigen Südafrikas war sie das Symbol der starken afrikanischen Frau.</p>
<p class="align-justify">Mandela war der Inbegriff des entschiedenen Mannes im Kampf gegen die Apartheid. Unbeugsam in seinen Zielen, stets unterstützt von Kameraden innerhalb und außerhalb seiner Heimat. Aber konnte er nach 27 Jahren im Kerker noch immer - wie in seiner Jugend - der &quot;weißen&quot; Macht in Südafrika die Stirn bieten?</p>
<p class="align-justify">Für uns junge Afrikaner war Mandela so etwas wie der letzte überlebende Dinosaurier aus den Reihen jener Kämpfer, die sich mit Leib und Seele dem Kampf für die Unabhängigkeit ihres Kontinents verschrieben hatten. Er war der greifbare Kristallisationspunkt jener Ideen, die aus den heißen Fünfzigerjahren bis heute lebendig geblieben waren, die die Führer so vieler afrikanischer Länder bewegten unter Einsatz ihres Lebens für die Befreiung Afrikas zu kämpfen. Aber viele der afrikanischen Führer wie Amilcar Cabral aus Guinea Bissau, Patrick Lumumba aus dem Kongo oder Um Nyobe aus Kamerun waren von den Kolonialmächten ermordet worden. Durch Mandela war es wieder erlaubt zu träumen.</p>
<p class="align-justify"><b>&quot;Euer ergebener Diener&quot;</b></p>
<p class="align-justify">An diesem 11. Februar 1990 war das kleine Schwarzweiß-Gerät, an dem zig Augenpaare hingen, plötzlich der Nabel unserer Welt geworden. Er war zu diesem Zeitpunkt die einzige Quelle wirklicher Information, hatte dem bis dahin in Afrika weit verbreitetsten Medium, dem Radio, den Rang abgelaufen. Das Radio genügte auf einmal nicht mehr: Wir wollten Mandela, dieses lebende Symbol des afrikanischen Freiheitskampfes sehen.</p>
<p class="align-justify">Begleitet von seine Frau Winnie, die Faust zu Zeichen des Sieges erhoben, sahen wir ihn und wollten aus ganzem Herzen in der glücklichen Menge sein, die ihm auf seinem Weg in die Freiheit zujubelte. Wie viel Zeit war vergangen! Das Gesicht bedeckt mit Falten, die Haare weiß - in Afrika ein Zeichen für Weisheit. Mandela schien müde zu sein in dieser Stunde. Doch der entschiedene Ton seiner klaren, bestimmten Worte war derselbe wie eh und je. Im Rathaus von Kapstadt sprach er: &quot;Wenn ich heute hier sein kann, so verdanke ich das euch. Ich bin hier, weil ihr es gewollt habt. Ihr habt dafür gekämpft, dass ich jetzt unter euch sein kann. Ich stehe also nicht vor euch als ein Prophet, sondern als ein euch ergebener Diener.&quot;</p>
<p class="align-justify"><b>Unermüdlich für den Frieden</b></p>
<p class="align-justify">Mandela erhielt 1993 den Friedensnobelpreis, dann war er fünf Jahre lang Präsident seines Landes. 1998 war er einer der Begründer der Wahrheitskommission. Mit ihr wird ein afrikanischer Weg der Bewältigung von Schmerz und Rache, aufgestaut seit Generationen südafrikanischer Apartheidpolitik, beschritten. Mit 90 Jahren ist Mandela unermüdlich und sehr aktiv. Nachdem er schließlich noch die &quot;Stiftung Mandela&quot; für Kinder gegründet hat, ist sein Arbeitstag auch heute übervoll. Der &quot;ergebene Diener&quot; steht wieder im Dienste schwieriger Aufgaben. So wirkt er etwa als Vermittler im sehr schwierigen Friedensprozess zwischen den verfeindeten Gruppen in Burundi. Heute kümmert er sich um Kinder, Aids und ist als graue Eminenz Beispiel für mehrere Generationen aus der ganzen Welt.</p>
<p>-----------------</p>
<p><a href="menu/diaspora/datum/2010/02/09/vor-20-jahren-wurde-nelson-mandela-befreiet-erinnerungen-eines-kameruners-2/" title="Öffnet externen Link in neuem Fenster" class="external-link-new-window" >Teil 2 - Mathias Ntep</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Welt</category>
			<category>Diaspora-Afrika</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 12:26:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Vor 20 Jahren wurde Nelson Mandela befreit - Erinnerungen, Teil 2 - Mathias Ntep</title>
			<link>http://www.afrikanet.info/menu/home/datum/2010/02/09/vor-20-jahren-wurde-nelson-mandela-befreiet-erinnerungen-eines-kameruners-2/</link>
			<description>Der Freilassungstag des angesehenen Anführers des Rassentrennungskampfes und ersten schwarzen Staatspräsidenten Südafrikas Nelson Mandela jährt sich...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="align-justify"><b>Der Freilassungstag des angesehenen Anführers des Rassentrennungskampfes und ersten schwarzen Staatspräsidenten Südafrikas Nelson Mandela jährt sich an diesem 11. Februar 2010 zum 20. Mal.&nbsp; Denn am 11. Februar 1990 wurde der „Unbezähmbare“ nach 27 Jahren Zuchthaus in die Freiheit entlassen.</b>&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Als Mandela mit erhobener geballter Faust und in Begleitung von seiner damaligen Frau Winnie Mandela aus dem Gefängnis herauskam, begriff der Mensch auf der Straße in Afrika, dass dem Apartheid-Regime das Totengeläut geschlagen hatte und eine neue südafrikanische Gesellschaft aus den Ruinen entstehen würde. Der Feldzug der südafrikanischen Rassentrennungsgegner überall auf der Welt hatte sich gelohnt.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Ich kann mich einigermaßen an den „Verein“ von manchen afrikanischen Studenten in Europa mit einem gewissen Onambele aus Kamerun als Leiter; diese Bewegung hatte Frederik Willem de Klerk einem Brief geschrieben und denselben darin gebeten, Nelson Mandela freizulassen, wollte der Nachfolger Bothas, welcher 1989 abdanken musste,&nbsp; den „Mann des 20. Jahrhunderts“ werden. Daher darf die Rolle Frederik Willem de Klerks im Zusammenhang mit der Abschaffung des Apartheid-Regimes in Südafrika nie verharmlost werden. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Die Apartheid-Politik ( auch als Rassentrennungspolitik bezeichnet), die von Daniel François Malan&nbsp; offiziell 1948 institutionalisiert wurde, höhlte Frederik Willem de Klerk 1990 aus -- wiewohl die beiden derselben „Nationalen Partei“ angehörten.&nbsp; Im Jahre 1994 wurde die Apartheid-Politik gänzlich abgeschafft. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Als die Kunde hinsichtlich dieser Freilassung ruchbar wurde, verbreitete sie sich wie ein Lauffeuer und stand im Nu im Mittelpunkt des Klatsches – auch im Mittelafrika, insbesondere am&nbsp; Golf von Guinea, wo ich damals das Gymnasium besuchte. Später im Sommer oder während der Trockenzeit desselben Jahres, d.h. des Jahres 1990, lernte ich eine weiße Familie kennen, deren Haupt sich gelegentlich in Südafrika aufhielt und arbeitete. Der Mann eröffnete mir einmal bei einem Plausch, dass manche Aspekte der Rassentrennungspolitik in Südafrika nach seinem Dafürhalten nicht verwerflich gewesen waren, zumal da die Kultur der weißen Südafrikaner von der Lebensweise der schwarzen Südafrikaner gewissermaßen abwich.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Nur hatte Pieter Willem Botha, der Vorgänger Frederik Willem de Klerks, keine rassistischen, kulturellen und ideologischen Bedenken, mit manchen Schwarzen Schwarzafrikas wie Mobutu aus Zaire – der heutigen Demokratischen Republik Kongo&nbsp; -- und Felix Houphouët Boigny der Elfenbeinküste umzugehen. Auch der hypothetische Beweggrund, dass sich die Zusammenarbeit der drei gegen die Ausdehnung des Kommunismus in Afrika richtete, kann letztlich nicht stichhalten, da ihre Auffassung des kommunistischen Feindes eher schwammig war. Dieses Kooperationsblendwerk hielten viele Beobachter damals eher als eine Absonderlichkeit.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Zwar bewirkte Mobutu die Lockerung der Lebensbedingungen Mandelas in der Haftanstalt, aber die obigen Staatspräsidenten Zaires und der Elfenbeinküste handelten den zu der Zeit geltenden Sanktionen gegen das Apartheid-Regime zuwider. Deswegen erachten manche, dass Mobutu und Houphouët-Boigny weniger als Frederik de Klerk an der Demontage des Unrechtsregimes der Rassentrennung mitwirkten. &nbsp;<br /> &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Als ich als Gymnasiast und Halbwüchsiger „Cry, The Beloved Country“ von Alan Paton freiwillig, persönlich und privat&nbsp; im zweiten Jahrfünft der Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts las, wurde ich von der sachlichen Erzählweise des südafrikanischen Schriftstellers frappiert.&nbsp; Patons Roman erschien im Jahre 1948, kurz vor der Einführung des Apartheid-Regimes. Patons Erzählung stellt die Verschiedenheit der Lebensweisen, die zwischen Schwarzen und Weißen in Südafrika vor der Institutionalisierung der Apartheid-Politik später im&nbsp; selben Jahr 1948 bestand, dar, was auch zu Konflikten führte. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Paton schildert eine Gesellschaft, in der sich Weiße von Schwarzen bedroht fühlen und Schwarze den Zerfall ihrer überlieferten Lebensweise erleben, was die letzteren zur Landflucht und zu einer bestimmten Orientierungslosigkeit in der Metropole Johannesburg treibt. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Die „letzten“ Äußerungen des Zulu-Häuptlings und Kriegers Chaka kamen in den Achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts dann und wann zur Sprache – auch im Geschichtsunterricht. Manche Lehrer erklärten, dass der Zulu-Krieger den Henkern, die ihn zu ermorden planten, mitgeteilt hatte, der weiße Mann würde die Einheimischen Südafrikas nach dieser Ermordung bezwingen und knechten. Die Eroberung Südafrikas durch europäische Siedler und die Einführung der Apartheid-Politik wurden als Verwirklichung der Voraussage Chakas gedeutet. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Unterm Strich können interkulturelle Missverständnisse und Hindernisse in einer multikulturellen Gesellschaft nur durch die Bemühung jedes Beteiligten, sich in die Lage des Nächsten oder des Mitmenschen zu versetzen, überwunden bzw. bewältigt werden.</p>
<p class="align-justify">--------------</p>
<p class="align-justify"><a href="menu/news/datum/2010/02/09/vor-20-jahren-wurde-mandela-befreit-erinnerungen-teil-1-simon-inou/" title="Öffnet externen Link in neuem Fenster" class="external-link-new-window" >Teil 1 - Simon INOU</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Diaspora-Afrika</category>
			<category>Welt</category>
			
			
			<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 12:16:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>A history of the world with 100 looted objects of others: A global intoxication?</title>
			<link>http://www.afrikanet.info/menu/home/datum/2010/02/07/a-history-of-the-world-with-100-looted-objects-of-others/</link>
			<description>“What few people realise is that MacGregor's activities on behalf of the British Museum, although dressed up as a laudable didactic mission of public...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="align-justify"><i>“What few people realise is that MacGregor's activities on behalf of the British Museum, although dressed up as a laudable didactic mission of public enlightenment and edification, are actually part of a more urgent project to protect the beleaguered edifice that is the Encyclopaedic Museum in Europe and North America</i>.”&nbsp;&nbsp; Tom Flynn (1)</p>
<p>---------</p>
<p class="align-justify">It is perhaps indicative of the cultural climate of our times that the British Museum and the BBC could announce a programme with a pretentious title such as “<i>A History of the World in 100 Objects</i>”<b>. </b>(2) A pretence to serving the whole world, a title which indicates a wider view but hides in fact the reality of frantic efforts to preserve the interests of a few in the guise of the so-called “universal museums” which have come under some heavy criticisms in recent years. The project appears to be aimed at diverting attention from the fact that the tide of history is moving against the illegitimate detention of the cultural objects of others. It is aimed at impressing the masses about the alleged indispensable role of the major museums and gathering support for their continuing possession that is tainted with illegality and illegitimacy. In the process, public interest for the museum would be stimulated and information about the objects as considered necessary would be produced<b>.</b>&nbsp;</p>
<p class="align-justify">The last few years have seen major Western museums being criticised for purchasing looted objects. Leading American museums and universities have been forced to return to Italy looted artefacts that had been bought by the museums, knowing full well that the objects could only have been looted. Indeed, an American curator is in jail in Italy, waiting for her trial for criminal offences in connection with acquisition of Italian artefacts for her museum in the USA<b>.</b> Moreover, Egypt has renewed its demands for the return of the Rosetta Stone, the bust of Nefertiti and other items that have been in major Western museums for several decades. The Greeks have constantly been reclaiming the return of the Parthenon/Elgin Marbles and the completion of the magnificent New Acropolis Museum has exposed the hollow British arguments for retaining the marbles. The British public has overwhelmingly voted in favour of returning the Parthenon/Elgin Marbles to Athens whenever a poll was made. We should also remember that the Nigerians who have never forgotten the brutal invasion of Benin in 1897 are seeking the return of some of the 5000 objects looted by the British troops in their bloody aggression against a kingdom that resisted British imperialist expansion and hegemonial endeavours<b>.</b>&nbsp;</p>
<p class="align-justify">The main objective of the British Museum and the BBC is therefore not simply to inform or educate the public. They have had more than enough time to do that if they so wished, bearing in mind that most Western museums do not even provide full information about the various looted objects they detain. We still do not have sure figures about the Benin bronzes that the British looted in 1897 and sold to others. The Chinese have had recently to send missions abroad to catalogue the artefacts looted during the nefarious Anglo-French 1860 attack on the Summer Palace in Beijing which Voltaire eloquently criticised as an act of barbarism and robbery. Do the “great museums” not keep records of the looted items in their collections?&nbsp;</p>
<p class="align-justify">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;A motivation for this so-called history of the world goes back to the idea of Neil MacGregor that there is a need for a new history of these objects, different from their history as objects seized in brutal imperialistic and colonial adventures.&nbsp; In his article of 24 July 2004 in the <i>The Guardian</i><b>,</b> “The whole world in our hands”, MacGregor declared:</p>
<p class="align-justify">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;“<i>The British Museum must now reaffirm its worldwide civic purpose. That must be the goal that shapes our future plans. Where else can the world see so clearly that it is one?” </i>(3)&nbsp;</p>
