Kategorie: Kultur-Literatur

Buch Cover
Seit einigen Jahren erscheint im C.H. Beck Verlag die Reihe „Die 101 wichtigsten Fragen und Antworten“. Der Historiker Asfa-Wossen Asserate hat den Fragen-Antworten-Band zu Afrika gestaltet.
Angesichts der Größe des Kontinents sind das im Schnitt nicht einmal zwei Fragen pro Nation. Um dieses Dilemma in eleganter Weise auszugleichen, hat der Autor die Fragen und Antworten einzelnen Themengebieten wie Geschichte, Kultur, Politik, Gesellschaft – um nur einige zu nennen - zugeordnet. Die wichtigsten Fragen sind für das deutschsprachige Lesepublikum einfach aufbereitet: „Weshalb sind wir alle Afrikaner? Worin lag die Bedeutung Albert Schweitzers für Afrika? Ist afrikanische Kunst primitiv? Welche Bedeutung haben Voodoo und Candomblé in Afrika? Was ist Apartheid? Liest man in Afrika Harry Potter?“
Der Eindruck, dass Asfa-Wossen Asferate hier Fragen beantwortet, die er und mit hoher Wahrscheinlichkeit viele afrikanische MigrantInnen so gestellt bekommen, wächst mit jeder Seite der Lektüre.
Nicht umsonst gilt der Großneffe des letzten Kaisers von Äthiopien als ein Fachmann des guten Stils. Mit viel Geschick und Wissen gelingt es ihm die Komplexität der politischen und historischen Fakten sowie die Vielfalt der Kulturen Afrikas in populärwissenschaftlicher Manier aufzubereiten. Mit Zitaten aus historischen Quellen und den verifizierten Fakten gelingt es ihm zahlreiche Mythen – wie die leidige Frage nach dem Ursprung des Nils oder die Bedeutung des Voodoo – kurz und prägnant zu erläutern.
Die Fragen-Antworten-Situation bietet eine einfache Einstiegslektüre und einen ersten Überblick über die 53 Staaten.
Schade, dass fast kaum Auszüge aus Forschungen afrikanischer Ägyptologen im Buch zu finden ist. Diese Forschungen werden nicht einmal erwähnt und bekräftigen leider eine Geschichte, die bis heute noch sehr kolonialistisch geprägt wird.(Siehe u.a. S. 12 bis 18). Obwohl der Autor selbst bemerkt Afrika sei vielschichtig und vieldeutig wird immer auf die Betonung der "afrikanischen Musik", von der "afrikanischen Kunst" oder auch der "afrikanischen Kultur" usw...als monolithischer Block hingewiesen. Es gibt nicht die afrikanische Musik, nicht die afrikanische Kunst und nicht die afrikanische Kultur. Wie es nicht eine einheitliche europäische Kultur gibt. Afrikanische Kulturen, Musikrichtungen und Kulturen gibt es....
Ein interessantes Buch, dass Verbesserungswürdig ist.
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