Datum: 16.03.10 16:15
Kategorie: Österreich-Politik

Von: Ricardo Peyerl/Kurier

Disco Apartheid zum ersten Mal in Österreich bestraft

Vor 30 Jahren wollte der Sänger Harry Belafonte nach einem Konzert in Linz eine Diskothek besuchen und wurde vom Türsteher abgewiesen. Indirekt bekommt der "König des Calypso" nun seine überfällige Genugtuung: Erstmals wurde in Österreich Schadenersatz wegen Diskriminierung aus ethnischer Zugehörigkeit beim Zugang zu Dienstleistungen zugesprochen. Der Betreiber einer Disco wurde verurteilt, weil er einem jungen Niederösterreicher mit Migrationshintergrund den Zutritt verwehrt hatte.

Der gebürtige Ägypter wollte gemeinsam mit einem Freund eine Disco in St. Pölten besuchen. Alle Personen bis auf den Betroffenen wurden eingelassen. Der Türsteher kontrollierte den Führerschein und wies den Mann mit den Worten "nur Stammkunden" ab. Auf die Frage, ob allein seine Nationalität der Grund sei, verwies der Türsteher auf eine Anweisung des Chefs. Eine Woche später wiederholte sich der Spuk, der Freund wurde eingelassen, der Betroffene nicht. Diesmal hieß es: "Heute nicht!"

Der Abgewiesene wandte sich an den Verein Zara, der Klagsverband zur Durchsetzung der Rechte von Diskriminierungsopfern erkämpfte 1440 Euro immateriellen Schadenersatz. Das rechtskräftige Urteil ist eindeutig: "Der Einlass wurde ausschließlich auf Grund seiner ethnischen Zugehörigkeit, die durch sein 'fremdes' Aussehen und seinen im Führerschein ausgewiesenen Namen erkennbar war, verwehrt." Daran änderte auch nichts, dass die Disco ausländische Stammgäste namhaft machte. 

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Klagsverband

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Kommentare
Anzeige: 1 - 1 von 1.
 
Omar Hasan aus Wien

Samstag, 20-03-10 11:22

Habe selber sehr schlechte Erfahrung mit Rassismus und Einlass in Diskotheken gemacht. Bin gemischter Herkunft, allerdings weiß, weshalb das Thema für mich nie ein Problem war. Gelegentlich kommen jedoch Freunde aus den Emiraten und Saudi Arabien nach Wien und oft wird uns der Einlass verwehrt.
Das rassistische Gesicht Österreichs ist hässlich, wie überall. Hier ist es aber zusätzlich auch noch gesellschaftsfähig (akzeptiert) und das ist nicht überall so.

Schade um diese an und für sich sehr schöne Land.

Haltet weiter an eurer Mission fest, sie ist der richtige Weg!

LG aus Wien

 
 
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