<p class="align-justify">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;From that point on, MacGregor has been busy trying to attribute to the British Museum an international and humanitarian character it does not possess. He has assiduously presented the British Museum as an institution for the whole world. (4) But how does history look like, from the point of view of MacGregor whose pronouncements do not always make it easy to distinguish “history” from “story”? Let us take as example, the invasion of Benin. MacGregor states: “<i>A</i><b><i> </i></b><i>British delegation, travelling to Benin at a sacred season of the year when such visits were forbidden, was killed, though not on the orders of the Oba himself. In retaliation, the British mounted a punitive expedition against Benin</i><b><i>.”</i> </b>(5)</p>
<p class="align-justify"><b>What kind of delegation was it that came with an army of 250 soldiers with a mission to depose the Oba of Benin, already identified as the main obstacle to British colonial expansion and hegemony in the region? When the British Punitive Expedition came in retaliation of the killing of Phillips and others, the Oba was exiled and his close associates executed. Benin City was looted and burnt down by the British Army which terrorized the capital and neighbouring towns until Oba Ovonramwen gave himself up. The people of Benin have been asking for decades for the return of some of the thousands of objects looted but the British Museum which has allegedly some 700 Benin Bronzes refuses to consider such requests for restitution and does not even bother to acknowledge the existence of such requests.</b></p>
<p class="align-justify"><b>A basis of MacGregor’s approach can also be discerned in the 250</b><b><sup>th</sup></b> British Museum anniversary lecture where he declared that it is only when the museum can show that objects like the Benin bronzes permit a different reading of history between Benin and Europe that their retention can be justified. From this fundamental premise, the museum director weaves a story which basically states that some of the materials used by the Benin people to make the famous bronzes came from Europe and therefore this justifies their retention by the British museum. We have already stated elsewhere our criticism about this approach to history underlying MacGregor’s position and the project of telling stories with the looted artefacts of others. (6)&nbsp; Effectively, the others are prevented from telling their own history because most of the objects are kept by the “universal museums” that insist on telling our histories for us. True, some non-Westerners may be involved in the narration but they have to act within the parameters and limitations set by the museum.</p>
<p><div class="align-justify">The story-telling approach is intended not only to defend the British Museum but also the so-called universal museums in their contested detention of the cultural artefacts of others. The major museums issued in 2002 the notorious <i>Declaration on the Importance and Value of Universal Museums</i> which was initiated by the British Museum but cunningly not signed by the Bloomsbury museum. (7)&nbsp; The motivation was to gather support for the British Museum in its dispute with Greece which was mounting political pressure for the recovery of the Parthenon/Elgin Marbles. The Declaration sought to provide a blanket pre-emptive defence against the mounting claims for restitution which had gained the general support of the United Nations and UNESCO. The statement boldly declared that<b>:</b> “<i>Over time, objects so acquired – whether by purchase, gift, or</i></p>
<p><i>partage – have become part of the museums that have cared for</i></p>
<p><i>them, and by extension part of the heritage of the nations which house them</i><b><i>”.</i></b></p>
<p>Moreover, restitution claims would be considered only on case by case basis but there would be no general restitution. A similar notion was introduced by the organizers of the Benin exhibition, <i>Kings and Rituals - Court Arts from Nigeria </i>who argued that the Benin bronzes had acquired added value and significance in their sojourn in Western museums, the so-called shifting interpretation.(8) Those objects had become&nbsp; important objects of Western culture in addition to their importance for Benin.</p>
<p><b>The motivations of the project by the BBC and the British Museum are therefore more than a simple desire to inform or enlighten. We are here not concerned with whether the British Museum and the BBC present a good programme or not.&nbsp; A person who steals my Mercedes-Benz may be a better driver than myself and may even look after the vehicle better than I can ever dream of doing. But would his skill in driving or his excellent maintenance affect the property relations involved? Could he turn round and argue that since in addition to the Mercedes, he has also stolen Ford, Buick, Volkswagen, Opel and other vehicles from others and so returning my Mercedes amounts to a dismemberment of his large collection of&nbsp; vehicles? This has been the basic argument seriously made on behalf of the so-called “universal museums”. The British Museum used to argue that the Greeks had no adequate facilities for the Parthenon/Elgin Marbles and therefore they were better kept in London. However, as soon as the Greeks constructed the magnificent </b><a href="http://www.theacropolismuseum.gr/?la=2" target="_blank" ><b>New Acropolis Museum</b></a><b>, it was impudently argued that the location of the Marbles was never an issue and that the important issue now is how the British and the Greeks can make it possible for Africans and Chinese to see the Marbles! We see here very clearly the distinction between “history” and “story”. (9)</b></p>
<p><b>On the announcement of the project, MacGregor declared that such a programme could only be mounted in London:</b><b> </b><b><i>“MacGregor is adamant that his history of the world could be told only in Britain, only in his museum. It could not, he says, be done at New York’s Metropolitan Museum of Art, nor at the Louvre in Paris. The Smithsonian in Washington might come close. “Britain, and therefore the British Museum, is unique because of its particular history and the museum was set up to tell the story of human societies,” he says. “Britain stands alone not just because of its colonial past but also its intellectual history</i>…</b><b> </b><b><i>Teachers have gone abroad, so have missionaries. That’s the history of many European countries over the past 500 years. But there is no other country in the world with such deep connections to other parts of the globe, particularly countries such as India and parts of Africa.” It makes London the most cosmopolitan city in the world, he adds, given the recent history of immigration: “There’s a richness here.”</i>(10)</b></p>
<p><b>MacGregor does not seem to realize that any emphasis on London as being the centre of the world reminds victims of British colonialism and imperialism of their suffering, defeat and continued humiliation through the detention of their cultural symbols as war trophies by the British. That one could recount a history of the world on the basis of the objects in the British Museum is an open admission that the museum retains a huge amount of artefacts looted during the colonial era. It is noticeable that when asked about the colonial and imperialist origins of objects in the museum MacGregor was uncomfortable:</b></p>
<p><i>“But when I ask how he feels about the British Empire – the source, after all, of so much of BM's collection, including such contentious holdings as the Elgin marbles and Benin bronzes – he gives me a funny look…He shoots back: Well, how do you feel about all the other empires?&quot; before continuing: &quot;It's a key bit, isn't it, of why our city is the way it is? This wonderful, cosmopolitan world city is one of the consequences of an empire and I think what I find fascinating about the museum, and its collection, and the publics we now have, is that whereas in the 18th century it was the things that moved to London, as it were, now it's the people that have moved…But isn't the museum itself an enormous monument to a time when Britain ruled the waves? “It's not, it's not. I mean that is the really important and interesting thing. Of course some of these objects come to the museum directly through [an] imperialist function. Others come from intellectual collecting; others come from trade or whatever. But I think what is so interesting is that you have a pre-imperial collection that is now operating in a post-colonial world</i><b><i>.”</i></b></p>
<p>As for restitution, MacGregor cannot envisage circumstances where this might be a compelling solution<b>:</b></p>
<p><b><i>“</i></b><i>So aren't there any cases in which the circumstances in which an object came to be here are so regrettable that the only solution is to give it back?</i></p>
<p><i>Well, that's obviously a question for debate, I mean people have their own views. Where there are real issues about the current location of the objects, that's part of their history so we've addressed that in the programmes. “</i><b> &nbsp; </b>(11)</p>
<p>The substantial evaluation of the BBC/British Museum project must be left to the specialists. In all probability, the programme as such will be interesting. With all the resources at its disposal, including the various looted items, the British Museum cannot fail to make a good programme. One could even go so far as to say it will probably make a better show than many of the owners of the artefacts who have not seen their looted objects for decades since many of them&nbsp; have been in the British museum for a century. Most of the Benin people, including the Royal Family, have not been able to see many of the Benin bronzes since they were looted in 1897. It is clear that those in possession of the objects of others are in the best position to report about them. Indeed many Africans do not know exactly where to find the objects taken away by the Europeans, including the Christian missionaries. The important question then is not the quality of the British Museum/BBC project but whether it is acceptable in our days that those in possession of looted cultural artefacts of others make an arrogant public display of the objects whilst the owners that are requesting their return, are being treated with utter disdain by the illegal holders, as if the further cultural development of the societies were of no importance. To believe that a massive programme of looted cultural artefacts would make the owners forget their loss is to misunderstand the nature of cultural objects, their spiritual value and the attachment of the societies that produced them in the first place.</p>
<p>One could well imagine the profits the BBC and the British Museum will derive from A<i> History of the World in 100 Objects</i>. They will claim copyright in the text of the programme although this was only made possible by the illegal possession of looted items. They will charge fees for the use of photos of the objects discussed or shown even though they are not the owners and have made no contribution to their creation. They will sell DVDs, books and other materials based on the programme. Those who created the objects and their successors will not derive a single cent from all this. On the contrary, if we are to go by the past practice of the British Museums, the Africans and Asians who may be interested in the topics of the programme will have to pay cash for their use. The museum has been known to sell Benin bronzes to the Nigerian Government and others.</p>
<p><b>I was revolted by the sycophancy in the <i>Times</i> article by Deirdre Fernand which contained so many false statements which would sicken many who have some knowledge or experience of British colonial rule and history, the subjugation and oppression of many African peoples, the wars of conquest and the inherent racism of colonial rule. It is said to be MacGregor’s mission to fight eurocentricism:</b><b> </b><b><i>“It’s his mission to give our sloppy Eurocentred thinking a good bashing”</i>. Can anyone seriously suggest that MacGregor who has been fighting in defence of the Western museums, the so-called “universal museums” and in interviews, including the very one that Deirdre Fernand is reporting, asserts the primacy and importance of London, is about to castigate eurocentricism?</b></p>
<p><b>How do MacGregor and Deirdre Fernand expect African and Asian intellectuals to take a statement such as: “<i>Teachers have gone abroad, so have missionaries. That’s the history of many European countries over the past 500 years. But there is no other country in the world with such deep connections to other parts of the globe, particularly countries such as India and parts of Africa.” It makes London the most cosmopolitan city in the world, he adds, given the recent history of immigration: “There’s a richness here</i>.”</b></p>
<p><b>The “<i>deep connections” </i>MacGregor is talking about are the colonial wounds and destructions which have made many African and Asian countries dependent on Britain in many ways. They should explain how, despite those connections, Africans and Asians are the least welcome immigrants and visitors to Britain today. Peoples who do not have those “<i>deep connections</i>” appear to be more acceptable in Britain.</b></p>
<p><b>I fail to understand MacGregor’s criticism of the word “Mediterranean” except perhaps as an indirect attack against the Greeks and their efforts to recover the Parthenon/Elgin Marbles:<i>” I hope that the series will serve to point out that the very word ‘Mediterranean’ is no longer sustainable. It is a sea which, despite the claim of its name, is not and never has been in the middle of the earth.” </i>If we went about trying to change the names of various seas and mountains we may have a lot more to do than we can handle.</b></p>
<p><div><b>What can one say about the following:</b><b> </b><b>“<i>MacGregor firmly believes that art and culture can make us better people in our understanding of the world. And if in turn we understand each other, we will get along more easily. Objects have the power to speak of our inter-connectedness,” he says. It’s his favourite political theme“.</i></b></p>
<p><b>Is somebody being naive or disingenuous? We all know that art and war have often gone together in Western history and experience. The major museums such as Louvre, Berlin State Museums and the British Museum, owe a large part of their acquisitions to wars and other aggressive actions. Napoleon Bonaparte, in his various military adventures ensured that the French army looted enough artworks for the Louvre. The Rosetta Stone though was lost to the British after Napoleon’s defeat in Egypt.&nbsp; The notorious Adolph Hitler was an artist himself; some would say a failed artist. Nevertheless he and Hermann Goering organized large scale robbery of artworks from occupied countries, such as France and Poland for their projected museum in Linz, Austria. Post-war Europe has been occupied till today with questions of restitution of Nazi-looted artefacts. Many Nazi-looted artworks are hanging in museums, including the British Museum. The British Parliament has recently passed legislation to enable owners and their successors to claim the return of such objects. Has all this discussion on Nazi-looted art gone unheard by some?</b></p>
