Datum: 09.01.09 14:11
Kategorie: Diaspora-Afrika

Von: Afriaknet.info

Homosexualität in Afrika - Südafrika am tolerantesten

Auch im alten Ägypten

Recherchen in vielen afrikanischen Ländern ergeben eine Vielzahl an Gesellschaften, in denen Homosexualität zum Alltag gehört und durchaus akzeptiert wird. Doch von Staats wegen ist Homosexualität in Afrika fast durchwegs verboten, und ihre Lobby sowie die Einzelnen sind Repressionen ausgesetzt. Das südafrikanische Parlament hat am 14.11.2006 mit überwältigender Mehrheit für die Legalisierung der Homo-Ehe gestimmt. 230 Abgeordnete votierten für das "Civil Unions Bill", 41 dagegen. 

In Kenia dürfen Frauen der ethnischen Gruppe der Nandi heiraten. In Lesotho existiert die "Mummy-Baby" Beziehung Frauen, deren Männer weit entfernt und für längere Zeit arbeiten, nehmen eine jüngere als Frau. Dieselbe Beziehung gibt es auch im Norden des muslimischen Nigeria, wo die "Yan Dauda" - Tradition unter den Männern existiert. Transvestitische Traditionen gibt es zum Beispiel in der Gemeinschaft der Woubis in der Elfenbeinküste und bei den Kitesha in der Zentralafrikanischen Republik.

Dieses homosexuelle Verhalten hat in traditionellen afrikanischen Gesellschaften einen guten Ruf gehabt. Als sich in den 90-er Jahren des demokratischen Booms in verschiedenen afrikanischen Ländern jedoch homosexuelle Bewegungen versuchten zu organisieren, stießen sie immer wieder auf Gesetze und Verfassungen, die ihnen das Leben schwer machten. Bemerkenswert ist dabei, dass Verfassungen gegen afrikanische Homosexuelle ein Erbe der kolonialen Vergangenheit sind.

Auch einige bekannte Politiker wie der namibische Präsident Sam Nujoma und Robert Mugabe aus Simbabwe untermauern immer die Idee, dass Homosexualität nicht natürlich, nicht afrikanisch, sondern westlich ist.

Einer der Gründe, weshalb Homosexualität in Afrika nun mehr offiziell als andersartig - abartig - verstanden wird, ist die Tabuisierung der Sexualität im allgemeinen. Dies ist auch mit einem Grund für die rapide Ausbreitung der AIDS-Seuche. Über Sex wird sehr wenig geredet, und am allerwenigsten in den Familien - wo umgekehrt die Kinder die Voraussetzungen ihrer Weitsicht zu entwickeln beginnen. 

Trotz des Tabus organisieren sich immer mehr Homosexuelle in afrikanischen Städten wie Abidjan, Accra, Duala, Kairo, Dakar, Nairobi, Harare. Aber im Untergrund. Nur Mutige können in der Öffentlichkeit auftreten. Johannesburg ist inzwischen zu einem Mekka der Homosexuellen geworden. Das Land Nelson Mandelas war das erste der Welt, das im Jahre 1996 in der Verfassung jede Diskriminierung von Homosexualität gesetzlich verurteilte. Ein seltenes Beispiel. In Südafrika gibt es sogar eine Kirche, die sich ausschließlich um die Homosexuellen kümmert. Am 14. November 2006 wird das Land Mandelas das erste in Afrika und fünfte weltweit, dass ein Gesetz verabschiedet, dass es zwei gleichgeschlechtlichen Partnern ermöglicht zu heiraten.

Inzwischen sind aber viele afrikanische Staaten - auch auf internationalen Druck hin - eher bereit, das gleiche Recht der Homosexuellen anzuerkennen. Aber der Weg ist noch sehr lang. Auch heuer wurden Menschen in manchen Ländern Afrikas von Behördenvertretern misshandelt, nur weil sie homosexuell sind.

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