Datum: 05.09.09 21:05
Kategorie: Österreich-Gesellschaft, Kids & Jugend-Vorbilder

Von: simon INOU

Österreich und seine schwarzen Bus und Strassenbahnfahrer

Wiens erster Schwarzer Busfahrer:Geoffrey Maigwa/Bild:heute.at

Wiens erster Schwarzer Strassenbahnfahrer:Mahmady Toure/Bild:heute.at

Salburgs erster Schwarzer O-bus Fahrer:Salliah Razak/Bild:Salzburger Fenster

Wien 5. September 2009 - Diese Woche haben österreichische Medien über ein für Österreich im 21. Jahrhundert "bahnbrechendes" Phänomen berichtet: plötzlich haben erfuhren wir vom ersten schwarzen Bus und Strassenbahnfahrer in Wien, der Bundeshauptstadt. Aber auch vom ersten Schwarzer Obus-fahrer aus Salzburg.

Was ist eigentlich ein Obus? Laut Wikipedia ist ein Obus - Oberleitungsbus –  "ein elektrisches Verkehrsmittel im öffentlichen Personennahverkehr. Er ist wie ein klassischer Stadtlinienbus aufgebaut, wird jedoch im Gegensatz zu diesem nicht von einem Verbrennungsmotor sondern von einem oder mehreren Elektromotoren angetrieben. Seinen Fahrstrom bezieht er ähnlich einer Straßenbahn mittels Stromabnehmern aus einer über der Fahrbahn gespannten Oberleitung. O-Busse sind somit spurgebunden aber nicht spurgeführt."

Seit drei Monaten hat die Stadt Salzburg ihren ersten Schwarzen Obus-Fahrer. Aus der Zeitung "Salzburger Fenster" lernen wir viel über der gebürtige Ghanaer Saliah Razak. Er kam 1991 aus politischen Gründen nach Österreich. Seit 1996 lebt er Frau und zwei Kindern in Salzbug. Seit 2002 hat Herr Razak die österreichische Staatsbürgerschaft.Und laut der Zeitung "spricht perfekt Deutsch". Der heute 48-Jährige war zehn Jahre lang beruflich tätig als LKW-Fahrer und wollte immer Busfahrer werden. Im Jahr 2008 traute er sich sich bei den Salzburger Verkehrsbetrieben zu bewerben und wurde, nachdem er alle Prüfungen bestanden hat - noch vor dem Heiligen Abend, wie er zitiert wird - aufgenommen. In Salzburg ist Herr Razak sehr beliebt und "Leute fahren mit falscher Linie, um mich zu sehen" sagt er. 

300 km östlich von Salzburg liegt Wien, die Bundeshauptstadt Österreichs mit dem vierten Sitz der Vereinten Nationen. Also eine internationale Stadt. Aber nur an der Oberfläche und in Internationalen agierenden Firmen. In Wiener Firmen sowie in der Stadt und Bundesverwaltung sind Schwarze eine Seltenheit. Warum? Weil österreichische Institutionen noch den institutionellen Rassismus überwinden sollen. Wien in vielen deutschsprachigen Metropolen. Darüber schrieben wir diesen Artikel.

Diese Woche lernten wir in der österreichischen gratis Tageszeitung "Heute", dass die Wiener Verkehrsbetrieben über ihren eigenen Schatten gesprungen sind. In einem Artikel in der Ausgabe vom 3. September 2009 titelte die Gratiszeitung HEUTE auf der Seite 16 "Ich bin Wiens erster Busfahrer aus Afrika". Es handelt sich hier um den 26-Jährigen Geoffrey Maigwa aus Kenia. Vor zwölf Jahren kam er, laut der Zeitung mit seinen Eltern von Kenia nach Österreich. Der gelernte Koch ist Verheiratet und hat zwei Kinder. Aus der Zeitung lernen wir, dass Herr Maigwa auf zwölf Linien in ganz Wien unterwegs ist, kennt jedes Schlagloch und jeden Kanaldeckel auf seinen Routen. Er fährt gern mit den Leuten und erntet immer Komplimente.

Die letzte Nachricht betreffend Schwarze Bus und Strassenbahnfahrer lesen wir auf der Online Seite der obengenannten Gratiszeitung HEUTE.  Dort lernen wir, dass Wien seinen ersten Schwarzer Strassenbahnfahrer hat. Auch wenn diese Geschichte alle unsere Vorstellungen sprengt erlauben wir uns daran zu glauben. Mahmady Toure kam vor eineinhalb Jahren aus dem Senegal nach Österreich und lenkt seit einem Monat als erster Afrikaner in der Geschichte der Wiener Linien eine Straßenbahn. Wie ist es möglich? Um die österreichische Staatsbürgerschaft - für normal Sterbliche und nicht für Opern Star wie Netrebko -  zu besitzen muss man mindestens 5 Jahre in Österreich gewohnt, gearbeitet und im Land Steuer gezahlt haben. Wie schafft der Senegalese Mahmady Toure in einem Jahr Deutsch perfekt zu lernen  wie wir aus der Online Seite lesen die Staatsbürgerschaft besitzen und bei der Wiener Linien zu arbeiten. . Der gelernte Koch aus dem Senegal ist verheiratet und ist vor fünf Wochen Vater geworden.Einfach genial und Hut ab. Afrikanet.info wünscht allen alles gute und wir freuen uns über die neue Diversitätspolitik der österreichischen öffentlichen Verkehrsbetrieben.

 







Kommentare
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humza ali aus london

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conny bâ aus graz

Donnerstag, 05-11-09 09:11

liebes team von afrikanet!

nur weil ich nicht mehr im chiala arbeite, heisst das noch lange nicht, dass ihr nichts von mir hört! :-) - ich bleibe natürlich am ball und freue mich immer wieder über artikel dieser art- aber es macht mich auch stutzig - was ist los mit graz, der zweit größten stadt in Österreich? - kein afrikaner,keine afrikanerin in einem der busse oder strassenbahnen der grazer verkehrsbetriebe??? und dennoch wäre "ein Anblick dieser art" für Graz nicht ungewöhnlich - das kulturelle angebot der afrikanischen Communities ist vielfältig, auch tagen immer wieder vertreter/Innen dieser im grazer rathaus!!
wieviel warten und geduld braucht es noch????

lg conny

 
 
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humza ali:

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conny bâ:

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