<p><b>The British Museum probably has the greatest number of looted artefacts in the history of mankind.</b><b> </b><b>Jeanette Greenfield has stated in her excellent book, <i>The Return of Cultural Treasures</i> that:</b><b> </b><b><i>“The United Kingdom stands out as a principal holder of some of the major cultural treasures of the world, primarily because of her colonial history, although not all the treasures were acquired as a direct result of this. Many were acquired simply as the result of long-distance archaeological raids and these were not always carried out by archaeologists. The United Kingdom was not alone in this, all the European countries which maintained colonial interests abroad mounted archaeological expeditions and amassed collections containing items which are of special cultural significance in their homeland. These countries included France, Belgium, Germany, Holland, Italy, Denmark and Spain. Often objects were collected in the spirit of intense competition and rivalry, and this only hastened the destruction or removal of countless treasures”</i>. (12)</b></p>
<p><b>We need not recall all the various aggressions against African and Asian peoples which resulted in massive transfer of artworks to Britain. The use of violence was frequent in colonial expeditions such as Benin in 1897, Kumasi (Ghana) 1874, Magdala (Ethiopia) 1868, and Dahomey (Republic of Benin) 1890.&nbsp; Tribute and punitive removal of treasures were the usual practice of colonial masters. The example of Benin is surely on the minds of most readers. British invasion and loot resulted in the dispersal of some 5000 Benin objects in the Western world, a large number being in the British Museum, the Metropolitan Museum of Art, New York, Field Museum, Chicago, Art Institute of Chicago, the Ethnology Museum Berlin and the Ethnology Museum, Vienna.</b></p>
<p><b>Even the British Museum which is the example <i>par excellence</i> of the so-called encyclopaedic or universal museum has admitted at various instances the connection between its large collection and the imperial connection. David M. Wilson, former director of the British Museum, stated in his book <i>The Collections of the British Museum</i> as follows: &nbsp;</b><b><br /> </b><b>“The Asante's skill in casting gold by the lost-wax method, and the use of elaborately worked gold to adorn the king and his servants is represented by many superb pieces which came to the Museum after British military intervention in Asante in 1874, 1896 and 1900″. (13)</b></p>
<p><b>We know what happened to artworks in Baghdad after the invasion of Iraq in 2003 by USA, Great Britain and their allies. Baghdad Museum was looted and much of the loot ended in the Western world. Discussions on what artefacts should be collected seem to be part of war preparations.</b></p>
<p>In view of all this, how can MacGregor, the director of the British Museum declare that <i>“art and culture can make us better people in our understanding of the world. And if in turn we understand each other, we will get along more easily.”</i>&nbsp; Has the presence of the Benin bronzes in his museum for a century helped him to understand the people of Benin and their need and desire to recover some of their looted art? Most Western museums do not bother to respond to requests for restitution even from the Benin Royal Family.</p>
<p>One could assert that in the history of mankind, the more aggressive, less peace-loving nations have accumulated more art objects, looted from the peaceful or weaker nations. There is not a shred of evidence that the more peoples or nations understand the art of others, the more likely they are to live in peace. Germany’s aggressions against its neighbours surely disprove this postulate. Indeed, we might even suggest that the knowledge about the art and culture of some nations may have acted as catalyst for their invasion by foreign States. The gold of the Aztecs (Mexico) and the Asantes (Ghana) as conveyed by their arts and culture may have excited the greed of the invaders.&nbsp; That many European nations - Danes, Norwegians, Swedes, Germans, British and of course, Portuguese built castles and forts along the coast of Gold Coast (Ghana) was surely due to their knowledge or information about the availability of gold in that part of the world. Knowledge about the wealth of Asantes may have been conveyed by acquaintance with the display of gold in Asante art and culture.</p>
<p>The British Museum itself admits on its own homepage that it had sent experts to accompany invading British troops in Ethiopia<b>. </b>(14) It appears to be a well-established Western tradition to send art and culture specialists in wars against other nations. A look at the stocks of the great museums could be very instructive.</p>
<p>Western museums, including the British Museum, have had African arts for more than a century. Will anyone be bold as to declare that this illegitimate possession has made them any more respectful or tolerant towards Africans and their cultures? True, there is now a general, sometimes reluctant, agreement about the essential contribution of African art to modern art. But many take the wrongful possession of African artefacts as confirmation of their superiority and efficiency. How else can one interpret the often repeated insulting argument that Africans cannot look properly after their own cultural artefacts and that the Europeans have done mankind a great service in looting and keeping the objects?</p>
<p>The announcement of the BBC and British Museum project has been greeted with almost general uncritical approval by the British media which does not seem to be aware of the real motivation behind the programme. Tom Flynn has quite correctly stated: “…<i>we've witnessed a nauseating media hagiography of British Museum director Neil MacGregor in which he single-handedly educates the world from the comfort of his beautiful Bloomsbury office. We hear of &quot;Saint Neil&quot;, a &quot;suave and smooth-talking Scot&quot;, with a &quot;lilting highland brogue&quot;, a &quot;skilled diplomat&quot; with &quot;infectious schoolboy enthusiasm&quot;, a &quot;natural storyteller&quot; and &quot;the most fortunate man alive.&quot;</i> (15)</p>
<p>If the British Museum and the BBC are hoping that through this massive publicity and propaganda for <i>A History of the World in 100 Objects</i>, they can divert attention from the urgent need for restitution of some of the looted artefacts amassed during the heyday of colonialism and imperialism, they have misunderstood the movement of history; they underestimate the intelligence and determination of those deprived of their cultural objects now located in the British Museum and other Western museums. Times have changed since the idea of the so-called “universal museum” was born. The museums cannot resist the tide of history and continue to offer us nineteenth century ideology of European superiority and domination to justify the constant and permanent violations of the cultural right of the peoples of Africa and Asia.</p>
<p>Even some commentators, sympathetic to the project by the BBC and the British Museum, have seen through the real objective behind all the words of MacGregor. Ben Hoyle, who is supportive of the project, has declared:</p>
<p><b><i>“The project will ram home his argument that the British Museum belongs to the world, strengthening its moral case for holding on to controversial artefacts such as the Elgin Marbles from the Parthenon in Athens and the Benin Bronzes from Nigeria both featured in the series</i>”. (16)</b></p>
<p><b>Another commentator on the programme also commented as follows:<i> “Casting his museum as an international hub is also his answer to the questions that won't go away about whether the BM should give some stuff back.“You have to decide what kind of museums you want, and whether you want museums that try to put the whole world into one context, into one building, so that you can actually look and compare and take a view of the whole thing, or whether essentially you feel that you want museums to be about individuated national stories, local stories.&quot; </i>(17)</b></p>
<p><div>The British Museum can sing the praises of Egyptian civilization, the glory of Greece and the beauty of Benin art as long as the museum is locked in permanent dispute with Egypt, Ethiopia, Greece, Benin (Nigeria) and other States over looted artefacts, so long will its credibility be in serious doubt whenever it presents programmes on those cultures.</p>
<p>Kwame Opoku, 6 February 2010.</p>
<p><b>NOTES</b></p>
<p><b>1. Tom Flynn, “A History of the World in Looted Objects”,</b><b> </b><a href="http://tom-flynn.blogspot.com/2010/01/history-of-world-in-looted-objects.html" target="_blank" ><b>http://tom-flynn.blogspot.com</b></a></p>
<p><b>2. British Museum,</b><b> </b><a href="http://www.britishmuseum.org/the_museum/news_and_press_releases/press_releases/2009/a_history_of_the_world.aspx" target="_blank" ><b>http://www.britishmuseum.org</b></a><b> BBC, “A History of the World in 100 Objects”, </b><a href="http://www.bbc.co.uk/ahistoryoftheworld/programme" target="_blank" ><b>http://www.bbc.co.uk/ahistoryoftheworld/programme</b></a><b> British Museum and BBC reveal history of the world in 100 objects</b><b> </b><a href="http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/article6718556.ece" target="_blank" ><b>http://entertainment.timesonline.co.uk</b></a><b> Telegraph, “A History of the World in 100 Objects”, </b><a href="http://www.telegraph.co.uk/culture/tvandradio/7020901/A-History-of-the-World-in-100-Objects-Radio-4-review.html" target="_blank" ><b>http://www.telegraph.co.uk</b></a><b> “The story of civilization in 100 Objects”, </b><a href="http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/tv_and_radio/article6973813.ece" target="_blank" ><b>http://entertainment.timesonline</b></a></p>
<p>3. Neil MacGregor, &quot;The whole world in our hands” <a href="http://www.guardian.co.uk/artanddesign/2004/jul/24/heritage.art" target="_blank" >http://www.guardian.co.uk</a>,&nbsp;</p>
<p>4. <a href="http://www.guardian.co.uk/artanddesign/2004/jul/24/heritage.art" target="_blank" >http://www.guardian.co.uk</a>&nbsp; See also, Martin Kettle, “The world needs new histories” <a href="http://commentisfree.guardian.co.uk/martin_kettle/2007/05/the_world_needs_new_histories.html" target="_blank" >http://commentisfree.guardian.co.uk</a>&nbsp;</p>
<p>5. N.MacGregor, <a href="http://www.guardian.co.uk/artanddesign/2004/jul/24/heritage.art" target="_blank" >http://www.guardian.co.uk</a>,</p>
<p>The story of Benin has been told several times but I found the short account by Sylvester Okwunodu Ogbechie very useful: &nbsp;<br /> “In February 1897, an elite British force of about 1200 men (supported by several hundred African auxiliary troops and thousands of African porters) besieged Benin City, capital of the Edo Kingdom of Benin, whose ruler, the Oba Ovonramwen sat on a throne that was a thousand years old. The British Punitive Expedition used Maxim machine guns to mow down most of the Oba's 130,000 soldiers and secure control of the capital city. They set fire to the city and looted the palace of 500 years worth of bronze objects that constituted the royal archive of Benin's history, an irreplaceable national treasure. The king and his principal chiefs fled into the countryside, pursued by British forces that lay waste to the countryside as a strategy to force the people of Benin to give up their fugitive king. According to Richard Gott, for a further six months, a small British force harried the countryside in search of the Oba and his chiefs who had fled. Cattle were seized and villages destroyed. Not until August was the Oba cornered and brought back to his ruined city. An immense throng was assembled to witness the ritual humiliation that the British imposed on their subject peoples. The Oba was required to kneel down in front of the British military &quot;resident&quot; the town and to literally bite the dust. Supported by two chiefs, the king made obeisance three times, rubbing his forehead on the ground three times. He was told that he had been deposed. Oba Ovonramwen finally surrendered to stem the slaughter of his people. Many of his soldiers considered his surrender an unbearable catastrophe and committed suicide rather than see the king humiliated. A significant number, led by some chiefs, maintained guerrilla warfare against the British for almost two years until their leaders were captured and executed. The remaining arms of the resistance thereafter gave up their arms and merged back into the general population.”&nbsp;<br /> <a href="http://aachronym.blogspot.com/" target="_blank" >http://aachronym.blogspot.com</a></p>
<p><b>6. K. Opoku. “Tristram and Neil, a dubious alliance.” </b><a href="http://www.elginism.com/20090721/2267/" target="_blank" ><b>http://www.elginism.com</b></a></p>
<p><b>7</b>. <i>Declaration on the Value and Importance of Universal museums </i>(2002). See also, <a href="http://icom.museum/universal.html" target="_blank" >http://icom.museum/universal</a>&nbsp; Signatories to this extraordinary document are: The Art Institute of Chicago; Bavarian State Museum, Munich (Alte Pinakothek, Neue Pinakothek); State Museums, Berlin; Cleveland Museum of Art; J. Paul Getty Museum, Los Angeles; Solomon R.</p>
<p>Guggenheim Museum, New York; Los Angeles County Museum of Art;</p>
<p>Louvre Museum, Paris; the Metropolitan Museum of Art, New York;</p>
<p>The Museum of Fine Arts, Boston; the Museum of Modern Art, New</p>
<p>York; Opificio delle Pietre Dure, Florence; Philadelphia Museum of</p>
<p>Art; Prado Museum, Madrid; Rijksmuseum, Amsterdam; State</p>
<p>Hermitage Museum, St. Petersburg; Thyssen-Bornemisza Museum,</p>
<p>Madrid; Whitney Museum of American Art, New York</p>
<p><b>Tom Flynn, “The Universal Museum - A valid model for the 21 Century?” </b><a href="http://www.tomflynn.co.uk/" target="_blank" ><b>www.tomflynn.co.uk/ </b></a><b>Mark O'Neil, “Enlightenment museums: universal or merely global? </b><a href="http://www.le.ac.uk/ms/m&amp;s/Issue%206/ONeill" target="_blank" ><b>http://www.le.ac.uk/ms/m&amp;s/Is</b></a></p>
<p><b>8. Barbara Plankensteiner, Ed. <i>Benin - Kings and Rituals - Court Arts from Nigeria,</i> Snoeck, 2007, p.17</b></p>
<p><b>9. K. Opoku, “The Amazing Director of the British Museum: Gratuitous Insults as Currency of Cultural Diplomacy? </b><a href="http://www.modernghana.com/news/229958/50/the-amazing-director-of-the-british-museum-gratuit.html" target="_blank" ><b>http://www.modernghana.com</b></a></p>
<p><b>10.&nbsp; Deirdre Fernand,</b><b> </b><b>“The story of civilisation in 100 objects”,</b><b> </b><a href="http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/tv_and_radio/article6973813.ece" target="_blank" ><b>http://entertainment.timesonline</b></a><b>.</b></p>
