Datum: 12.08.07 12:34
Kategorie: Kultur-Literatur

 

Rastafari - "Eine universelle Philosophie im 3. Jahrtausend" von Werner Zips

Rastafari "Look to Africa for the crowning of a Black King"

Rastafari -- jeder hat es schon mal gehört, nur wenige wissen, wofür es steht. Die Stimme Bob Marleys, dem bekanntesten Botschafter der Rastafari-Philosophie, erhob sich gegen Unterdrückung und Ausbeutung und für Gerechtigkeit und Anerkennung der afrikanischen Identität. Aber was heißt das genau?


Der von Werner Zips herausgegebene Sammelband „Rastafari- eine universelle Philosophie im 3. Jahrtausend“ versucht Antworten zu geben und erklärt die philosophischen Grundlagen von Rastafari. Für Dreadlocks, ein äußerliches Merkmal der Rastas, gibt es eine biblische Erklärung in den Büchern Moses (Numeri 6:5 „ soll das Haar auf seinem Haupt frei wachsen lassen“  oder Levitikus 21:5 „Sie sollen auch keine Glatze auf ihrem Haupt scheren noch ihren Bart stutzen“). Und das Vorurteil, dass alle Rastas Marihuana rauchen, wird vom international bekannten Aktivisten Mutabaruka selbst in das Reich der Mythen verwiesen. Barbara Makeda Blake Hannah, eine weitere bekannte Rastafari von Weltrang, kommt ebenso in dem Band zu Wort wie Wissenschaftler Rupert Lewis oder Barry Chevannes, die interessante Beiträge zu der Geschichte der Rastafari-Bewegung liefern.

Ein eigenes Kapitel ist Afrika, das Rastafaris als Ort der Heilung und Zugehörigkeit empfinden, gewidmet. „Look to Africa for the crowning of a Black King,“ sagte der jamaikanische Freiheitskämpfer Marcus Garvey vor seiner Abreise in die USA 1916, „he shall be the redeemer.“ Als 1930 der äthiopische Koenig Haile Selassie gekrönt wurde, predigten die ersten Rastas die Göttlichkeit des 225. Thronfolgers in der ältesten Monarchie der Welt. In Äthiopien wurde die Rastafari-Bewegung dennoch nie heimisch. Laut Asfa-Wossen Asserate, einem Enkel des Kaisers, gab es zu Lebzeiten Haile Selassies nie mehr „als etwa vierzig Anhänger des Rastafari-Kultes, im Todesjahr des Kaisers sollen es noch etwa fünfundzwanzig gewesen sein, die im Südwesten Äthiopiens lebten“, auf einem Grundstück, das ihnen der Kaiser selbst zugeteilt hatte.

Die einzelnen Beiträge zeigen auf vielfältige Art und Weise die lebende und gelebte Philosophie und Kultur von Rastafari. Allerdings wimmelt es in vielen nur so von Wissenschaftlerslang und wortreichen Sätzen (wie „Vielmehr hält die Rastafari inhärente Identifikation mit Afrika eine klare Warnung gegenüber der Naivität bereit, die Überwindung von Ethnizität und Nationalität gewissermaßen einseitig anzustreben“), deren tieferer Sinn den meisten Lesern wohl verschlossen bleiben wird.

 

Werner Zips (Hg), Rastafari- eine universelle Philosophie im 3 Jahrtausend, Pro-Media Druck- und Verlagsges.m.b.H, Wien 2007, ISBN 978-3-85371-265-8, Autoren: Adisa Jelane Andwele, Barbara Makeda Blake Hannah, Barry
Chevannes, Michael Hoenisch, Rupert Lewis, Mutabaruka und Werner Zips

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 1- Asfa-Wossen Asserate, Ein Prinz aus dem Hause David und warum er in Deutschland blieb, Scherz Verlag, Frankfurt am Main, 2007







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