Datum: 27.02.10 23:24
Kategorie: Diaspora-Afrika

Von: Dr. Pierrette Herzberger-Fofana

Internationaler Tag „Null Toleranz gegenüber Genitalverstümmelung“

Autorin und Aktivistin Dr. Fofana

Am 6. Februar gedenkt  die ganze Welt den internationalen Tag Null Toleranz gegenüber die Genitalverstümmelung“  Warum wurde  dieses Datum gewählt?

Am 6. Februar 1984 wurde das Inter-afrikanische Komitee (Comité Inter-Africain /Inter African Committee: IAC/AF) in Dakar, Senegal gegründet, um gegen die weibliche Genitalverstümmelung‚(FGM Female Genital Mutilation MGF: Mutilations Génitales Féminines) zu kämpfen. 28 der 53 afrikanischen Länder gehören der (IAC-AF(CIA_AF). Auf seiner Initiative und anlässlich seines 20.Jahrestags im Jahre 2004 proklamierte die UNO den 6. Februar den internationalen Tag „Null Toleranz gegenüber weiblicher Beschneidung oder Genitalverstümmelung“(FGM). Die meisten afrikanischen Länder haben das „Maputo Protokoll“ bei der internationalen Konferenz in Mosambik ‚(2003) ratifiziert und verpflichten sich bis im Jahre 2015 die F.G.M oder Genitalverstümmelung auf dem afrikanischen Kontinent abzuschaffen.

Bis zu diesem jetzigen Tag ist in keinem afrikanischen Land die weibliche Beschneidung völlig eliminiert auch, wenn immer wieder falsche Meldungen wie  „ wir feiern das Ende der Genitalverstümmelung in Benin „ zu lesen, sind. Solche Behauptungen sind schlicht falsch und unproduktiv. Die Prävalenz ist lediglich von 17% auf 13 % gesunken

Anlässlich des 6. Februars, des Internationalen Tages „Null Toleranz gegenüber weiblicher Beschneidung oder Genitalverstümmelung“, werden auf der ganzen Welt und insbesondere in Europa Aktionen stattfinden,  um auf das Problem der weiblichen Genitalverstümmelung (F.G.M Female Genital Mutilation) aufmerksam zu machen.

Weibliche Beschneidung ist aber nicht nur ein Problem ferner Ländern, sondern auch in Europa werden Mädchen beschnitten. In der Tat lebt eine große Migrantinnen- Gemeinschaft aus dem sub-Sahara, die mit ihren Träumen, Hoffnungen aber auch Sitten nach Europa gekommen ist. Viele Migrantinnen halten dennoch an den heimatlichen Riten einer Genitalverstümmelung fest. Vor diesem Hintergrund sei es auch wichtig, dass diese Patientinnen eine angemessene medizinische Versorgung erhalten und informiert werden über die jetzige gesetzliche Lage in Deutschland.

In Deutschland ist die M.G.F/F-G.M nach dem Zuwanderungsgesetz strafbar. Um diese Konsequenz zu vermeiden, gilt es dies bezüglich ganz besondere Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu leisten. So kann gefährdeten Mädchen den nötigen Schutz gewährt werden.

Ferner plädieren wir für eine angemessene Sensibilisierung der Bevölkerung, bundesweite Beratungsstellen und wissenschaftliche fundierte Daten. Denn Horrormeldungen mit erfundenen Zahlen sind nicht motivierende für die vielen Menschen, die sich seit Jahrzehnten auf diesem Gebiet engagieren.

In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass es auch Positives zu berichten gibt; z.B. das Engagement der religiösen Führer am 10. Januar 2010 in Nouackchott, Mauretanien; die nunmehr versprochen haben in ihren Predigen freitags in den Moscheen stets darauf hinzuweisen, dass die Durchführung der weiblichen Beschneidung mit der Ausübung der islamischen Religion nicht zu tun hat. In Mauretanien sind 70 % der weiblichen Bevölkerung betroffen. Dies ist ein erster Hoffnungsschimmer, dass eines Tages der gesamte afrikanische Kontinent von diesem gesundheitsgefährdenden Brauch befreit wird.