<p>11<b><i>. </i></b>Susan Rustin,<b> “</b>The greatest exhibition you could have<b>”, </b><a href="http://www.guardian.co.uk/culture/2010/jan/02/neil-macgregor-british-museum-history" target="_blank" >http://www.guardian.co.uk</a></p>
<p>12. Third Edition, Cambridge 2007.p.97.</p>
<p>13. British Museum Press, 1989, p. 97</p>
<p>14. Richard Rivington Holmes, an assistant in the manuscripts department of The British Museum, had accompanied the expedition against Magdala, Ethiopia, as an archaeologist. He acquired a number of objects for the British Museum, including around 300 manuscripts which are now housed in the British Library.”&nbsp; <a href="http://www.britishmuseum.org/explore/highlights/article_index/m/objects_from_maqdala.aspx" target="_blank" >http://www.britishmuseum.org</a></p>
<p><b>Professor Richard Pankhurst has written about Richard Holmes as follows: &nbsp;</b><b><br /> </b><b><i>“One of those present at this large-scale looting was Richard (later Sir Richard) Holmes, an Assistant Curator in the British Museum’s Department of Manuscripts, who had been appointed “Archaeologist” to the expedition. He later noted in an official report that the British flag had “not been waved… much more than ten minutes” over the fort of Maqdala before he had himself entered it. Shortly afterwards, while night was falling, he met a British soldier who was carrying the golden crown of the Abun, or head of the Ethiopian church, and a “solid gold chalice” weighing “at least 6 lb”, i.e. pounds. Holmes purchased them both for four pounds Sterling. He was also offered several large manuscripts, but declined to buy them as they were too heavy for him to carry”</i></b></p>
<p>“The Ethiopian Millennium – and the Question of Ethiopia’s Cultural Restitution” <a href="http://nazret.com/blog/index.php?title=ethiopia_the_ethiopian_millennium_by_pro&amp;more=1&amp;c=1&amp;tb=1&amp;pb=1" target="_blank" >http://nazret.com</a>&nbsp;&nbsp; <a href="http://www.elginism.com/20061223/614/" target="_blank" >http://www.elginism.com</a></p>
<p><b>An internet site provides the following: The invading British force included a number of mysterious civilians and an &quot;official archaeologist&quot;, a Mr Richard Holmes, said to have secured &quot;many interesting items&quot; from Magdala. Holmes was an assistant in the British Museum's Department of Manuscripts, but soon after the successful war became Sir Richard Rivington Holmes KCVO, Keeper of the Queen's Pictures and Librarian to Queen Victoria and her son Edward VII at Windsor Castle (from 1870 until 1906).</b><b> </b><a href="http://www.elecbk.com/facts.htm-" target="_blank" ><b>http://www.elecbk.com/facts.htm-</b></a></p>
<p>See also Adrian Cooper&nbsp;&nbsp; „Arts &amp; Artefacts: Raiders of the lost ark, “<a href="http://www.independent.co.uk/life-style/arts---artefacts-raiders-of-the-lost-ark-1155747.html" target="_blank" >http://www.independent.co.uk</a><i>&nbsp;&nbsp;&nbsp; </i>Terry Kirby, Hidden in a British Museum basement: the lost Ark looted by colonial raiders <a href="http://www.independent.co.uk/news/uk/this-britain/hidden-in-a-british-museum-basement-the-lost-ark-looted-by-colonial-raiders-535318.html" target="_blank" >http://www.independent.co.uk</a></p>
<p><b>On the Ethiopian treasures that are in the British Museum, see&nbsp; </b><a href="http://../Dokumente+und+Einstellungen/Opoku/Desktop/www.afromet" target="_blank" ><b>www.afromet</b></a><b> Ethiopian treasures are found at the following places in the United Kingdom: The British Library, The British Museum, Duke of Wellington's Regimental Museum, Halifax, Dundee University Museum, Edinburgh University Library, The John Rylands University Library, Lancaster Museum &amp; Priory, National Archives of Scotland, The Schøyen Collection (London/Oslo), The Victoria &amp; Albert Museum and&nbsp; Windsor Castle. More stolen African treasures can be found at the homepage of the African Reparations Movement </b><a href="http://www.arm.arc.co.uk/" target="_blank" ><b>www.arm.arc.co.uk</b></a></p>
<p><b>15. Tom Flynn,&nbsp; </b><a href="http://tom-flynn.blogspot.com/2010/01/history-of-world-in-looted-objects.html" target="_blank" ><b>http://tom-flynn.blogspot.com</b></a></p>
<p><b>16. British Museum and BBC reveal history of the world in 100 objects </b><a href="http://entertainment.timesonline.co.uk/tol/arts_and_entertainment/article6718556.ece" target="_blank" ><b>http://entertainment.timesonline.co.uk</b></a></p>
<p><b>17. Susan Rustin, </b><a href="http://www.guardian.co.uk/culture/2010/jan/02/neil-macgregor-british-museum-history" target="_blank" ><b>http://www.guardian.co.uk</b></a></div></div></div></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Kultur-Kunst</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 07 Feb 2010 21:22:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="http://www.afrikanet.info/uploads/media/WORLD_HISTORY_WITH_LOOTED_OBJECTS.pdf" length ="1736930" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Kinshasa Symphony - Für eine bessere Welt*</title>
			<link>http://www.afrikanet.info/menu/home/datum/2010/02/05/kinshasa-symphony-fuer-eine-bessere-welt/</link>
			<description>Freude, schöner Götterfunken

Was tun in einem von Bürgerkrieg, Armut und Korruption geschlagenen Land wie dem Kongo? Ein Orchester gründen!...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><b>Freude, schöner Götterfunken</b></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Was tun in einem von Bürgerkrieg, Armut und Korruption geschlagenen Land wie dem Kongo? Ein Orchester gründen! Händel, Mozart, Beethoven spielen - was sonst?</p>
<p class="align-justify">Mit Geigen und Trompeten für eine bessere Welt: Seit einem Jahr begleiten die Filmemacher Claus Wischmann, Martin Baer und Pascal Capitolin das Orchestre Symphonique Kimbanguiste im Kongo. Ihre <a href="http://www.kinshasa-symphony.com/" target="_blank" >Kinshasa Symphony</a> kommt im Frühjahr 2010 in die Kinos und ins Fernsehen. Unsere Reporterin Andrea Böhm erlebte mit ihnen ein Afrika, wie es kaum jemand kennt.</p>
<p class="align-justify">Die Rue Monkoto ist eine ganz gewöhnliche Straße in Kinshasa. In ihren Schlaglöchern kann man Hunde begraben, an den Hausmauern kriecht schwarzer Schimmel über Bierreklamen, die &quot;Kiesse na Nzoto« versprechen, &quot;die Freude des Herzens&quot;. Der Rauch von Petroleumlampen mischt sich mit dem Gestank von verbranntem Plastik und vergorenem Müll, der Klang der Straße ist eine Kakofonie aus Motorradhupen, brummenden Dieselgeneratoren, kongolesischem Rumba, der Hauptsprache Lingala, der Nebensprache Französisch, dem Hämmern der Straßenmechaniker und den Lockrufen der Händler. &quot;Changez, changez&quot;, raunen die Geldwechsler und klopfen auf ihre Banknotenbündel, die sie wie Ziegelsteine vor sich aufgeschichtet haben. &quot;Oooopüüü, oooopüüü&quot;, flöten die Wasserverkäufer und meinen eau pure, sauberes Wasser, eingeschweißt in kleine Plastiktüten, jede ein Aquarium für Bakterien.</p>
<p class="align-justify">Plötzlich ein Ton. Ein c. Gefolgt von einer Melodie: h – c – d – c – h – a. <br /> Diese Töne, meint man, gehören nicht hierher, der Dreivierteltakt passt nicht zu dieser Stadt, man denkt unwillkürlich an Flamencotänzer und Stierkampf. Hinter irgendeiner Mauer spielt jemand den Anfang des Boléro von Maurice Ravel. Auf einer Posaune.</p>
<p class="align-justify">Man folgt der Melodie wie einem Faden, sie wird lauter, dissonanter, jetzt mischen sich andere Tonlagen und Tempi ein, eine Männerstimme schmettert O Fortuna, deklamiert laut den Text, das erinnert vage an den eigenen Musikunterricht in Deutschland – doch nicht etwa Orff? Dann steht man vor einer Eisentür mit der Hausnummer 88, stolpert in einen Hof und über eine Schar Hühner, die wichtigtuerisch zwischen Pauken, Violinen, Posaunen umherlaufen, als warteten sie auf ihren Soloauftritt. Es ist Mittwoch, 17.30 Uhr, das OSK, das Orchestre Symphonique Kimbanguiste, versammelt sich zur Probe, und die Moskitos wittern ein Fest. Rund 80 Musiker, die sich in der Hitze von Kinshasa mit beiden Händen auf ihre Instrumente konzentrieren müssen, sind leichte Beute.</p>
<p class="align-justify">Im Kongo ist es heiß, und es gibt lauter Rebellen – so viel hat sich herumgesprochen in Europa. Aber ein Sinfonieorchester? Ein Sinfonieorchester braucht einen Saal mit guter Akustik und klimatisierte Räume für die Violinen, Bratschen, Celli, Harfen, Pauken. Es braucht lesbare Notenblätter. Es braucht ein Budget und gute Instrumente. Vor allem braucht es ein Publikum.</p>
<p class="align-justify">Die Musiker des OSK bekommen kein Honorar, sie spenden für ihre eigenen Instrumente und spielen auf gebrauchten Violinen oder Posaunen made in China, das Stück für weniger als 100 Dollar. Wenn die Holzkäfer oder die Luftfeuchtigkeit wieder ein Cello zerfressen haben, zimmert Monsieur Albert, das Allroundgenie der Truppe, mit Werkzeugen aus der Kolonialzeit ein neues. Partituren? Werden x-mal kopiert oder von Hand abgeschrieben. Ein Orchestersaal? Ganz Kinshasa überlebt nach den Regeln der Improvisation, eine Ruine wird tagsüber zum Gemüsemarkt, abends zur Erweckungskirche, eine beleuchtete Tankstelle dient zugleich als Abendschule, eine Verkehrsinsel als Werkstatt für Grabsteine. Das Orchester übt in einer Baracke, in der sonst Hochzeiten gefeiert werden.</p>
<p class="align-justify">Das Publikum? Nicht dass es an Musikbegeisterten fehlte. Aber der mitreißende Rhythmus des Soukous und der harte Beat der Congotronics haben andere Hörgewohnheiten geformt, als sie eine Kantate fordert. Heute Abend hören immerhin die Hühner zu. Es sind noch drei Wochen bis zum Konzert im Stadion Kasa Vubu, dem ersten großen Auftritt unter freiem Himmel. Außer Ravel stehen Dvořák, Orff und der vierte Satz aus Beethovens Neunter Sinfonie auf dem Programm.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Die Probe des Boléro beginnt vielversprechend. &quot;Mein einziges Meisterwerk&quot;, soll Ravel einmal gesagt haben, &quot;leider enthält es keine Musik.&quot; In der Rue Monkoto sehen sie das anders. Querflöte und Klarinette beginnen leise tänzelnd und sauber, das Fagott folgt etwas zu verhalten, es ist ja auch das einzige im ganzen Kongo. Dann verdirbt die Piccoloflöte alles. Zu hoch, zu laut. &quot;He, Piccoloflöte, du warst bei den letzten Proben nicht da&quot;, ruft der barfüßige Mann auf dem Barhocker, der das Dirigentenpodest ersetzt. Im schummrigen Licht ist das zerknirschte Gesicht des Flötisten nur zu erahnen. Er wird nach der Probe, nach zwei schweißtreibenden Stunden mit einer Dvořák-Sinfonie, einer fulminanten Choreinlage aus der Carmina Burana und immer neuen Anläufen zu Ravels Boléro, vor Armand Diangienda auf die Knie fallen und um genauere musikalische Anweisungen bitten. Der Mann auf dem Barhocker ist nicht nur der Maestro des Orchestre Symphonique Kimbanguiste. Er ist der Enkel von Simon Kimbangu, dem Märtyrer und Propheten, in dem sich – davon sind die Musiker überzeugt – vor bald hundert Jahren der Heilige Geist reinkarniert hat. Hier, im Kongo, nicht weit von Kinshasa entfernt. Den Enkel des Propheten spricht man nicht im Stehen an. Auch nicht, wenn es nur um die Interpretation eines Crescendo geht. &quot;Fis!&quot;, ruft Diangienda und klopft mit dem Taktstock auf seinen Notenständer. &quot;Bitte noch mal zurück zum fis.&quot;</p>
<p class="align-justify">Armand Diangienda ist ein kleiner Mann mit leiser Stimme und einer Vorliebe für Pilotensonnenbrillen. Gefragt, wie die Musik toter weißer Männer in die Rue Monkoto gekommen sei, entblößt er lächelnd eine charmante Zahnlücke und sagt: &quot;Ondell.&quot;<br /> <br /> Ondell?</p>
<p class="align-justify">Händel. Georg Friedrich. Mit Händels Messias habe es begonnen. Das Oratorium habe Papa Diangienda, Sohn des Propheten und Vater des Maestros, daheim in der Rue Monkoto immer wieder aufgelegt. Brecht entzwei die Ketten. Oder: Ich weiß, dass mein Erlöser lebet. Und natürlich das Halleluja. Das waren, auf Englisch gesungen, die Kinderlieder im Hause Diangienda, und niemand wäre auf die Idee gekommen, diese Musik sei allein für Weiße komponiert worden. Genauso wie niemand auf die Idee gekommen wäre, dass Gott nur in Gestalt weißer Männer auftritt. Simon Kimbangu ist der beste Beweis dafür, sagen sie in der Rue Monkoto mit der unerschütterlichen Zirkelschlusslogik, die allen Gottgläubigen eigen ist.</p>
<p class="align-justify">Geschätzte fünf bis acht Millionen Mitglieder hat die Église de Jésus Christ sur la Terre par Son Envoyé Spécial Simon Kimbangu in Afrika. Ihre Hochburg ist der Kongo, dort gehören zehn Prozent der Bevölkerung der &quot;Kirche Jesu Christi auf Erden durch seinen Propheten Simon Kimbangu&quot; an. Nach den Katholiken und Protestanten sind sie die drittgrößte Religionsgemeinschaft. Der Prophet selbst hat wahrscheinlich nie Händels Messias gehört. Aber man darf annehmen, dass ihm der Anblick des kircheneigenen Sinfonieorchesters gefallen hätte.</p>
<p class="align-justify">Kimbangu war kein Freund traditioneller Gebräuche und Musikwerke. Trommeln, zu deren Rhythmen seine Landsleute sich in Trance wiegt, ließ er zerschlagen. Wer ihm in den wenigen Monaten seines Wirkens folgen wollte, musste der Polygamie und dem Glauben an Geister und Hexer abschwören, durfte keinen Alkohol mehr anrühren. Das taten im Sommer 1921 Abertausende von Kongolesen. Angelockt von Berichten über Kimbangus Wunderheilungen, pilgerten sie in sein Heimatdorf Nkamba, rund 300 Kilometer vom heutigen Kinshasa entfernt. Rasch verbreitete sich die Nachricht: Der Gott der Christen, in dessen Namen die belgischen Kolonialherren ein mörderisches System der Zwangsarbeit mit Millionen von Toten führten, hatte endlich sein schwarzes Volk entdeckt und ihm einen schwarzen Erlöser geschickt.</p>
<p class="align-justify">Bei den Kolonialherren schrillten alle Alarmglocken. Der schwarze Prophet war nicht nur ein anmaßender, gefährlicher Konkurrent für die eigenen katholischen Missionare. Er hielt auch seine Landsleute von der Schufterei auf den Plantagen ab und predigte rebellische Sätze. &quot;Der Schwarze wird weiß, und der Weiße wird schwarz.&quot; In weißen Ohren klang das wie Anstiftung zum Aufruhr. Ende 1921 verurteilte ein Gericht Simon Kimbangu wegen &quot;Gefährdung der Staatssicherheit&quot; zum Tode. Der belgische König wandelte die Strafe in lebenslange Haft und 120 Peitschenhiebe um. Kimbangu starb 1951 nach 30 Jahren in Ketten und Isolation in einem Gefängnis im Osten des Landes. Tausende seiner Anhänger wurden deportiert oder in den Untergrund gedrängt.</p>
