Datum: 14.02.11 16:38
Kategorie: Deutschland-Politik, Frauen-Aktiv

Von: simon INOU

Wahlen in Baden-Württemberg: Dr. Sylvie Nantcha im Gespräch

CDU Wahlplakat zum Thema Bildung (c) CDU

Sylvie Nantcha, CDU (c)Privat

10.744.921 Baden Württemberger werden am 27. März 2011 wählen. Heute startet die regierende Partei CDU ihre offizielle Wahlkampagne mit Wahlplakaten. Eines dieser Plakate thematisiert Diversität in Baden-Württemberg. Dr. Sylvie Nantcha, CDU Vorkämpferin, Bildungs- und Integrationspolitikerin hat dieses originelle Plakat von Kindern mit und ohne Migrationsgeschichte mitgestaltet. Wir haben sie interviewt.

Frau Nantcha, können Sie sich bitte vorstellen?

Ja, ich bin in Kamerun geboren und aufgewachsen. 1992 kam ich nach Deutschland und die letzten 18 Jahre habe ich an der Universität Freiburg studiert, promoviert und gearbeitet. Ich bin verheiratet und habe drei süße Kinder. Wir haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Seit 2009 bin ich in unserem Familienunternehmen als Interkulturelle Germanistin, Trainerin und Moderatorin tätig. Seit 2009 bin ich sowohl CDU-Stadträtin in Freiburg als auch Landesvorstandsmitglied der CDU-Baden-Württemberg. In Freiburg bin ich im Stadtrat die bildungs- und integrationspolitische Sprecherin unserer CDU-Fraktion.

Sie nennen sich die echte Schwarze der CDU. Was verstehen Sie darunter?

Das war ein Wortspiel. Ich habe mich auf dem 59. Landesparteitag mit dem folgenden Spruch vorgestellt: „Die CDU Baden-Württemberg braucht eine richtige schwarze Kandidatin.“ In der Farbenwelt der Parteien in Deutschland ist die CDU eben schwarz – und das passt ja irgendwie zu mir. Übrigens, ich wurde mit dem drittbesten Ergebnis in den CDU-Landesvorstand gewählt.

Sind Sie die Initiatorin dieses Plakates? Wie kam es zu dieser Plakatidee? Und wie empfinden Sie dieses?

Thema des Plakates ist ja die Bildungspolitik  – und das Plakat zeigt sehr schön, dass jedes Kind in Baden-Württemberg in unserem differenzierten Schulsystem das passende Angebot findet. Initiiert habe ich das Plakat nicht, aber als die Landesgeschäftsstelle auf der Suche nach Models war, waren meine Kinder gerne und spontan bereit, mitzumachen. Eine optimale Bildungschance in Baden-Württemberg für alle Kinder mit und ohne Zuwanderungsgeschichte ist mir als CDU-Landesvorstandsmitglied und als dreifache Mutter mit Zuwanderungsgeschichte ein Herzensanliegen. Meine Familie unterstützt dieses bildungspolitisches Ziel der CDU-Baden Württemberg aus Überzeugung.

Sie setzen sich in der CDU Baden-Württemberg für Bildung und Integration ein. Was ist der Unterschied zwischen Ihrem Programm und dem Integrationsprogramm anderer Parteien?

Im Vergleich zu anderen Parteien, die viel reden und nichts tun oder die einfach gegen alles sind, steht im Zentrum der Integrationspolitik der CDU das Handeln und das christliche Menschenbild. Dies setzt eine voraussetzungslose Akzeptanz der Menschenwürde jedes einzelnen voraus, unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft. Die CDU setzt sich für eine gelungene Integration unter dem Motto ‚Fördern und Fordern‘ ein: Wir wollen die besten Rahmenbedingungen für eine gelungene Integration der Zuwanderer schaffen. Entscheidend sind dafür Sprachangebote, denn das Beherrschen der deutschen Sprache ist der Schlüssel zu einer gelingenden Integration. Die CDU möchte eine Landesagentur für Migrationsfrage und eine Anlaufstelle für die Anerkennung der ausländischen Abschlüsse schaffen. Gleichzeitig fordern wir, dass die Zuwanderer ihr Bestes tun, um in Spracherwerb, Bildung, Ausbildung, Studium und Beruf erfolgreich zu sein und sich zu integrieren. Baden-Württemberg ist für alle Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte ein Land des Aufstiegs durch Bildung und ein Land der Chancenmöglichkeiten. „Chancen ergreifen. Wohlstand sichern“ – so lautet auch der Titel des Regierungsprogramms 2011 bis 2016 der CDU Baden-Württemberg.

5- Wie erleben Sie als "echte Schwarze" die Wahrnehmung von MigrantInnen in Baden-Württemberg? Und wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Ich erlebe Baden-Württemberg als Integrationsland. Wissen Sie, Baden-Württemberg hat mehrere Migrationswellen erlebt. Ich denke an die Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg, an die Gastarbeiter aus der Türkei, Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, an die Asylbewerber aus Ex-Jugoslawien und aller Welt, an die Spätaussiedler aus Osteuropa und an die viele EU-Bürger und Studenten aus aller Welt, die hier leben. Es ist auch ein Erfolg der CDU-Politik, dass die Integration dieser Menschen in weiten Teilen sehr gut funktioniert. Diese Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind Teil dieses Bundeslandes und betrachten Baden-Württemberg als ihre neue Heimat. Laut Mikrozensus 2007 haben 25% der Bevölkerung in Baden-Württemberg eine Zuwanderungsgeschichte, d.h. jeder vierte in Baden-Württemberg hat einen Migrationshintergrund. Mehr als 40% der Kinder unter drei, in Großstädten wie Stuttgart, Mannheim und Freiburg haben eine Zuwanderungsgeschichte. Integration ist eine Chance. Integration ist aber auch eine der wichtigsten Herausforderungen unseres Jahrhunderts. Dazu braucht es zweierlei: Zum einen muss die Gesellschaft hier bereit sein für die Aufnahme der Zugewanderten, zum anderen haben aber auch die Migrantinnen und Migranten die Pflicht, sich in die Gesellschaft einzubringen und zu integrieren. Das Land Baden-Württemberg hat als Integrations-, Bildungs- und Innovationsland Nummer 1 in Deutschland und Europa dabei eine große Verantwortung. Damit Baden-Württemberg Nr. 1 bleibt, braucht es die richtigen politischen Rahmenbedingungen. Dafür kämpft die CDU-Baden-Württemberg in den kommenden Wochen bis zum 27. März 2011.

 







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