Datum: 27.01.10 08:49
Kategorie: Diaspora-Afrika

Von: Mathias Victorien Ntep - Afrikanet Deutschland

Mittelafrika: Finanzmärkte rücken zusammen  

Anlässlich  Ihres Treffens vom 15. bis zum 17. Januar 2010 in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik, haben die Staatsoberhäupter der Länder der „ Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft Mittelafrikas“ den „ Ausschuss zur Aufsicht des Finanzmarktes Mittelafrikas“ damit beauftragt, die Harmonisierung der „DSX“ und der „WBMA“ voranzutreiben und zu verwirklichen. Die „DSX“ wurde von den kamerunischen Behörden gegründet, weil dem „Kleinen Afrika“ den Sitz der regionalen„WBMA“ nicht zugeteilt wurde.   

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Bislang sind die „DSX“ und die „WBMA“  Rivalinnen gewesen. Diese Situation soll sich indes in absehbarer Zeit ändern. Die beiden Börsenplätze wollen in Zukunft miteinander zusammenarbeiten, zumindest den Teilnehmern an beiden Finanzmärkten dieselben Spielregeln  stellen. Nachdem  Alexandre Gandou, der Vorsitzende der Regulierungsbehörde des Finanzmarktes Mittelafrikas, vor den Staatschefs Idriss Deby (Tschad), Paul Biya ( Kamerun), François Bozize ( Zentralafrikanische Republik),  Ali Bongo ( Gabun) und Theodoro Obiang Nguema ( Spanisch-Guinea oder Äquatorialguinea) über den Zustand und die Tätigkeiten des Finanzmarktes Mittelafrikas referierte hatte, wurde die Regulierungsbehörde, die er leitet, damit betraut,  gemeinsame, identische und ähnliche juristische Rahmenbedingungen und Spielregeln für alle Marktteilnehmer an der  „DSX“ und an der „WBMA“ auszugestalten. 

Es gibt eigentlich zwei Börsenplätze innert der „Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft Mittelafrikas“: In Douala, der Wirtschaftshauptstadt Kameruns, hat die nationale und kamerunische Börse ihren Sitz. In Libreville (Gabun) wurde die regionale „WBMA“ angesiedelt, weil die anderen Mitgliedsstaaten der „Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft Mittelafrikas“ Kamerun schlicht und einfach foppen wollten. Die meisten Kapazitäten der Wirtschafts- und Finanzwelt, welche sich mit der Wirtschaft der afrikanischen Länder beschäftigen, sind sich hingegen darüber einig gewesen, dass Kamerun den Sitz der regionalen Wertpapierbörse verdient hätte, weil Kamerun die Wirtschaftslokomotive und das bevölkerungsstärkste Land Mittelafrikas ist. Obendrein verfügt das „Kleine Afrika“ über ein umfangreiches Wirtschaftspotential. 

Als Reaktion auf diese „ungerechte Behandlung“ nahmen sich die kamerunischen Behörden vor, einen eigenen Börsenplatz in der Wirtschaftshauptstadt Douala Anfang des ersten Jahrzehnts dieses neuen Jahrhunderts ins Leben zu rufen. Seit der Eröffnung des Handels an der regionalen „WBMA“ von Libreville, Gabun, im Jahre 2008 konkurrieren die beiden Börsenplätze miteinander. Um diesen geringfügigen Wirrwarr zu beheben, haben sich jetzt die Mittelafrikaner entschlossen, wenigstens ein friedliches Nebeneinander der beiden Börsenplätze zu ermöglichen.   

Neulich hat  Alexandre Gandou, Vorsitzender des Gremiums zur Aufsicht des Finanzmarktes Mittelafrikas, erklärt : « Das Zusammenrücken der beiden Finanzmärkte rührt daher, dass davon ausgegangen wird, dass zwei Finanzmärkte im Wirtschaftsraum der „Wirtschafts-  und Währungsgemeinschaft Mittelafrikas“ nebeneinander mit dem Bedeuten bestehen, dass ihre Funktionsweise denselben Spielregeln so unterzogen wird, dass Verkäufer und Käufer nicht auf verschiedene Regelungen stoßen. Es geht darum, für eine reibungslose Funktionsweise der beiden Finanzmärkte desselben Wirtschaftsraums zu sorgen sowie Zusatzkosten und jedwedes juristische Risiko auszuräumen.“ 

In vielen Ländern Afrikas gibt es gleichwohl vielmehr nationale Börsenplätze. So haben die Tunesier ihre „ Börse von Tunis“ und die Algerier die „Börse von Algier“.  Die Südafrikaner besitzen die „ Johannesburg Stock Exchange“ und die „Bond Exchange of South Africa“ u.a., die Ugander die „Uganda Securities Exchange“, die Nigerianer die „Nigerian Stock Exchange“.  Die Namibier haben ihre „ Namibian Stock Exchange“ und die Ägypter die „ Cairo and Alexandria Stock Exchange“. Einen regionalen Börsenplatz findet man nur noch in Westafrika, wo die „Regionale Wertpapierbörse“ (Westafrika) ihren Sitz in Abidjan, Elfenbeinküste, hat. Die Erkenntnis, die sich infolgedessen aufdrängt, ist, dass regionale Börsenplätze vor allem in französischsprachigen Ländern Afrikas vorzufinden bzw. anzutreffen sind.  

Es wird zurzeit nicht ausgeschlossen, dass die „DSX“ und die „WBMA“ in naher Zukunft miteinander verschmelzen. Sollte die Verschmelzung irgendwann mal tatsächlich unter Dach und Fach gebracht werden, so könnte man am Golf von Guinea den derzeitigen Sitz der „WBMA“ nach Douala, Kamerun, verlagern. Die Aufsichtsbehörde des Finanzmarktes Mittelafrikas würde aber ihren Sitz in Libreville, Gabun, beibehalten. Gegen Ende des ersten Jahrzehnts dieses neuen Jahrhunderts – eigentlich am 13. August 2008 – begann der Handel an der „Wertpapierbörse Mittelafrikas“ (WBMA) in Libreville. Die „DSX“ wurde im Jahre 2001 ins Leben gerufen.  

Entgegen den meisten anderen Börsenplätzen auf dem Kontinent stecken die „DSX“ und die „WBMA“ noch in den Kinderschuhen und können lediglich als angehende Börsenplätze angesehen werden, da sie noch nicht reif sind. Auf dem ganzen afrikanischen Weltteil gibt es über 20 Börsenplätze für 53 Länder und mehr als 900 Millionen Menschen.







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