<p class="align-justify">So entstand genau das, was die belgischen Kolonialherren hatten verhindern wollen: ein Märtyrer und eine religiöse Massenbewegung – geführt von Kimbangus Frau und später von seinen drei Söhnen. Der Kimbanguismus war geboren, eine Mischung aus Black Power und dem unerschütterlichen Willen, die Kultur der Weißen so gut zu beherrschen wie diese selbst. Musikalisch reicht das heute von B wie Bach bis zu V wie Vivaldi.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Das erste Konzert liegt 15 Jahre zurück. Laut Maestro Diangienda hatte das Orchester elf Monate vor der Premiere mit den Proben begonnen, in dürftigster Besetzung: zehn kirchenmusikalisch geschulte Autodidakten, vier Violinen, ein Kontrabass. Riss eine Saite, behalf man sich mit Fahrradbremskabeln. Einige Celli kamen dazu, deren korrekte Handhabung sich die Musiker von Fotos abguckten. Ein Konzert mit Musikern, die ihr Instrument erst seit einem Jahr spielten?<br /> <br /> &quot;Wenn Sie es nicht glauben&quot;, sagt Diangienda, &quot;fragen Sie die Leute.&quot;</p>
<p class="align-justify">Also fragen wir. Zuerst Albert Sheriff, 53, Cellist, der seine sechsköpfige Familie als Elektriker an der Universität von Kinshasa durchbringt, obwohl es dort seit Jahren ebenso selten Strom wie ein regelmäßiges Gehalt gibt.</p>
<p class="align-justify">&quot;Wir haben geübt, Madame&quot;, sagt der hagere Mann, eingeklemmt zwischen Plastikblumen und Kimbangu-Porträt im winzigen Wohnzimmer sitzend, vor dessen Schwelle man bei Regen knöcheltief im Schlamm versinkt. &quot;Noten lesen konnte ich ja schon aus meiner Zeit bei der Flötengruppe.&quot; Wir fragen auch Joséphine Matubanza, 37, tagsüber von sechs bis 16 Uhr Eierverkäuferin auf Kinshasas größtem Markt, abends von 17 bis 21 Uhr Musikerin im OSK. Damals, 1994, nahm sie angeblich nach nur wenigen Wochen Cellounterricht an der Premiere teil.<br /> <br /> &quot;Kennen Sie nicht die drei Prinzipien des Propheten Simon? Liebe, Gottes Zehn Gebote und Arbeit&quot;, sagt sie und zupft am Kontrabass, den sie neben Cello und Tuba spielt.</p>
<p class="align-justify">Und wir fragen ihren Mann, Monsieur Albert, Musiklehrer und Spiritus Rector des Orchesters, der als Erster herausfand, wie man ein Cello halten muss. &quot;Es sah ja aus wie eine Gitarre&quot;, sagt er, greift sich eine solche aus seinem Reparaturschuppen und spielt ganz sanft einen Bossa nova darauf, als müsse er das schrottreife Ding trösten. &quot;Na ja, wir haben eben viel geprobt&quot;, sagt er und öffnet unvorsichtigerweise den Deckel eines wurmstichigen Klaviers, was eine Heerschar zwischen den Tasten hausender Kakerlaken erschreckt.</p>
<p class="align-justify">Irgendwann ist es egal, ob die Entstehungsgeschichte des OSK Sage oder Wahrheit ist. Unstrittig ist: Am 3. Dezember 1994 trat das Orchestre Symphonique Kimbanguiste zum ersten Mal auf. Und zwar im Palais du Peuple, dem sozialistisch anmutenden Protzbau, den Mobutu Sese Seko dem Volk gewidmet hatte, das er nach Kräften plünderte. Der Eintritt war frei, der große Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Geboten wurden Werke des spanischen Komponisten Joaquim Serra, Kirchenlieder und natürlich Händels Halleluja. Auf den besten Plätzen klatschte Mobutus Nomenklatura, im Volksmund grosses légumes genannt, fettes Gemüse – nicht ahnend, dass sie nur zweieinhalb Jahre später vor Rebellen über den Fluss in das benachbarte Brazzaville würde fliehen müssen.</p>
<p class="align-justify">1994 hatte sich der Niedergang des Landes nach 30 Jahren Kleptokratie zur Schussfahrt in Richtung Abgrund beschleunigt. Zwei verheerende Kriege im Osten standen bevor. Kinshasa im Westen hatte gerade zwei Plünderungswellen der eigenen Armee hinter sich. Seine Einwohner, seit Jahren weitgehend ohne Wasser, Strom und Kanalisation, ohne Busse, Feuerwehr und funktionierende Polizei, hatten den Überlebenskampf zur Kunst erhoben. In solcher Zeit ein Sinfonieorchester zu gründen kann ein Zeichen übernatürlicher Sturheit, ein Akt des Widerstandes oder schlicht ein Ausdruck von Realitätsverlust sein.</p>
<p class="align-justify">Bei der Orchesterpremiere hatten die Kimbanguisten nichts mehr gemein mit der religiösen Untergrundbewegung von einst. Mobutu, der gerissene Machiavellist, hatte Simon Kimbangu posthum begnadigt und mit Orden geehrt. Die Gemeinde des Propheten ließ sich gern in die Machtallianz des Diktators einbinden. &quot;Kirche der Stiefellecker&quot; nannten politisch renitente Katholiken und oppositionelle Studenten die Anhänger des schwarzen Erlösers. Da mochte ihr Händel noch so erhaben klingen. Heute geben sich die Kimbanguisten ausdrücklich unpolitisch. Nur nicht anecken, heißt die Devise.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Es ist Sonntag. Am siebten Tage sollst du ruhen, heißt es im Buch Genesis. Sonntags gönnt sich Kinshasa, die Acht-Millionen-Stadt, eine Atempause. Die Bewohner ziehen, herausgeputzt wie zur eigenen Hochzeit, in ihre Kirchen: in die Kathedrale Notre Dame, nach St. Peter oder St. Anne, zur Église Méthodiste Ebenga, wo einst Patrice Lumumba betete, zu den Baptisten, den Zeugen Jehovas, den Adventisten, zu den evangelikalen Erweckungspredigern der &quot;Armee des Sieges&quot;, der &quot;Armee der Ewigkeit&quot;, des &quot;Spirituellen Kampfes&quot;, die abwechselnd Reichtum und Apokalypse verheißen. Oder in eine von Tausenden Eckkirchen, aus einem Wellblechdach und ein paar Plastikstühlen gemacht. Nur bei den Kimbanguisten ist alles anders.</p>
<p class="align-justify">Ihr Gottesdienst findet im Hof des Maestros statt. Dessen Haus in der Rue Monkoto ist fürstliches Refugium der begüterten Familie des Propheten und zugleich Großküche für die Gemeinde, kircheneigene Autowerkstatt, Nähstube, Versammlungsort und Kirche. Der Auftakt ist piano, lentissimo. Die ersten Gläubigen kommen gegen zehn Uhr früh, grüßen sich lässig, als hätten sie nichts, aber auch gar nichts vor. Eine halbe Stunde später ertönen Tonleitern, hoch und staksig, wie von Kinderhand gespielt. Die anciens flûtistes, die &quot;alten Flötisten&quot;, haben ihre Instrumente ausgepackt. Flöten, aus PVC-Rohren geschnitzt.</p>
<p class="align-justify">Die Sonne steigt und sticht den Kirchenchor von Mama Hortense, der sich in einer staubigen Ecke warm singt. Ein Trommelwirbel platzt hinein wie ein ungebetener Gast, dann Posaunenstöße. Der Paukist und erste Blechbläser sind eingetroffen. Es geht auf zwölf zu, der Rhythmus wird schneller, nun drängen, murmeln, beten Hunderte dicht gedrängt auf dem Hof, der kaum größer ist als ein Tennisplatz. Der Prediger hat sich durch Matthäus 20,1 gearbeitet, die Blechbläser, alles Musiker des OSK, stimmen swingende, gospelähnliche Fanfaren an. &quot;Gauche! Gauche!« Links! Links! Kinderfüße klatschen auf Kommando auf den rissigen Betonboden.</p>
<p class="align-justify">Unter einem Vordach haben Armand Diangienda und seine üppig beleibte Familie Platz genommen, um die Sonntagsparade ihrer Gläubigen abzunehmen. Zuerst marschieren die &quot;Linksfüßler&quot;, die Jugendgarde der Kirche, in weißen Uniformen und grünen Baretts, dann die Pfadfinder. Es folgen der kimbanguistische Frauenverband, Theatergruppen, die Katechisten, alle im wiegenden Gleichschritt, alle zielstrebig in Richtung der Plastikschüsseln, in die die Kollekte zu entrichten ist. Die Prozession wird sich mehrmals wiederholen an diesem Tag.</p>
<p class="align-justify">Es geht auf 15 Uhr zu, wir sind beim Mezzoforte. Maestro Diangienda, der Kniefälle seiner Anhänger überdrüssig, greift selbst zur Posaune und führt die Blechbläser an. Sie spielen seit fast zwei Stunden, ihre Lippen müssten längst taub sein, aber hier sind musikalisch-religiöse Extremsportler am Werk.</p>
<p class="align-justify">Gegen 17 Uhr, die Sonne taucht den Hof in Orange, Diangienda und seine Bläser reihen eine Fanfare an die nächste, die trunken-melancholische Lebenslust der Marching Bands von New Orleans mischt sich mit Creole Jazz und Ragtime, es wird schneller, swingender, jetzt sind an die 500 Menschen auf den Beinen – nein, auf den Socken. Wie Muslime tragen die Kimbanguisten zum Gottesdienst keine Schuhe. 500 Gläubige, in immer schnellerem Tempo hinaus auf die Straße sich wiegend, wieder hinein in den Hof, ein-, zwei-, dreimal um den Block. Männer und Frauen, Jungen und Mädchen getrennt. Die Menschenschlangen müssten unweigerlich kollidieren, sich verheddern, aber sie tun es nicht, sie ziehen sich wie Gummibänder zusammen, dehnen sich, meiden jedes Hindernis, während Gardisten darüber wachen, dass niemand zu sehr die Hüften schwingt. &quot;Tanzen ist verboten!&quot;, brüllt uns einer der &quot;Linksfüßler&quot; zu.</p>
<p class="align-justify">Es ist der Tenor, der bei der Probe O Fortuna zum Besten gegeben hat. Trésor Wumba, 23, ein Lächeln wie Will Smith und ein Mundwerk, das nicht stillsteht. Afrikaner, die nicht tanzen? &quot;Aber ihr tanzt doch die ganze Zeit!&quot;, rufen wir zurück. &quot;Das ist kein Tanz&quot;, heißt die Antwort. &quot;Das ist der dguke.«&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Auch das Tanzen hatte der Prophet Simon verbannt – das Tanzen, das in Trance und Ekstase versetzt, das Tanzen, bei dem Frauen und Männer ihre Hüften kreisen lassen. Dguke heißt &quot;Marsch&quot; auf Kikongo, der Sprache Simon Kimbangus. Vor einigen Jahrzehnten hat der swingende dguke bei den Gottesdiensten den lusende abgelöst, den &quot;schmerzenden Gang&quot;, einen hinkenden Schritt, der die Ketten der Zwangsarbeit symbolisierte.</p>
<p class="align-justify">Ab und zu erlauben sich die Bläser vier, fünf Minuten Pause, dann wischt sich der Maestro den Schweiß von der Stirn, die Trompeter und Posaunisten schütteln den Speichel aus ihren Instrumenten, der Tubaspieler scheint kurz einzunicken. Die Menge, aufgekratzt wie ein Fußballpublikum nach hohem Heimsieg, skandiert: &quot;Kimbanguiste oyé! L’espoir du monde, l’église universelle!« Lang lebe der Kimbanguismus, die Hoffnung der Welt, die Kirche der Welt! Das neue Jerusalem, davon sind sie überzeugt, ist längst im Bau. Nicht in Israel, sondern in Nkamba, dem Heimatdorf des Propheten, und irgendwann werden das alle anderen Christen begreifen. Auch die Weißen.</p>
<p class="align-justify">Die anciens flûtistes nutzen die Pause, um mit ihren simplen Kirchenliedern kurz die Lufthoheit zu übernehmen. Trésor, der Tenor in Uniform, nutzt sie, um uns auf den Zahn zu fühlen: &quot;Bei euch in Deutschland glauben sie wohl nicht, dass wir so etwas können? Dass wir Beethoven und Mozart spielen?&quot; Dessen Requiem sei sein liebstes Stück, kein anderer habe ein so &quot;fantastisches musikalisches Gebet über Leben und Tod&quot; komponiert.</p>
<p class="align-justify">Sie werden es glauben, sagen wir. Sie werden glauben müssen, dass es Musik gibt, die alle Grenzen transzendiert, besonders wenn sie vom Leid und von der Hoffnung auf Erlösung handelt. Mozarts Requiem. Händels Messias. Und der Blues natürlich.</p>
<p class="align-justify">Schon hat der Maestro wieder seine Posaune an den Lippen, und die alten Flötisten werden in einem furiosen Finale ebenso vom Hof geblasen wie unser Gespräch. Seit dem Morgen hat hier niemand etwas gegessen oder getrunken, aber das mindert das Tempo nicht. Gegen 22 Uhr bricht die Welle abrupt, wie es sich gehört für das Ende einer Sinfonie. Die klatschenden Füße der &quot;Linksfüßler&quot; begeben sich auf den Heimweg, der Chor verstummt, der Paukist packt ein, die Blechbläser sind in ein Schlussgebet vertieft. Ein Flötenspieler weckt einen Kollegen, der unter einem Poster mit Barack Obama und Simon Kimbangu eingeschlafen ist – über den beiden stehen die Worte des Propheten: &quot;Der Schwarze wird weiß, der Weiße wird schwarz.&quot;</p>
<p class="align-justify">Viele haben einen Heimweg von ein oder zwei Stunden vor sich, und früh um fünf Uhr werden sie wieder aufstehen, weil dann die Brotfabrik Baguettes an die Straßenverkäuferinnen ausliefert, die Marktstände geöffnet werden müssen, die Studenten ihren Fußmarsch zur Universität beginnen und Albert zum Holzmarkt aufbrechen muss, um Material für einen neuen Kontrabass zu kaufen. Weil man das Tagwerk eben früher beginnt in diesem Moloch von Stadt, in der morgens die Abwasserrinnen frei geschaufelt werden müssen, das Wasser herbeigeschleppt, jeder Franc erkämpft werden muss. Und in der die nächste Orchesterprobe wieder um 17 Uhr beginnt. Die Musiker werden all das schaffen mit nur ein paar Stunden Schlaf und einer Mahlzeit im Bauch. Selig sind die Erschöpften.<br /> Noch zehn Tage bis zum Konzert.</p>
<p class="align-justify">Der Maestro hat Ravels Boléro aus dem Programm genommen. Die Piccoloflöte ist immer noch ein Risiko, und bei dem langsamen Crescendo könnte das rhythmisch verwöhnte Publikum unruhig werden. Dafür hat Diangienda eine andere Kraftanstrengung verordnet: Der Chor soll den vierten Satz aus Beethovens Neunter Sinfonie nicht wie üblich auf Englisch, sondern auf Deutsch singen.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">An die 60 Chorsänger drängen sich an diesem Abend in einem Nebenhof des Diangienda-Hauses. Eine zu Divagesten neigende Sopranistin schreibt den Text auf eine Tafel. Nicht alle haben eine Kopie der Partitur, und wer eine hat, muss sich anstrengen, im Halbdunkel etwas zu erkennen. Der Strom ist wieder ausgefallen. Dafür sind die Mücken da. Und wir, die Deutschen. Wo wir ihnen schon ständig über die Schulter guckten, sagt der Chorleiter, könnten wir doch die deutsche Aussprache mit ihnen üben.<br /> <br /> &quot;Freude, schöner Götterfunken,<br /> Tochter aus Elysium,<br /> Wir betreten feuertrunken,<br /> Himmlische, dein Heiligthum!&quot;</p>
<p class="align-justify">So viel deutsches Pathos ist irgendwie peinlich, aber die Sänger wollen gar nicht wissen, worum es hier geht. Sie wollen wissen, warum man bei &quot;Tochter&quot; diesen seltsam fauchenden Laut hervorbringen muss, den es weder in Lingala noch in Kikongo oder im Französischen gibt.<br /> &quot;Seid umschlungen, Millionen!<br /> Diesen Kuss der ganzen Welt!&quot;<br /> &quot;Kuuus&quot;, singt Trésor Wumba mit 21 anderen Tenören, immer wieder &quot;Kuuus&quot;. Ihre Zungen verweigern das scharfe s. Was ist das für eine Sprache, in der das Wort für eine Liebkosung klingt wie ein Geschoss? Und was sollen die Punkte auf den Vokalen? Ü, ö. &quot;Madame, die Engländer machen so etwas nicht&quot;, sagt eine Altstimme vorwurfsvoll.</p>
<p class="align-justify">Zwei Stunden ackern wir Schillers Gedicht durch, Wort für Wort, Zeile für Zeile. Was würde passieren, müsste ein deutscher Chor den Messias auf Kikongo geben? Das Experiment wäre möglich, eine Übersetzung liegt beim Maestro im Schrank. Die ersten Sänger sind vor Erschöpfung eingenickt, der Chorleiter bleibt unerbittlich. &quot;Noch mal ab Seite 24, und jetzt alle aufwachen! Hallooo!&quot;</p>
<p class="align-justify">Dann wagen sie es, singen zum ersten Mal &quot;Freude, schöner Götterfunken&quot; und halten durch bis &quot;Alle Menschen werden Brüder&quot;. Es klappt drei Mal hintereinander verblüffend gut, wir erkennen unsere Sprache wieder, und vielleicht entfaltet genau diese Strophe darum so viel bittere Kraft. Alle Menschen werden Brüder – welch ein absurder, höhnischer Satz in diesem Land mit dieser Geschichte. Nach dem dritten Mal erlahmen Kraft und Konzentration, das &quot;ü&quot; kippt wieder ins &quot;u&quot;, der &quot;Götterfunken&quot; verliert die Hälfte seiner Konsonanten.</p>
