Datum: 09.08.14 10:49
Kategorie: Kultur-Literatur

Von: Lisa Ndokwu

Visionäre Afrikas

Peter Hammer Verlag

Am 28. Dezember 2009 wird in Asmara ein Denkmal des russischen Dichters Alexander Puschkin enthüllt. Der russische Dichter war nie in Eritrea und dennoch ist seine Beziehung zu diesem Land nicht nur eine symbolische. Sein Urgroßvater Abraham Petrowitsch Hannibal wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts aus dieser Region von Sklavenhändlern entführt. Sein Leben und seine Karriere sind gut dokumentiert und der äthiopische Filmemacher Issayas Tesfamariam gestaltet das Porträt dieses Mannes mit Vor- und Rückblenden, ganz so wie einen filmischen Bericht. Abraham Petrowitsch Hannibal galt als einer der klügsten Männer seiner Zeit und stand dem Zaren Peter dem Großen als Militärberater zur Seite.

Er ist einer von 42 Persönlichkeiten aus der Geschichte und Gegenwart Afrikas, die in dem bemerkenswerten Band „Visionäre Afrikas. Der Kontinent in ungewöhnlichen Porträts“ vorgestellt werden.

Der Publizist M. Moustapha Diallo hat afrikanische Intellektuelle und Schriftsteller gebeten, jeweils eine für sie prägende Persönlichkeit vorzustellen. Entstanden ist ein Kaleidoskop von Erinnerungs- und Lebensgeschichten, die in beeindruckender Weise die vielen Facetten des Kontinents aufzeigen.

Neben geläufigen Namen wie Wangari Maathai, Fela Kuti, Kwame Nkrumah oder Patrice Lumumba finden sich zahlreiche Biographien, die es noch zu entdecken gilt. Die Rechtsanwältin Helen Kijo-Bisimba erinnert sich an eine Begegnung mit Sophia Kawana, einer führenden Vertreterin der tansanischen Frauenunion. Sophia Kawana war die Tochter von Bauern und wurde in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in Tansania politisch aktiv. Der ungewöhnliche Weg dieser Frau, sie war Mutter von acht Kindern und berufstätig, hat viele Frauen und junge Mädchen in Tansania ermutigt, durch Schulbildung und Berufstätigkeit ein Stück Selbstermächtigung zu erlangen.

Die Thematik der Selbstbestimmung ist allen Porträts gemeinsam. Im 12. Jahrhundert lebte die widerständige Prinzessin Yennenga in Westafrika. Ihre Nachkommen, die Mossi, bauten ein Reich auf, das in etwa dem Gebiet des heutigen Burkina Faso entspricht. Der Preis des im Abstand von zwei Jahren stattfindenden Filmfestivals in Quagadougou ist eine Darstellung des Hengstes von Yennenga. 

Viele Vorbilder der Autorinnen und Autoren dieses außergewöhnlichen Projektes leben von der Erinnerung und dem Wissen Einzelner. Allen gemeinsam ist die Vision für ein besseres Leben.

M. Moustapha Diallo (Hg.): Visionäre Afrikas. Der Kontinent in ungewöhnlichen Porträts. Peter-Hammer-Verlag, Wuppertal 2014, ISBN: 978-3-7795-0487-0

www.peter-hammer-verlag.de

 

 







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