Datum: 26.05.09 16:26
Kategorie: Österreich-Wirtschaft, Diaspora-Afrika

Von: WKO

Mali als Chance für österreichische Textilindustrie

Matznetter und Toumani Touré (c)WKO

Wien, 26.5.2009 - „Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen unsere wichtigsten Handelpartner mit Problemen zu kämpfen haben, gilt es, den Blick der österreichischen Unternehmen für neue, zukunftsträchtige Märkte zu schärfen“, betonte Christoph Matznetter, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) am Dienstag anlässlich des offiziellen Besuches des malischen Staatspräsidenten Amadou Toumani Touré im Haus der Wirtschaft.

Künftig unabhängig von der Landwirtschaft

Auch wenn die Republik Mali statistisch betrachtet zu den ärmsten Ländern der Welt zählt, hat sie in den vergangenen Jahren einen bedeutenden Aufschwung genommen und ihre wirtschaftliche Performance wesentlich verbessert. Zusätzlich zu den reichen Goldvorkommen sollen in naher Zukunft die vermuteten Ölvorkommen helfen, die Abhängigkeit von der Landwirtschaft und damit von unkontrollierbaren Wetterbedingungen zu vermindern.

Die mittelfristigen Wachstumsraten von über 6 Prozent liegen deutlich über dem Bevölkerungswachstum, was sowohl Chancen für Investitionen in die Infrastruktur als auch für die Erhöhung der Kaufkraft der Bevölkerung ergibt. Das Land biete, so der WKÖ-Vizepräsident, interessante Möglichkeiten, sei doch seine Bonität besser als etwa jene einiger Länder des Westbalkans.

Chancen für österreichische Textilindustrie

Der Ausbau des Nigers, eines der großen Ströme Afrikas, würde die Energieversorgung und die Transportinfrastruktur des Landes wesentlich verbessern. Hier sieht Matznetter Chancen für die österreichische Exportwirtschaft, die bisherigen Lieferungen, die vor allem aus der Textilindustrie kommen, stark auszuweiten. Vorarlberger Damaste, die bei der Herstellung des traditionellen malischen Festtaggewandes, des „boubou“, Verwendung finden, machen bislang rund 80 Prozent der jährlichen Exporte aus. Letzere betragen für das Jahr 2008 rund 10 Mio. Euro.

Ausbildung für malische Jugend vordergründig

Besonders erfreut zeigte sich Matznetter über die Unterzeichnung des Vertrages zur Einführung des österreichischen Unternehmerführerscheins in Mali. Dieser wurde als Projekt im Jahr 2004 ins Leben gerufen und soll zur Qualifizierung der oft nur unzureichend ausgebildeten Unternehmerschaft in Mali beitragen. „Ich hoffe, dass dieses Projekt einen Beitrag leisten wird, die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen unseren Ländern weiter zu stärken, und die Erreichung der Entwicklungsziele zu fördern, die Präsident Touré für Mali anstrebt. Hier sind insbesondere Ausbildung und Arbeitsplätze für die malische Jugend zentral“, so Matznetter.

Das Wirtschaftsforum der Außenwirtschaft Österreich (AWO) im Rahmen des offiziellen Besuchs des Staatspräsidenten bot für zahlreiche Unternehmer eine gute Chance, höchstrangige Kontakte zu politischen Entscheidungsträgern zu knüpfen, die sonst nur schwer herzustellen wären. Letztere sind für heimische UnternehmerInnen von besonderer Bedeutung, da die Wirtschaft von Mali nach wie vor maßgeblich vom Staat dominiert wird.

 

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