<p class="align-justify">Mit der großen Brüderschaft, sagen unsere Übersetzer, sei es bei den Kimbanguisten nicht mehr weit her. Über Beethoven reden sie mit uns auf Französisch, über interne Kirchenpolitik untereinander auf Lingala oder Kikongo. Die über 20 Enkel des Propheten liegen, in zwei Fraktionen gespalten, im Erbfolgestreit. Man bekriegt sich vor Gericht und droht manchmal auch mit Gewalt. Es geht um die Kontrolle über Ressourcen: um das große Kimbanguisten-Krankenhaus in Kinshasa, um die kircheneigene Universität, um Schulen, Kliniken, Ländereien. Um den Zugang zum heiligen Wallfahrtsort Nkamba. Die Partei in der Rue Monkoto ist offenbar die schwächere, der Zutritt nach Nkamba ist ihr zurzeit verwehrt. Aber sie hat das Orchester.</p>
<p class="align-justify">&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Die Ode An die Freude singen sie beim Konzert dann doch auf Englisch. Fast 3000 Zuhörer sind an einem schwülen Abend ins Stadion Kasa Vubu gekommen, Jung und Alt, Reich und Arm. Für Beethoven mögen sie sich nicht recht erwärmen. Aber Dvořáks Sinfonie Aus der Neuen Welt begeistert, ebenso der Gefangenenchor aus Verdis Nabucco und Orffs Carmina Burana . Die Leute klatschen begeistert, viele würden Söhne und Töchter am liebsten sofort zum Musikunterricht anmelden, als hätten sie im Chaos eine rettende Insel für ihre Kinder gefunden. Ein Orchester mit Chor, fast 200 Individuen, alle in Schwarz gekleidet, jeder kennt seinen Part, seinen Einsatz, alles – fast alles – greift ineinander, damit etwas Großes entsteht. Ein Ministaat, der funktioniert.</p>
<p class="align-justify">&quot;Wir kriegen sie schon&quot;, sagt Monsieur Albert, der Instrumentenheiler. Irgendwann wüssten seine Landsleute Mozart und Beethoven zu schätzen wie Papa Wemba und die Kasai Allstars, die kongolesischen Musikgenies. Monsieur Albert hat Marktforschung betrieben. Zu den populärsten Klingeltönen für Handys – jeder Kongolese, der nicht kurz vor dem Verhungern ist, besitzt ein Mobiltelefon – zählt die Melodie der Champions League: eine der Krönungshymnen von Händel. Von wem sonst.</p>
<p class="align-justify">--------</p>
<p class="align-justify">*Titel von der Redaktion&nbsp;&nbsp;</p>
<p class="align-justify">---------</p>
<p class="align-justify"><a href="http://www.geigenbau.com/geigenbau/geigenbauer/geigenbau_workshop.html" title="Öffnet externen Link in neuem Fenster" target="_blank" class="external-link-new-window" >Geigenbau Workshop in Kinshasa</a></p>
<p class="align-justify">---------</p>
<p class="align-justify">Quelle und&nbsp;Web: <a href="http://www.kinshasa-symphony.com" title="Öffnet externen Link in neuem Fenster" target="_blank" class="external-link-new-window" >Kinshasa Symphony</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Deutschland-Gesellschaft</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 16:20:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="http://www.afrikanet.info/uploads/media/ZeitMagazin_2009_48.pdf" length ="2605000" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Berlinale 2010: Kinshasa Symphony - ein ungewöhnliches Orchester </title>
			<link>http://www.afrikanet.info/menu/home/datum/2010/02/05/berlinale-2010-kinshasa-symphony-ein-ungewoehnliches-orchester/</link>
			<description>Albert Matubenza ist Musiker. Er hat vielen Streichern im Orchester die Noten und ihr Instrument erklärt. Dabei ist er selbst Gitarrist und kann...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Albert Matubenza ist Musiker. Er hat vielen Streichern im Orchester die Noten und ihr Instrument erklärt. Dabei ist er selbst Gitarrist und kann weder Geige noch Cello spielen. Gerade baut er an einem neuen Kontrabass für das Ensemble. Andere Handwerker unter den Orchestermitgliedern haben inzwischen eine ganze Kollektion von oft selbsterfundenen und -gebauten Werkzeugen, um jede erdenkliche Reparatur eines Instruments durchzuführen. Nebenbei schneidern die Musikerinnen und Musiker ihre Anzüge und Kleider für die Auftritte selbst, organisieren die Beschaffung von Noten und sorgen während der langen Probenabende für die Verpflegung und die Beaufsichtigung der Kinder. </p>
<p>Die meisten Orchestermitglieder sind Autodidakten und Amateure. Selbst für diejenigen, die das Glück haben, über eine Berufsausbildung und eine halbwegs geregelte Arbeit zu verfügen, ist der Alltag in der Acht-Millionen-Metropole Kinshasa ein Kampf ums Überleben. Für viele beginnt der Arbeitstag um sechs Uhr morgens, oft noch weit früher. Trotzdem wird abends bis in die Nacht hinein geprobt – und das praktisch jeden Tag.&nbsp;</p>
<p><br />Armand Diangienda ist Dirigent, ausgebildeter Pilot und Gründer des Orchesters. Schon sein Großvater gab ihm mit auf den Weg, dass er ein Orchester gründen solle. Heute stehen bei Konzerten des Orchestre Symphonique Kimbanguiste 200 Musikerinnen und Musiker auf der Bühne. Zum Unabhängigkeitstag der Demokratischen Republik Kongo plant das Orchester ein großes Open-Air-Konzert. Mehrere tausend Zuschauer werden erwartet. Auf dem Programm: Beethovens Neunte, „Carmina Burana“, Werke von Dvořák und Verdi. Die Probenarbeit, das gemeinsame Musizieren und schließlich das Konzert des Orchesters zeigen die Kraft und Entschlossenheit, mit der sich die kongolesische Zivilgesellschaft aus dem Teufelskreis aus kolonialer Unterdrückung, Tyrannei, Armut und Krieg befreien will.</p>]]></content:encoded>
			<category>Kultur-Film</category>
			
			
			<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 15:33:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="http://www.afrikanet.info/uploads/media/Kinshasa_Symphony.pdf" length ="128445" type="application/pdf" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Darwin´s Nightmare was a fake - Part 2 - Richard Mgamba speaks</title>
			<link>http://www.afrikanet.info/menu/home/datum/2010/01/28/darwins-nightmare-was-a-fake-part-2-interview-with-richard-mgamba/</link>
			<description>Richard Mgamba, Journalist: 
&quot;There is no connection between fish business and arms trafficking&quot;
I didn´t claim in my story...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="align-center">Richard Mgamba, Journalist:&nbsp;</p>
<h4 class="align-center">&quot;There is no connection between&nbsp;fish business and arms trafficking&quot;</h4>
<p>I didn´t claim in my story that there's connection between fish business and arms trafficking. My story blamed local officials in Tanzania for failing to curb the arms trafficking which was done by using the same flights that carry fish from East Africa. And during my interview with Sauper, I said that <i>&quot;If Africans were selling goods like fish, gold, diamond an others to the EU countries, but the latter was exporting arms to Africa that caused civil wars and deaths of millions people, then this kind of globalization was very unfair and it should be stopped.&quot;</i></p>
<p><b><i></i></b></p>
<p><b><i>Where and when have you watched the film? Did Mr. Sauper send you a copy?</i></b></p>
<p>I have got the copy from the illegal market and managed to watch it three times.</p>
<p><b><i>How did Darwin's Nightmare change your life?</i></b></p>
<p>Darwin Nightmare caused two things in my life-causing a great humiliation from some members of the ruling party and the government of Tanzania especially when thousands of hooligans arranged a demonstration to condemn me and Sauper. My family suffered a lot. My mother who is now 62 years old was shocked to hear that I am not a Tanzanian though the allegations were baseless and unfounded. My friends and colleagues got a mental and psychological tortures following the hostile situation.</p>
<p>The second thing was that most western journalists tell only one side of the African story which is the dark side and ignoring the good things that are taking place in Africa.</p>
<p><b><i>Tell us about your job. Do you still work for &quot;The citizen&quot;?</i></b></p>
<p>I am still the Bureau Chief for The Citizen Newspapers in Lake Victoria regions and my employer stood firmly to defend my position during the Darwin Nightmare Crisis.</p>
<p>Yes it is good to tell us the impact of globalization to the poor countries in Africa but at the sametime you should also tell people that this is a not a zero sum game, and it has its positive impacts too.</p>
<p>Darwin Nightmare potrayed Mwanza and the entire community of Lake Victoria regions as hopeless where people are facing acute food shortage, something which is not true. there thousands of people who are benefited in fishing industry with their number increasing from only 10,000 in 1992 to nearly 200,000 in 2005.</p>
<p>Overall the sector is currently supporting the livelihood of another 3 million people across the region through multiplier effects. Export has been booming and the economy is doing well but to Darwin Nightmare, this was nothing.</p>
<p><b><i>Did you ever say or write that there is a link between the export of nile perch and the import of weapons?</i></b></p>
<p>I didn´t claim in my story that there's connection between fish business and arms trafficking. My story blamed local officials in Tanzania for failing to curb the arms trafficking which was done by using the same flights that carry fish from East Africa. And during my interview with Sauper, I said that &quot; If Africans were selling goods like fish, gold, diamond an others to the EU countries, but the latter was exporting arms to Africa that caused civil wars and deaths of millions people, then this kind of globalization was very unfair and it should be stopped.</p>
<p><b><i>You said that you asked Hubert Sauper not to reveal your identity. Has there been any written contract between you and him regarding what he will publish about you? If not, how and on what did you agree then?</i></b></p>
<p>About disclosing my identity, this is a journalism principle that should be nurtured by all journalists and it doesnt need a special agreement or contract to obey it. Since I had already requested Sauper to do so, there was no any need to have written agreements.</p>
<p><b><i>Do you feel like Sauper deceived you? Why?</i></b></p>
<p>Yes that is obvious just refer to my stand about this and you will know what's the facts behind.</p>
<p><b><i>When did you last hear from him?</i></b></p>
<p>I don't remember because there's no any business between me and him.</p>
<p><b><i>Thank you for the Interview</i></b></p>
<p><i>Thanks</i></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><div><i>-------------------------------------------</i></p>
<p><h3><a href="menu/news/datum/2010/01/28/darwins-nightmare-was-a-fake-a-report-from-tanzania/" title="Öffnet externen Link in neuem Fenster" class="external-link-new-window" ><span class="Apple-style-span">Darwin´s Nightmare was a fake - Part 1</span></a></h3></div></p>]]></content:encoded>
			<category>Diaspora-Afrika</category>
			<category>Österreich-Politik</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 16:59:00 +0100</pubDate>
			<enclosure url="http://www.afrikanet.info/uploads/media/Mgamba-1.jpg" length ="651888" type="image/jpeg" />
		</item>
		
		<item>
			<title>Darwin´s Nightmare was a fake - A report from Tanzania - Part 1</title>
			<link>http://www.afrikanet.info/menu/home/datum/2010/01/28/darwins-nightmare-was-a-fake-a-report-from-tanzania/</link>
			<description>Alles hat mit einem Artikel in der Zeitschrift &quot;Südwind&quot; begonnen. In diesem wird der österreichische Regisseur Hubert Sauper beschuldigt...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="align-justify">Alles hat mit einem Artikel in der Zeitschrift &quot;Südwind&quot; begonnen. In diesem wird der österreichische Regisseur Hubert Sauper beschuldigt den investigativen Journalisten Richard Mgamba ans Messer geliefert zu haben. Richard Mgamba hatte Hubert Sauper nie das Erlaubnis erteilt seine Identität im Film preis zu geben.&nbsp; Mgamba schreibt, dass dieselben Flugzeuge für Fisch und Waffen benutzt werden. Nur, dass die Waffen nicht mit dem Fisch bezahlt werden und alles nicht so einfach ist, wie Sauper es darstellt. Darwins Alptraum hat dem tansanischen Journalisten Alpträume bereitet. (Afrikanet.info )</p>
<p class="align-justify"><b><i></i></b></p>
<p class="align-justify"><b>Der Albtraum am Ort seines Ursprungs</b></p>
<p class="align-justify">Das Bild des Nachtwächters vor dem Fischereiinstitut in Mwanza, Tansania, ging um die Welt. Doch wie ist der Erfolg des Dokumentarfilms „Darwin’s Nightmare“ bei ihm und anderen Mitwirkenden angekommen? Eine Reportage von Lena Hörnlein.</p>
<p class="align-justify"><b><i></i></b></p>
<p class="align-justify">Eine Schlüsselfigur des Films ist Raphael Tukiko. Der 52-Jährige arbeitet als Wachposten bei „Tafiri“, dem Fischerei-Forschungsinstitut in Mwanza. Dort traf er 2003 auf den Filmregisseur Hubert Sauper, der ihn als Ortskundigen und Übersetzer engagierte. Im Film „Darwin’s Nightmare“ redet er bei Nacht vor dem Institutsgebäude stehend und mit Giftpfeil und Bogen bewaffnet über die Gefahren seiner Arbeit. Ein wenig merkwürdig wirkt er schon mit seinen steinzeitlichen Waffen und den geröteten Augen. Und bemitleidenswert, wie er für einen Hungerlohn seine Arbeit tut.</p>
<p class="align-justify">&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Ich erlebe ihn anders: Bei Sonnenschein und einer Zigarette sitzt er vergnügt vor dem Fischereiinstitut und plaudert mit Kollegen. Als ich erkläre, ich kenne ihn aus dem Kino, ist er zunächst misstrauisch. Doch als er merkt, dass ich keine Kamera dabei, dafür aber ein Jahr in Tansania gelebt habe und Kiswahili kann, wird er gesprächig: Den fertigen Film habe er nie gesehen. „Darwin’s Nightmare“ wurde im Fischereiinstitut gezeigt, doch: „Auf einem Aushang war angekündigt: Das ist der Film, in dem Raphael schlechte Dinge über Tansania erzählt! Aus Angst bin ich an diesem Tag nicht zur Arbeit gegangen.“</p>
<p class="align-justify">In einer Filmszene liest Raphael Tukiko einen Artikel aus der Zeitung „The East African“ vor, in dem der Journalist Richard Mgamba aus Mwanza einen Fall von illegalem Waffenhandel am Flughafen der Stadt aufdeckt. Nun erzählt der Angestellte, er habe wegen seiner Rolle im Film beinahe seinen Arbeitsplatz verloren. Der Wohnsitz von Tukiko und seiner Familie liegt – unerwartet idyllisch – mit Blick auf den Victoriasee, zwischen den für Mwanza typischen Felsen und grünen Wiesen. „Letztes Jahr wurde unser Haus demoliert“, erzählt der Gastgeber. „Wahrscheinlich, weil die Regierung hoffte, wir würden wegziehen und sie könnte unser Grundstück teuer verkaufen. Das kommt in letzter Zeit häufig vor.“ Kein Wunder, dass wohlhabende TansanierInnen in dieser Gegend gerne Luxus-Wohnsitze errichten. Doch die Familie habe sich nicht einschüchtern lassen und sei geblieben. Raphael Tukiko baute anstelle des zerstörten Hauses ein Lehmhaus für seine Kinder und seinen alten Vater. Er selbst schläft unter einem Wellblechdach. „Wir haben es nicht leicht. Aber irgendwie kommt man immer zurecht“, meint der Familienvater.</p>
<p class="align-justify"><b><i></i></b></p>
