Kategorie: Kultur-Film

Der Film „Moolaade von dem weltberühmten senegalesischen Schriftsteller und Regisseur, Sembène Ousmane hat ohne Zweifel die Debatte über die Genitalverstümmlung bzw. weibliche Beschneidung voran gebracht.
Der 2004 in Cannes prämierte Film ist ein Plädoyer gegen die Tradition der weiblichen Beschneidung oder „Salindas“ junger Mädchen in Afrika sowie den mutigen Kampf einer jungen Frau, Colle Ardo, gegen die aktuelle Praxis dieses Rituals.
Vier kleine Mädchen suchen Schutz bei ihr. Sie berufen sich auf den alten Brauch des „Moolaade“, das einen unantastbaren Schutzraum bietet. Beschneidung oder Reinigungsritual gegen Zufluchstätte oder „Moolaade“ wird einander gesetzt.
Der Brauch wird heute noch in 28 von den 53 afrikanischen Ländern praktiziert. In seinem Film „Moolaade. Bann der Hoffnung“ zeigt der Filmemacher den Widerstand einer Frau gegen das Ritual der „Salinde“ oder Reinheitsbrauch. Alle 7 Jahre findet der Zyklus der Salinde für die Mädchen zwischen 5 und 10 Jahre statt. Alle Mädchen dieser Altersklasse werden gereinigt d.h. beschnitten. Zwei verschwinden kurz vor der Zeremonie und vier beantragen den Moolaade, also das Asylrecht bei Colle Ardo, deren Ehemann z.Z. auf Reise ist. Wer aber den „Moolaade“ beantragt, wird geschützt. Er darf nicht verletzt werden. Es ist ein uralter Brauch.
Sieben Jahre vorher hat Colle Ardo sich geweigert ihre einzige lebende Tochter „reinigen“ zu lassen mit der einzigen Begründung „Meine Tochter wird nicht beschnitten!“ Die Mutter der betreffenden Mädchen mit den Die Salindas“‚(Beschneiderinnen) belagern ihr Haus. Trotz Drohungen seitens ihrer Nebenfrau, der Verbannung aus dem Dorf und Ehescheidung verteidigt sie mit Vehemenz ihren Standpunkt. Wie damals blieb Colle Ardo standhaft, trotz physischer Gewaltanwendung ihres Ehemannes, eine öffentliche Auspeitschung, spricht sie nicht das Wort, um den Asyl zu beenden.
Ihr Verhalten gleicht einem Erdbeben in einer Gesellschaft, die tief in ihren Traditionen verwurzelt ist. Die Männer, die bis dahin den „Salinde“ als eine Frauenangelegenheit betrachteten, nehmen diese kontroversen Streitgespräche ernst, denn ihre Autorität kommt ins Wanken und sie fürchten, dass der Konflikt zwischen dem „Moolaade“ und dem „Salinde“ Zyklus schlimmen Folgen haben könnte.
Die Querellen zwischen den Befürwortern der Tradition und der Modernen spitzt sich zu und nimmt ein unerwartetes Ende. Es wird darüber diskutiert, das Für und Wieder wird abgewogen und alle Möglichkeiten in Betracht gezogen. Schließlich erkennen die meisten Protagonisten, dass es Zeit ist, dieser Praxis ein Ende zu setzten. Colles Widerstand ruft die Solidarität der Unentschlossenen auf. Die Frauen triumphieren mit Liedern und den Worten „Wassa, Wassa“ „Wir haben gewonnen“. Sie zeigen, dass ihr Kampf sich gelohnt hat. Kein Mädchen wird in Zukunft in dieser Gegend beschnitten.
Sembène veranschaulicht durch seinen in Cannes prämierten Film „Moolade“(2004), dass die Genitalverstümmelung (F.G.M./MGF Female Genital Mutilation/Mutilations Génitales Féminines) aus vier Menschenrechtsverletzungen der Kinder resultieren. Damit hat er manche Befürworter wach gerüttelt, und die Diskussion vorangetrieben. Wie der senegalesische Filmregisseur ziehen alle afrikanischen Künstler an einem Strang und versuchen je nach Kompetenz, Talente und Möglichkeiten der Aufklärungsarbeit zu betreiben. Sembène Ousmane zeichnet zu allererst das Porträt einer starken Frau.
Der Film ist eine Hommage an die Frauen Afrikas, an ihre Solidarität, ihr Selbstbewusstsein und ihren Mut.



