Kategorie: Diaspora-EU
Deutsche Wehrmacht ermordete afrikanische Soldaten
Deutscher Historiker, Raffael Scheck: "Allein vom 10. Mai bis 25. Juni 1940 sterben 3 000 Schwarzafrikaner durch die Hand deutscher Soldaten – aufgehetzt von Hitlers Propaganda-Maschinerie."
Berlin - Die Legende vom "sauberen Krieg" der Wehrmacht an der Westfront – sie hielt sich bis vor wenigen Jahren. Immer grausigere Details über den Frankreich-Feldzug kommen erst heute ans Licht. Ein US-Historiker enthüllt, wie die Nazis in blutigen Massakern tausende Schwarzafrikaner abschlachteten. Rekrutiert aus den Kolonien für den Kampf ums "Mutterland".
Das Grauen beginnt mit der Offensive der Deutschen am 5. Juni 1940: Um den Einmarsch nach Paris zu verhindern, baut Frankreich an der Somme eine Verteidigungslinie auf. Dafür holt Frankreich 100 000 Menschen aus seinen Kolonialgebieten Französisch-Westafrikas. Senegal-Schützen ziehen in den Krieg um Paris, 20 000 von ihnen in den sicheren Tod.
In Kriegsberichten fand der US-Historiker Raffael Scheck (Bild) Schilderungen bestialischer Massaker der Wehrmacht an den Kolonial-Soldaten. Tatort Erquinvillers: In der Nacht vom 8. zum 9. Juni 1940 kesseln deutsche Verbände Dörfer südlich von Amiens ein, eröffnen das Feuer. Die Franzosen müssen sich ergeben. Was dann geschieht, lässt selbst dem kriegserprobten Offizier Amadée Fabre das Blut in den Adern gefrieren. "Nach der Gefangennahme stürzten sich die Deutschen auf die Senegalesen, erstachen sie mit Bajonetten", schreibt er. "Als ich protestierte, sagte ein Deutscher: ,Das sind doch nur Wilde.'" Weiße dagegen blieben als Kriegsgefangene verschont. Sie mussten zusehen, wie 600 Senegalesen getötet wurden.
Die bestialischen Morde wiederholen sich: Bei der Jagd nach afrikanischen Soldaten machen die Deutschen keine Gefangenen. Hunderte sterben bei Amiens, vor Lyon am 19./20. Juni selbst nach der Bitte Frankreichs um Waffenstillstand. Um die Morde zu vertuschen, bezichtigen die Nazis Kolonial-Soldaten in einem Papier des Mordes an Zivilisten. Doch Präfekt Jean Moulin verweigert die Unterschrift selbst unter Folter.
Allein vom 10. Mai bis 25. Juni 1940 sterben 3 000 Schwarzafrikaner durch die Hand deutscher Soldaten – aufgehetzt von Hitlers Propaganda-Maschinerie. In einer groß angelegten Hetzkampagne baute Propaganda-Chef Joseph Goebbels Schwarze als Feindbild auf, damit das Volk von Wut und Hass gegen Paris erfüllt ist. "Frankreich lässt wieder die schwarzen Bestien aus dem Urwald auf uns los", hetzte der "Völkische Beobachter". Er erinnerte damit an die "Schwarze Schmach" bei den Aufständen in den deutschen Kolonien Südwest- und Ostafrika (1904-07). Gräuelgeschichten über schwarze Rebellen wurden damals gestreut, die Deutschen "Ohren und Köpfe abschnitten". Ziel war es, die radikale Unterdrückung durch die kaiserliche Armee zu rechtfertigen, die ganze Volksgruppen auslöschte.
Ein Afrikanet Interview von Raffael Scheck folgt demnächst
Raffael Scheck
Hitler's African Victims
The German Army Massacres of 1940
Hardback, March 2006
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Quellen: BERLINONLINE