<p class="align-justify">Die Familie lädt zu Reis, Gemüse und frisch getrockneten Dagaa, einer Sardinenart, ein. Alle greifen zu, es wird geplaudert, und ich fühle mich sofort zu Hause. Hatte sich mir von Tukikos Auftreten in „Darwins Albtraum“ der Eindruck eines hilflosen Globalisierungsverlierers eingeprägt, sehe ich jetzt einen stolzen Gastgeber vor mir. Mit den negativen Nachwirkungen, die seine Mitarbeit an dem Film für ihn gehabt hat, scheint er gelassen umzugehen. Allerdings fragt er sich, so Tukiko, was sie ihm persönlich außer Schwierigkeiten gebracht habe.</p>
<p class="align-justify">Mwanza ist, anders als der Film erwarten lässt, eine der malerischsten und zugleich modernsten Städte Tansanias. In der geschäftigen Innenstadt verkaufen FischhändlerInnen Sato an Einheimische. Dieser Buntbarsch, auch Tilapia genannt, ist ein beliebtes Nahrungsmittel und viel schmackhafter als der fette Sangara – Nilbarsch – wie sie erklären. „Den sollen ruhig die Europäer essen“, meinen einige grinsend.</p>
<p class="align-justify">In der Stadt treffe ich Jonathan Nathanael, eine andere Hauptfigur in dem Film, der selbst gemalte Postkarten an TouristInnen verkauft. „Er ist gekommen und wieder gegangen. Geholfen hat er uns nicht“, so sein erster wütender Kommentar, als ich ihn auf Hubert Sauper anspreche. Erst ein holländischer Freund, der in Mwanza arbeitete, habe ihm ermöglicht, den Film zu sehen. „Mir erzählte Hubert, er würde für die Europäische Kommission arbeiten. Ich dachte, er mache einen Aufklärungsfilm für einige wichtige Leute aus Politik und Wirtschaft. Nie hätte ich geglaubt, dass mich tausende Europäer im Kino sehen“, beschwert Nathanael sich weiter. Auf meine Bitte hin zeigt er seine Fischpostkarten aus „Darwin’s Nightmare“: Kleine Männchen, die riesige Fische in den Bauch eines Flugzeuges tragen. Fische, die beim Fallen aus einem Flugzeug einen Weißen erschlagen, der vor einem Gebäude mit europäischer Flagge steht. Ein abgestürztes, brennendes Flugzeug mit der Überschrift „Darwin’s nightmare“. Wie kam er auf die Idee dieser Motive? „Durch Hubert. Er meinte, mal’ doch etwas mit Fischen und Flugzeugen.“ Und „Darwin’s nightmare“, was bedeutet das? „Ein Albtraum ist ein schlechter Traum“, erklärt Jonathan. „Darwin ist irgendein Europäer von früher. Wer genau, weiß ich auch nicht. Darwins Albtraum bedeutet eben, dass dieser Darwin schlecht träumt.“</p>
<p class="align-justify">Mit Fisch hat Jonathan so wenig zu tun wie jeder Maler, dem man aufträgt „etwas mit Fischen“ zu malen. Ob er sich gut verstanden habe mit dem Regisseur? „Nein.“, Jonathan lacht spöttisch. „Er hat uns doch alle hereingelegt.“ Seine Stimme verrät Enttäuschung. Wenn er gewusst hätte, dass das „so ein Film“ sei, für ein riesiges Publikum, er hätte nicht eingewilligt.</p>
<p class="align-justify">Richard Mgamba, Journalist für die tansanische Tageszeitung „The Citizen“, klärt mich über die zwei Fälle von illegalem Waffenhandel auf, die 2001 am Flughafen von Mwanza entdeckt worden waren. Er hatte damals dazu recherchiert und 2002 im East African darüber berichtet. Sein Artikel wird im Film zitiert und Mgamba ist in einer der letzten Szenen zu sehen, in der er die ausbeuterische Politik Europas gegenüber Afrika anprangert. Eine direkte Verbindung zwischen dem Handel mit Waffen und dem Export von Victoriabarsch bestehe aber nicht – anders als das DVD-Booklet behauptet, sei der Fisch nicht „ein beliebtes Zahlungsmittel für Waffen“. Es seien lediglich dieselben Flugzeuge.</p>
<p class="align-justify"><b><i></i></b></p>
<p class="align-justify">Der 34-jährige Tansanier, der in Kenia studiert hat, wurde bereits mehrmals wegen seiner Berichterstattung zu verschiedenen heiklen Themen ohne anschließenden Prozess verhaftet. Einmal recherchierte er zu einem angeblichen Sexskandal innerhalb der katholischen Kirche in Mwanza, ein anderes Mal zum unaufgeklärten Tod zweier Arbeiter in einer Fischfabrik. Auch jetzt bestätigt Mgamba, dass „Darwin’s Nightmare“ einige wichtige Probleme Tansanias thematisiere. „Zum Beispiel Aids. Mwanza ist wegen der europäischen Piloten ein ‚Hot spot‘: Überall, wo Männer nicht bei ihren Familien leben, wächst Prostitution und damit HIV.“</p>
<p class="align-justify">Viel Positives findet Mgamba jedoch nicht an Saupers Werk. Wegen seiner im Film gezeigten Stellungnahme zu illegalen Waffentransporten habe der Journalist große Probleme mit den örtlichen Behörden bekommen. Laut Mgamba trage Sauper dafür Verantwortung: Er selbst habe dem Regisseur ausdrücklich aufgetragen, seine Identität nicht preiszugeben. Da Sauper dies aber getan habe, müsse er nun um Ruf und Arbeit fürchten. „Während er den Ruhm absahnt, trage ich für ihn das Kreuz,“ bemerkt Mgamba bitter.</p>
<p class="align-justify"><b><i></i></b></p>
<p class="align-justify">Ende Juli 2006 machte der tansanische Präsident Jakaya Kikwete bei einem Besuch in Mwanza „Darwin’s Albtraum“ zum Thema seiner monatlichen Fernsehansprache. Der Film sei eine „komplette Lüge über Tansania und seine Fischindustrie“. Kikwete wies besonders das vom Film suggerierte Bild zurück, den TansanierInnen bliebe nichts anderes als Fischköpfe und Gräten, da die guten Filets exportiert würden. Außerdem sei Mwanza kein Waffenumschlagplatz. Hubert Sauper versuche mit seinem Film, Tansanias guten Ruf in der Welt zu schädigen (s. auch SWM 10/2006, S. 8).</p>
<p class="align-justify">Mit dieser Polemik löste Kikwete eine hitzige Debatte aus. Alle großen tansanischen Zeitungen berichteten über den „filamu ya mapanki“, den Fischgräten-Film. Die meisten TansanierInnen haben so wohl überhaupt das erste Mal von „Darwin’s Nightmare“ gehört. Am 5. August des Vorjahres organisierte die Regierungspartei CCM (Partei der Revolution) in Mwanza eine Demonstration gegen den Film. Die Mitwirkenden wurden beschuldigt, als Marionetten für den Europäer gearbeitet zu haben. DemonstrantInnen forderten, Richard Mgamba die Staatsbürgerschaft zu entziehen, wie er berichtet.</p>
<p class="align-justify"><b><i></i></b></p>
<p class="align-justify">Da Sauper (Bild) laut Mgamba voreingenommen, mit einer „hidden agenda“, gekommen sei und nicht die afrikanische Wirklichkeit zeige, plant der Journalist eine Gegendarstellung in Form eines Films, für den er noch einen Produzenten sucht. Vorläufiger Titel ist „In the Footsteps of Darwin’s Nightmare“, ein Teil des Films sei schon abgedreht. Er soll das Thema aus tansanischer Sicht beleuchten – dafür ist es, wie Mgamba sagt, höchste Zeit.</p>
<p class="align-justify"><b><i></i></b></p>
<p class="align-justify"><b>-----------</b></p>
<p class="align-justify"><b>*Lena Hörnlein studiert Volkswirtschaft in Bayreuth und hat während eines in Tansania geleisteten Freiwilligen Ökologischen Jahres im Juli 2006 Mwanza besucht. Dieser Text erschien im Südwind Magazin N° 2/2007 von Februar 2007</b><b>&nbsp;</b></p>
<p class="align-justify"><b><i>----------</i></b></p>
<p class="align-justify"><b><i></i></b></p>
<p class="align-justify"><b><i></i></b></p>
<p class="align-justify"><b><i></i></b></p>
<p class="align-justify"><b><i>Unsere Fragen an Hubert Sauper diesbezüglich blieben bis heute nicht offiziell beantwortet.</i></b></p>
<p class="align-justify"><b><i></i></b></p>
<p class="align-justify"><i>1- Der Hauptdarsteller &quot;Jonathan Nathanael&quot; der in ihrem Film Postkarten mahlt und verkauft sagt Sie hätten sich als Mitglied des EU Parlaments angegeben und Sie hätten ihn auch nicht gesagt der Film sei für ein Massenpublikum. Was antworten Sie dazu?</i></p>
<p class="align-justify"><i></i></p>
<p class="align-justify"><i>2- Wie erklären Sie, dass alle Hauptdarsteller&nbsp; in ihrem Film keine Kopie des Filmes erhalten haben?&nbsp;</i></p>
<p class="align-justify"><i></i></p>
<p class="align-justify"><i>3- Einen zweiten Vorwurf kommt vom Journalisten und Aufdecker Richard Mgamba. Wegen seiner kritischen Äusserung in ihrem Film hat er grosse Probleme bekommen. In diesem Artikel betont er, dass er Ihnen gebeten hat seine Identität nicht preiszugeben. Stimmt diese Aussage? Wenn ja was sagen Sie dazu?</i></p>
<p class="align-justify"><i></i></p>
<p class="align-justify"><i>4- Richard Mgamba trage für Sie heute das Kreuz während Sie den Ruhm geniessen. Haben Sie etwas dazu zu sagen?</i></p>
<p class="align-justify"><i></i></p>
<p class="align-justify"><i>5- Wie geht´s Richard Mgamba heute?</i></p>
<p class="align-justify"><i></i></p>
<p class="align-justify"><i>6-Danke im voraus</i></p>
<p class="align-justify">-----------------------------------------</p>
<h3><a href="menu/news/datum/2010/01/28/darwins-nightmare-was-a-fake-part-2-interview-with-richard-mgamba/" ><span class="Apple-style-span">Darwin´s Nightmare was a fake - Part 2</span></a></h3>]]></content:encoded>
			<category>Diaspora-Afrika</category>
			<category>Österreich-Politik</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 16:02:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Mittelafrika: Finanzmärkte rücken zusammen  </title>
			<link>http://www.afrikanet.info/menu/home/datum/2010/01/27/mittelafrika-finanzmaerkte-ruecken-zusammen/</link>
			<description>Anlässlich  Ihres Treffens vom 15. bis zum 17. Januar 2010 in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, haben die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="align-justify"><i>Anlässlich &nbsp;Ihres Treffens vom 15. bis zum 17. Januar 2010 in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, haben die Staatsoberhäupter der Länder der „ Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft Mittelafrikas“ den „ Ausschuss zur Aufsicht des Finanzmarktes Mittelafrikas“ damit beauftragt, die Harmonisierung der „DSX“ und der „WBMA“ voranzutreiben und zu verwirklichen. Die „DSX“ wurde von den kamerunischen Behörden gegründet, weil dem „Kleinen Afrika“ den Sitz der regionalen„WBMA“ nicht zugeteilt wurde. </i>&nbsp;&nbsp;</p>
<p><div class="align-justify">-----</p>
<p>Bislang sind die „DSX“ und die „WBMA“ &nbsp;Rivalinnen gewesen. Diese Situation soll sich indes in absehbarer Zeit ändern. Die beiden Börsenplätze wollen in Zukunft miteinander zusammenarbeiten, zumindest den Teilnehmern an beiden Finanzmärkten dieselben Spielregeln &nbsp;stellen. Nachdem &nbsp;Alexandre Gandou, der Vorsitzende der Regulierungsbehörde des Finanzmarktes Mittelafrikas, vor den Staatschefs Idriss Deby (Tschad), Paul Biya ( Kamerun), François Bozize ( Zentralafrikanische Republik), &nbsp;Ali Bongo ( Gabun) und Theodoro Obiang Nguema ( Spanisch-Guinea oder Äquatorialguinea) über den Zustand und die Tätigkeiten des Finanzmarktes Mittelafrikas referierte hatte, wurde die Regulierungsbehörde, die er leitet, damit betraut, &nbsp;gemeinsame, identische und ähnliche juristische Rahmenbedingungen und Spielregeln für alle Marktteilnehmer an der &nbsp;„DSX“ und an der „WBMA“ auszugestalten.&nbsp;</div></p>
<p class="align-justify">Es gibt eigentlich zwei Börsenplätze innert der „Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft Mittelafrikas“: In Douala, der Wirtschaftshauptstadt Kameruns, hat die nationale und kamerunische Börse ihren Sitz. In Libreville (Gabun) wurde die regionale „WBMA“ angesiedelt, weil die anderen Mitgliedsstaaten der „Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft Mittelafrikas“ Kamerun schlicht und einfach foppen wollten. Die meisten Kapazitäten der Wirtschafts- und Finanzwelt, welche sich mit der Wirtschaft der afrikanischen Länder beschäftigen, sind sich hingegen darüber einig gewesen, dass Kamerun den Sitz der regionalen Wertpapierbörse verdient hätte, weil Kamerun die Wirtschaftslokomotive und das bevölkerungsstärkste Land Mittelafrikas ist. Obendrein verfügt das „Kleine Afrika“ über ein umfangreiches Wirtschaftspotential.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Als Reaktion auf diese „ungerechte Behandlung“ nahmen sich die kamerunischen Behörden vor, einen eigenen Börsenplatz in der Wirtschaftshauptstadt Douala Anfang des ersten Jahrzehnts dieses neuen Jahrhunderts ins Leben zu rufen. Seit der Eröffnung des Handels an der regionalen „WBMA“ von Libreville, Gabun, im Jahre 2008 konkurrieren die beiden Börsenplätze miteinander. Um diesen geringfügigen Wirrwarr zu beheben, haben sich jetzt die Mittelafrikaner entschlossen, wenigstens ein friedliches Nebeneinander der beiden Börsenplätze zu ermöglichen. &nbsp;&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Neulich hat &nbsp;Alexandre Gandou, Vorsitzender des Gremiums zur Aufsicht des Finanzmarktes Mittelafrikas, erklärt : « Das Zusammenrücken der beiden Finanzmärkte rührt daher, dass davon ausgegangen wird, dass zwei Finanzmärkte im Wirtschaftsraum der „Wirtschafts- &nbsp;und Währungsgemeinschaft Mittelafrikas“ nebeneinander mit dem Bedeuten bestehen, dass ihre Funktionsweise denselben Spielregeln so unterzogen wird, dass Verkäufer und Käufer nicht auf verschiedene Regelungen stoßen. Es geht darum, für eine reibungslose Funktionsweise der beiden Finanzmärkte desselben Wirtschaftsraums zu sorgen sowie Zusatzkosten und jedwedes juristische Risiko auszuräumen.“&nbsp;</p>
<p class="align-justify">In vielen Ländern Afrikas gibt es gleichwohl vielmehr nationale Börsenplätze. So haben die Tunesier ihre „ Börse von Tunis“ und die Algerier die „Börse von Algier“. &nbsp;Die Südafrikaner besitzen die „ Johannesburg Stock Exchange“ und die „Bond Exchange of South Africa“ u.a., die Ugander die „Uganda Securities Exchange“, die Nigerianer die „Nigerian Stock Exchange“. &nbsp;Die Namibier haben ihre „ Namibian Stock Exchange“ und die Ägypter die „ Cairo and Alexandria Stock Exchange“. Einen regionalen Börsenplatz findet man nur noch in Westafrika, wo die „Regionale Wertpapierbörse“ (Westafrika) ihren Sitz in Abidjan, Elfenbeinküste, hat. Die Erkenntnis, die sich infolgedessen aufdrängt, ist, dass regionale Börsenplätze vor allem in französischsprachigen Ländern Afrikas vorzufinden bzw. anzutreffen sind. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Es wird zurzeit nicht ausgeschlossen, dass die „DSX“ und die „WBMA“ in naher Zukunft miteinander verschmelzen. Sollte die Verschmelzung irgendwann mal tatsächlich unter Dach und Fach gebracht werden, so könnte man am Golf von Guinea den derzeitigen Sitz der „WBMA“ nach Douala, Kamerun, verlagern. Die Aufsichtsbehörde des Finanzmarktes Mittelafrikas würde aber ihren Sitz in Libreville, Gabun, beibehalten. Gegen Ende des ersten Jahrzehnts dieses neuen Jahrhunderts – eigentlich am 13. August 2008 – begann der Handel an der „Wertpapierbörse Mittelafrikas“ (WBMA) in Libreville. Die „DSX“ wurde im Jahre 2001 ins Leben gerufen. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Entgegen den meisten anderen Börsenplätzen auf dem Kontinent stecken die „DSX“ und die „WBMA“ noch in den Kinderschuhen und können lediglich als angehende Börsenplätze angesehen werden, da sie noch nicht reif sind. Auf dem ganzen afrikanischen Weltteil gibt es über 20 Börsenplätze für 53 Länder und mehr als 900 Millionen Menschen.</p>]]></content:encoded>
			<category>Diaspora-Afrika</category>
			
			
			<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 08:49:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Othello, das N-Wort und die Qualitätsprintmedien</title>
			<link>http://www.afrikanet.info/menu/home/datum/2010/01/24/othello-das-n-wort-und-die-oesterreichische-qualitaetsprintmedien/</link>
			<description>Für eine reflektierte und differenzierte Wortwahl in den Redaktionen österreichischer Medien.