Wir, von FORWARD-Germany und AFARD/AAWORD* wünschen uns mit allen Organisationen zu arbeiten. Gemeinsam werden wir die weibliche Beschneidung in Deutschland abschaffen und die 28 betroffenen Länder Afrikas in ihren Bemühungen tatkräftig unterstützten.

Dr. Pierrette Herzberger-Fofana, Stadträtin-Erlangen 

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Fußnote

AFARD/AAWORD : « Association des Femmes Africaines pour la Recherche et le Développement »/ «Association of African Women for Research and Development ».Die Autorin war von 1995-2005 Vorstandsmitglied und die Vertreterin für Europa. Das ist der einzige panafrikanische Verband von Wissenschaftlerinnen. Er wurde 1976 in Lusaka (Sambia ) gegründet. Von den 53 Afrikanischen Ländern sind 40 Mitglieder dieses Verbandes.www.aword.org

  FORWARD-Germany www.forward-germany.de. .Satzung. Zweck des Vereins ist

1.die Aufklärung und Aufklärung über und Bekämpfung von genitalen Verstümmelung (FGM) weltweit, insbesondere in Deutschland; Beratung adäquater Institutionen medizinischer und psychosozialer Betreuung; Aufbau von Netzwerken sowie interkulturelle Verständigung angesichts von FGM; Gruppen und Einzelpersonen auf Anfrage hin Beistand zu leisten, sowie Projekte zu initiieren.

2.  Die Arbeit gegen genitale Verstümmelung ist einer antirassistischen Grundhaltung verpflichtet

Herzberger-Fofana, Pierrette. Die Nacht des Baobab. Zur Situation der ausländischen Frau am Beispiel von Afrikanerinnen in Deutschland. Festvortrag zum internationalen Frauentag am 8. März 1992 - Sonderdruck. Hrsg. München: Veranstaltung der Landeshaupstadt Frauenbeauftragte Büro München am 9. 3. 1992. 
Meine Artikel im Internet : « Eine Auswahl »

                  1. Pierrette Herzberger-Fofana. Les mutilations génitales féminines. Dossier 10 Mai 1999

www.arts.uwa.edu.au/AFLIT/MGF1.html.,Dossierwww.afrology.com société

2.Pierrette Herzberger-Fofana .Genitalverstümmelung in Deutschland. Rede vor dem Bundestag in Berlin am 25.11.2008. http://www.gruene-liste-erlangen.de/themen-mainmenu-33/145-sonstiges/504-genitalverstuemmelung-in-deutschland 

3.Pierrette Herzberger-Fofana Nein zu der weiblichen Beschneidung“ FORWARD-Germany und die Karawane der Jugendlichen in Mali

www.alpha-2.info/NEIN_ZU_DER_WEIBLICHEN_BESCHNEIDUNG!-FOR

http://gl-erlangen.de/themen-mainmenu-33/145-sonstiges/504-genitalverstuiemmelung

4.Pierrette Herzberger-Fofana  „Schlag ins Gesicht: Stop Mutilation“.  www.alpha-2.info

5.Pierrette Herzberger-Fofana „Das Machtwort des Gesetzes . Verurteilung der  Beschneiderin und der Großmutter“    www.alpha-2.info 

6P.H.F.. ibid.  Excision et Droits humains www.pressafrik.comwww.afrology.com

7.P.H.F.ibid. Excision de 350 filles au Kenya www.afrology.comwww.pressafrik.com

8. P.H.F :Kenya : Excision forcée et suicide http://www.pressafrik.com/Kenya-Excision-forcee-et-suicide_a18042.html 

9. Pierrette Herzberger-Fofana « Tolérance Zéro pour les Mutilations Génitales Féminines» www.renaf.org, .http://www.pressafrik.com/Opinion-Tolerance-zero-pour-les-mutilations-genitales-feminines_a21900.html,www.afrology.com 

10 Pierrette Herzberger-Fofana ibid.  Littérature Féminine Francophone d’Afrique noire suivie d’un Dictionnaire des Romancières. Paris 2001. 570p (Grand Prix du Président de la République du Sénégal de la Recherche Scientifique Dakar 30.6. 2003) (Großer Preis des Staatspräsidenten Senegals für Forschung und Wissenschaft“ www.grioo.com/info11494.html

11. Berlin: Dr. Pierrette Herzberger-Fofana erhält den Helene Weber Preis  in Berlin 5.5.2009
 
 

 








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