Datum: 10.03.10 17:49
Kategorie: Kultur-Literatur

Von: Lisa Ndokwu

Alain Mabanckou zu Gast in Wien

Wien, 3. März 2010 - Der mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Autor Alain Mabanckou war Gast der Veranstaltungsreihe „Die interkulturelle Bibliothek“. Die von den Büchereien der Stadt Wien  initiierte Reihe legt den Fokus auf die Vorstellung neu erschienener Übersetzungen.

„Black Bazar“  wird von den Feuilletons als ein furioses Werk französischsprachiger Literatur gerühmt. Dem Engagement des Liebeskind Verlages ist zu verdanken, dass der in zahlreiche Sprachen übersetzte Autor nun auch im deutschsprachigen Raum gelesen werden kann.

Die ausgewählten Passagen der zweisprachigen Lesung offerierten dem Publikum einen Einblick in die sprachliche Virtuosität von Alain Mabanckou.

1966 in Kongo/Brazzaville geboren, übersiedelte der Autor 1989 nach Paris, um Jura zu studieren. Während seiner Tätigkeit als Jurist veröffentlichte er zwei Gedichtbände und 1998 wird sein Debütroman „Bleu Blanc Rouge“ mit dem Grand Prix litteraire d`Afrique ausgezeichnet. 2006 erhält er für den Roman „Mémoires de porc-épic“ den Prix Renaudot. Gegenwärtig lehrt er an der University of California französische Literaturwissenschaft.

Im Roman „Black Bazar“ wird der Alltag der afrikanischen Communities in Paris mit Ironie und Witz präsentiert.

Der Moderator des Abends, Simon Inou, gestaltete das Gespräch mit dem Autor im Sinne der Vielfältigkeit des Buches. Der differenzierte Blick des Autors auf Themen wie die wenig diskutierte Minderheitenpolitik von afrikanischen Staaten, Aberglaube als Kategorie einer Überlebensstrategie oder der Stellenwert der Mode für afrikanische Männer wurde humorvoll und pointiert analysiert.

Auf die im Roman konsequente Verwendung des N-Wortes angesprochen, antwortete Alain Mabanckou mit seiner Auseinandersetzung mit dem Konzept der Négritude. Aimé Césaire und Léopold Senghor, auf die im Roman zahlreiche Anspielungen und Zitate hindeuten, seien als die konsequenten Vertreter einer anderen Bewertung dieses Wortes zu sehen.

Das zahlreich erschienene Publikum reiste quer über die Kontinente und blieb durch die Zweisprachigkeit der Veranstaltung nah am Roman „Black Bazar“. Magnifique!

http://alainmabanckou.net/

http://www.liebeskind.de/

 







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