-------------------------------
Die...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<h3><i>Für eine reflektierte und differenzierte Wortwahl in den Redaktionen österreichischer Medien.</i></h3>
<h4>&nbsp;</h4>
<p>-------------------------------</p>
<p>Die österreichischen&nbsp;Qualitätszeitungen &quot;Der Standard&quot; und &quot;Die Presse&quot; lieferten uns diese Woche Inhalte mit rassistischen Konnotationen gegenüber Schwarzen. Was Boulevardmedien wie die Kronenzeitung am Anfang dieses Jahres noch nicht geschafft haben.</p>
<p>-------------------------------</p>
<p class="align-justify">Wie kommt es, dass in einer Tageszeitung, die sich als Qualitätsmedium - Der Standard -&nbsp;bezeichnet, das N-Wort im Kulturteil Bestandteil einer Headline eines wenig gehaltvollen Artikels ist?</p>
<p class="align-justify">Wie kommt es, dass Inhaltslosigkeit und aufgeblasene Stammtischpsychologie als „Alphabet der Orientierung“ präsentiert werden?</p>
<p class="align-justify">Es handelt sich um einen Wegweiser für das zukünftige Publikum der jüngsten Inszenierung von Othello im Akademietheater.</p>
<p class="align-justify">Damit es wirklich jeder verstehen kann, werden die Interpretationen der Figuren mehr oder weniger alphabetisch geordnet.</p>
<p class="align-justify">Die Figur Othello wird als „hässlich“, zweifelhaft, schwach, schlicht „minderwertig“ charakterisiert.</p>
<p class="align-justify">Diese Konnotationen sind mindestens so alt wie die strapazierte alphabetische Methode.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Auch eine andere Tageszeitung, die mit der Kürung zur besten Redaktion des Jahres 2009 - Die Presse -&nbsp;wirbt, strapaziert Zuschreibungen in einer ebenso gehaltlosen Headline. Hier wird John Lennon frei übersetzt - das N-Wort in direktem Zusammenhang mit der gesellschaftspolitischen Stellung der Frauen. Frisch und flockig wird die Interpretation des Regisseurs der Othello-Inszenierung fortgeschrieben. In diesem Artikel ist Othello „pechkohlrabenschwarz“ – ein Superlativ der besonderen Art. Und selbstverständlich ist er nur scheinbar integriert.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Shakespeare war wohl kein Kämpfer gegen Rassismus und Xenophobie, doch die Mechanismen und Auswirkungen von rassistischen Ambitionen hat er auf den Punkt gebracht. Auch wenn die gegenwärtige Inszenierung im Akademietheater partout nicht als Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus betrachtet werden will, dieses Stück ist vor allem ein Drama über Rassismus.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Ebenso dramatisch ist die inflationäre Verwendung des N-Worts in manchen Medien. Auch auf die Fahnen gehefteter Qualitätsjournalismus macht nicht Halt vor ignoranter Wortwahl.</p>
<p class="align-justify">Die allerorts beliebte Argumentation des nicht Gemeinten, aber Gesagten oder Geschriebenen bildet nicht nur die Spitze des Zynismus, sie zeigt die um sich greifende Stumpfheit in all ihrer Bedingungslosigkeit.</p>
<p class="align-justify">Eine Diffamierung ist eine Diffamierung! Rassistische Diskriminierung eine bittere Realität. Wir plädieren für eine Kultur einer reflektierten und differenzierten Wortwahl in den Redaktionen der österreichischen Medien.</p>]]></content:encoded>
			<category>Medien-Print</category>
			<category>Österreich-Gesellschaft</category>
			
			
			<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 12:09:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Afrikas Wirtschaft und das asiatische Modell </title>
			<link>http://www.afrikanet.info/menu/home/datum/2010/01/21/afrikas-wirtschaft-und-das-asiatische-modell-beispiel-am-golf-von-guinea/</link>
			<description>Am Golf von Guinea sagt die landläufige Meinung mitunter: „Uneinsichtige Nachahmerei ist zumeist schädlich“. Unsere Pappenheimer in Afrika schnappen...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="align-justify"><b>Am Golf von Guinea sagt die landläufige Meinung mitunter: „Uneinsichtige Nachahmerei ist zumeist schädlich“. Unsere Pappenheimer in Afrika schnappen seit überschlägig</b><b>&nbsp;</b><b>drei Jahrfünften&nbsp; auf, dass die Länder Asiens&nbsp; auf dem Gebiet der wirtschaftlichen&nbsp; Selbstverwirklichung&nbsp; Afrika abgehängt haben. Deswegen ist den Machthabern am Golf von Guinea neulich ein neuer Fimmel eingefallen. Spätestens im Jahre 2025 wollen sie auch diesmal&nbsp; „Schwellenländer“ werden. Das können sie eigentlich schaffen, wenn sie es nur ernst meinen. &nbsp;</b>&nbsp;</p>
<p class="align-justify">So hat sich beispielsweise die „Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft Mittelafrikas“, die sich aus Äquatorialguinea, Kamerun, Tschad, Gabun, der Zentralafrikanischen Republik und Kongo (Brazzaville) zusammensetzt, das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 aus diesen Ländern Schwellenländer zu machen. Der gegenwärtige Staatspräsident von Gabun, Ali Bongo, hatte nach dem Tod seines Vaters verheißen, dass&nbsp; er Gabun unter seiner Präsidentschaft&nbsp; in Bälde in ein Schwellenland verwandeln würde. Und er zieht momentan auch alle Register, um sein Versprechen einzulösen; vor kurzem wurde der Mindestlohn aufgewertet. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Es ist in der Tat allenthalben bekannt, dass die Länder am Golf von Guinea über viele natürliche Ressourcen und Bodenschätze verfügen. Von Angola über Kongo (Brazzaville), Gabun, Spanisch-Guinea (Äquatorialguinea), Kamerun bis nach Nigeria fließt Öl in Hülle und Fülle.&nbsp; Ghana wird sich voraussichtlich von nächstem Jahr an sogar den Ölexportländern anschließen; in&nbsp; Ghana wurden Ölvorkommen in den Jahren 2007 und 2009 entdeckt. Seit Jahren sprudelt Öl in Äquatorialguinea. Kamerun strotzt von natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen wie Öl, Erdgas, Bauxit, Gold, Diamanten, Kakao, Kaffee, Baumwolle, Regenwäldern, Flüssen usw. Das Kleine Afrika hat ca. 18 Millionen Einwohner. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Nigeria beabsichtigt,&nbsp; bis 2020 zu den zwanzig&nbsp; leistungsfähigsten Wirtschaften der Welt zu stoßen; Nigeria hat bekanntlich über 130 Millionen Einwohner. Religiöse Wirren stellen jedoch das Hauptrisiko in diesem bevölkerungsreichsten Land Afrikas.&nbsp;&nbsp; &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Letztlich sind diese Länder wirklich im Stande, sich emporzuarbeiten, um in fünfzehn Jahren Schwellenländer zu werden. Ihr Wille, unbedingt den Weg der ostasiatischen Länder zu beschreiten, ist gleichwohl problematisch.&nbsp; Obgleich dem „Asiatischen Modell“ etwas Bewunderung gezollt werden&nbsp; soll, muss man dasselbe nicht unbedingt blindlings übernehmen. &nbsp;</p>
<p class="align-justify"><b><i>Das „Asiatische Modell“ weist folglich etliche Schwächen auf.</i></b>&nbsp;</p>
<p class="align-justify">In Indien und in China gibt es keinen flächendeckenden Wohlstand, wenngleich es nicht unter den Teppich gekehrt werden kann, dass die Lebensbedingungen von gewissen Bevölkerungsschichten dieser beiden Länder verbessert worden sind. In manchen ostasiatischen Ländern sind indes die Löhne der emsigen Arbeiter und Arbeiterinnen sehr niedrig. Wer würde schon für niedrige Löhne in afrikanischen Ländern werben? Wir vertreten die Ansicht, dass kein gesund denkender Mensch für Elendslöhne eintreten kann. Das „Asiatische Modell“ weist folglich etliche Schwächen auf.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Im Übrigen ist das „Asiatische Modell“ durch die Herstellung von Industrieerzeugnissen gekennzeichnet. Das soll mit sich bringen, dass die afrikanischen Länder auch die Forschung und die wirtschaftliche Auswertung von Erfindungen bzw. Endeckungen und die Industrialisierung fördern müssen, wenn sie das neue Ziel erreichen wollen. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">In vielen afrikanischen Ländern besteht überdies das Problem der Wertschöpfung in Organisationen. Es ist in den letzten Jahrzehnten festgestellt worden, dass viele Führungskräfte in manchen afrikanischen Ländern immer darauf bedacht sind, sich die Taschen mit öffentlichem Kies vollzustopfen, anstatt ihre Organisationen effizient zu verwalten und zu bewirtschaften. Das ist zum Beispiel der Fall in Kamerun, wo viele Führungskräfte – darunter gibt es einen ehemaligen Hochschullehrer ( der sich in Deutschland habilitierte), &nbsp; Hochschulabsolventen, Ingenieure – seit einiger Zeit hinter schwedische Gardinen gesteckt werden, weil sie sich als untüchtig und unfähig erwiesen haben, den Unterschied zwischen privatem und öffentlichem Geld zu machen. Kurzum: Sie haben die öffentlichen Gelder unterschlagen. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Deswegen ist auch kein Erfolg mit der von Dambisa Moyo in ihrem Buch <b>„Dead Aid“</b> empfohlenen Finanzierung der Entwicklung Afrikas durch die internationalen Finanzmärkte gewährleistet, denn diese Gelder können stets von&nbsp; ausgebufften Ganoven entwendet, veruntreut oder kläglich und ineffizient bewirtschaftet werden. Ergo: Nur die unumgängliche Veränderung des Verhaltens der Machthaber, der Führungskräfte, der Hochschulabsolventen und der Intelligenzler in afrikanischen Staaten bildet den Schlüssel zum nachhaltigen Entfaltungsprozess innerhalb Afrikas. Nur neue ethische Sitten und Gebräuche vermögen darüber hinaus, das vielfältige Potential der meisten Länder Afrikas freizusetzen und diesem Erdteil zur flächendeckenden Blüte zu verhelfen. Die große Masse in Afrika ist größtenteils sehr schaffig, emsig und bereit, mitzumachen. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Moyo, die Wirtschaftswissenschaftlerin aus Sambia, war in einem Radiogespräch im Jahre 2008 redlich genug, um zuzugeben, dass ihre Reflexionen nicht notwendigerweise hieb- und stichfest sind, da diese Überlegungen lediglich vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Perspektive angestellt worden waren. In Wahrheit ist ihre These mit Unzulänglichkeiten behaftet, denn ihre Überlegungen tangieren beispielshalber kaum den soziologischen Aspekt und die geschichtliche Dimension der afrikanischen Gesellschaften. Moyo gesteht sonach implizit, dass sie über eine begrenzte Rationalität verfügt. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Nun aber wissen wir mit Herbert Simon, dass es Entscheidungsträgern schwer fällt, richtige Lösungen zu politischen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen herauszuarbeiten, weil sie zumeist Fachleute und Technokraten sind, die mit einer beschränkten Rationalität ausgestattet und mithin nicht im Stande sind, optimale Entscheidungen zu treffen. Eine Lösung oder Entscheidung, die nicht mehrere bedeutende Parameter berücksichtigt, läuft Gefahr, nicht holistisch zu sein und somit ihr Ziel zu verfehlen -- oder nicht zu verfangen. &nbsp;</p>
<p class="align-justify"><b><i>Es gibt aber viele rationale und schaffige Menschen in Afrika.</i></b>&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Axelle Kabou hat sich wenigstens dem soziologischen Aspekt und der geschichtlichen Dimension in ihrem Buch „Et Si l´Afrique Refusait le Développement?“ (1)&nbsp;– zu Deustch: „Afrikas Abneigung gegen jegliche Entwicklung“; diese Übersetzung ist von mir – gewidmet. Sie pauschaliert aber, wenn sie behauptet, dass Afrika trotz der vielen natürlichen Ressourcen und Bodenschätze sich nicht entwickeln will, weil&nbsp; es ein Rationalitätsdefizit in Afrika gäbe. Es gibt aber viele rationale und schaffige Menschen in Afrika.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Das Problem im Buch Kabous ist, dass sie dem Leser nicht ganz genau erklärt, was sie unter „Rationalität“ versteht. Sie legt zudem ähnlich Cheikh Anta Diop, der sich die ehemalige Sowjetunion als Muster und Vorbild für einen panafrikanischen Staat nahm und den Kabou unkritisch anführt, nahe, dass sich Afrika erst nach der Bildung eines alle Länder des Kontinents umfassenden Staates entwickeln kann. Das bedeutet, dass sie keine beweiskräftigen Überlegungen zu der Selbstverwirklichung der einzelnen Staaten Afrikas in ihrem Buch anstellt.&nbsp;</p>
<p class="align-justify">Jeder, der das Tagesgeschehen der Länder Afrikas ventiliert, ist dessen eingedenk, dass Botswana ein beachtliches Wohlstandsniveau erreicht hat und in den Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts hohe Wachstumsraten häufig vorwies. Kabou scheint zu vergessen, dass die breite Masse in Afrika in der Regel fleißig ist und sehr oft eher von manchen Entscheidungsträgern, Führungskräften und Machthabern im Stich gelassen und enttäuscht wird. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Abgesehen von diesen Schwächen, sind die Überlegungen Kabous gleichwohl noch aktuell und relevant. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">Die Länder des afrikanischen Golfes von Guinea können sich binnen zwei Jahrfünften nur rasch entfalten, wenn die&nbsp; Machthaber, Entscheidungsträger und Führungskräfte in diesen Ländern ein ethisches Verhalten annehmen, auch fleißig werden wie die kleinen Leute und die&nbsp; letzteren nicht daran hindern, zu zeigen, wes Geistes Kinder sie sind. Im Jahre 2025 wird es viele Schwellenländer am afrikanischen Golf von Guinea geben – vorausgesetzt, dass meine Pappenheimer diese neue Schrulle im Auge behalten und Tag und Nacht unermüdlich darauf&nbsp; hinarbeiten. &nbsp;</p>
<p class="align-justify">---------------</p>
<p class="align-justify">(1) Erschienen beim Lenos Pocket&nbsp;unter dem Titel&nbsp;</p>
<h4>Weder arm noch ohnmächtig: Eine Streitschrift gegen schwarze Eliten und weisse Helfer</h4>
<h5 class="parseasinTitle align-justify" style="color: rgb(0, 0, 0); font-family: Arial, Helvetica, sans-serif; font-size: 1.7em; font-weight: normal; margin-bottom: 0px; margin-top: 0px; "><p></p></h5>]]></content:encoded>
			<category>Diaspora-Afrika</category>
			
			
			<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 22:45:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
	</channel>
</rss>