Datum: 23.03.13 12:20
Kategorie: Diaspora-Amerika

Von: Lisa Ndokwu

Chinua Achebe 1930-2013

Foto: Stuart C. Shapiro

„Den Vater der modernen afrikanischen Literatur“ hat Nadine Gordimer ihn bei der Verleihung des „Man Booker Prize“ im Jahr 2007 genannt.

Sein erster Roman, der mittlerweile in 50 Sprachen übersetzt wurde, ist 1958 bei Heinemann erschienen. Mit „Things fall apart“ hat Chinua Achebe den gesellschaftlichen Umbruch der Igbo-Gesellschaften und das individuelle „Zusammenklappen“ des Protagonisten Okonkwo in den Anfängen des Kolonialismus beschrieben.

Als Nigeria am 1. Oktober 1960 unabhängig wird, ist Chinua Achebe bereits ein bekannter Autor. Für viele afrikanische Autoren und Autorinnen ist er die Stimme der afrikanischen Literatur. Seine Produktivität und sein Engagement machen ihn zu einem Vorbild für Generationen von afrikanischen Schriftstellern und Schriftstellerinnen.

Als langjähriger Herausgeber der „African Literature Series“ des Verlags Heinemann fungierte er als Mentor und Förderer vieler zeitgenössischer Autoren und Autorinnen Afrikas.

Seine Essais, Kurzgeschichten, Gedichte, Kinderbücher und Romane setzen sich mit den Prozessen der historischen Realität in Nigeria auseinander. Nicht immer wurde seine kritische Stimme gern gehört. Nach dem Ende des Biafra-Krieges, erhielt er ein Angebot an der University of Massachussets Amherst zu unterrichten. Er übersiedelte mit seiner Familie in die USA. Mit dem Blickwinkel eines afrikanischen Intellektuellen auf den westlichen literarischen Kanon eröffnete er eine Rassismus-Diskussion um den Autor Joseph Conrad. Seine Vorlesung „An Image of Africa: Racism in Conrads Heart of the Darkness“ löste kontroverse Reaktionen aus. Als Chinua Achebe 1976 nach Afrika zurückkehrt, hat er die Rezeptionsgeschichte von Joseph Conrad in „vor und nach Achebe“ verändert.

Chinua Achebe war Zeit seines Lebens ein politischer Mensch. In den 1980iger Jahren übernahm er ein politisches Amt in seinem Geburtsort Ogidi. In einem Interview bezeichnete er Ogidi als den Ort, in dem seine Identität und der Ursprung seines Schreibens zu finden seien.

Nach einem Autounfall in Lagos saß Chinua Achebe im Rollstuhl. Er übersiedelte mit seiner Familie erneut in die USA, wo er an mehreren Universitäten Afrikanische Literatur unterrichtete.

Am 22. März ist Chinua Achebe im Alter von 82 Jahren verstorben. Seine unverwechselbare Stimme wird immer aus seinen Büchern sprechen.

Ijeoma! 







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