Datum: 04.02.10 20:22
Kategorie: Kommentare

 

Davos, Porto Alegre und die humanistische Marktwirschaft

„ Durch Schaden wird man klug“, heißt es oftmals im Volksmund.  Ca. 2500 Manager, Politiker und Wirtschaftswissenschaftler verweilten in Davos in der Schweiz

vom 27. zum 31. Jänner 2010, um die harzige Nuss der gegenwärtigen Finanz- und Wirtschaftskrise zu knacken, die Weltwirtschaft „neu zu denken“, eine neue Wirtschaftsordnung zu „entwerfen“ und „aufzubauen“. Als Ergebnis haben die Politiker und  Wirtschaftswissenschaftler empfohlen, die Banken in Zukunft mehr an die Kandare zu nehmen, auf dass die Geldinstitute auf risikoreiche Geschäfte verzichten. Die Bankmanager haben jedoch vor einem engeren Riemen gewarnt.  
 

Klaus Schwab, der Gründer des „Weltwirtschaftsforums“, bemängelte, dass die Bankmanager letztes Jahr zur 39. Auflage des „Weltwirtschaftsforums“ gekommen waren, um sich zu belustigen. Die Schweizer Bundespräsidentin Doris Leuthard rief die Gäste in Davos auf, von den Praktiken Abstand zu nehmen, die zu der heutigen Weltwirtschaftskrise geführt haben.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy setzte sich für eine Regulierung der Banken ein, welche die Kreditinstitute auf ihr Kerngeschäft ausrichten soll, nämlich die Mobilisierung der Ersparnisse, die Kreditvergabe und die Risikobewirtschaftung.  

Dominique Strauss-Kahn, der IWF-Generaldirektor, huldigte den Regierungen, die der Weltwirtschaft so unter die Arme gegriffen haben, dass der Zusammenbruch der Weltwirtschaft noch abgewendet werden konnte. Dass sich die Regierungen für die Rettung der Wirtschaften eingesetzt haben, wird die Staatshaushalte noch sechs bis sieben Jahre lang belasten, so Dominique Strauss-Kahn in der letzen Woche letzten Monats. Es liegt folglich auf der Hand, dass ein neues Paradigma bezüglich der Wirtschaftsordnung  nolens volens eingeschlagen werden muss.  

Im Übrigen tagte,  nahezu zum gleichen Zeitraum, d.h. vom 26. bis zum 30. Januar, das Weltsozialforum, das Pendant zum Davoser Weltwirtschaftsforum, in Porto Alegre ( Brasilien). Die Zivilgesellschaft in Porto Alegre verlangte die Beteiligung der globalen Zivilgesellschaft und deren Nichtregierungsorganisationen an der Erarbeitung von Entscheidungen, die die Angelegenheiten, den Wandel und den Lauf der Welt tangieren. 

Das neue Paradigma kann nur die „Humanistische Marktwirtschaft“ sein 

Wie kann aber diese viel herbeigesehnte neue Weltwirtschaftsordnung aussehen, da die „freie“ Marktwirtschaft und die „soziale“ Marktwirtschaft über ihre Unzulänglichkeiten gestolpert sind? Das neue Paradigma kann nur die „Humanistische Marktwirtschaft“ sein. Diese Wirtschaftsordnung bezieht und stützt sich auf das „gemischtwirtschaftliche System“ kanadischen Anschlages, um eine „menschenausgerichtete Marktwirtschaft“ aufzubauen. Eine solche Marktwirtschaft wird sowohl den Eigennutz oder die Belange einer bestimmten Gesellschaft oder Gemeinschaft als auch die Fremdinteressen berücksichtigen.  

In dieser Hinsicht beruht die „Humanistische Marktwirtschaft“  auf zwei Grundsätzen: auf der „Goldenen Regel“  und auf dem Gebot des fairen Handels. In der Werttheorie, die als einer der vier Hauptbereiche der Philosophie betrachtet wird, wird sehr oft von der „Goldenen Regel“ gesprochen, die wie folgt formuliert wird: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!“. Jeder Philosoph, der sich bereits mit Ethik oder Moralphilosophie befasst hat, weiß Bescheid über diese „Goldene Regel“. Auch der Durchschnittsmensch hat schon von der „Goldenen Regel“ gehört. In der Regel sind sich Philosophen darüber einig, dass dieser Grundsatz gut, relevant und tiefsinnig ist.  

Jedoch wollen nur die wenigen redlich und ehrlich den Namen desjenigen erwähnen, der diesen Grundsatz aufgestellt hat; daher wird größtenteils der zweite Teil dieses Grundsatzes ausgelassen oder unter den Teppich gekehrt. Die Wahrheit ist, dass dieser Grundsatz von Jesus Christus kundgetan wurde. Die vollständige Fassung dieses Spruches lautet: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.“ ( Matthäus 7: 12) Der zweite Teil wird zumeist mit List und Tücke von manchen Philosophen übersehen und unterlassen, weil diese ungern auf frischer Tat der  eindeutigen und ersichtlichen Widersprüchlichkeit ertappt werden wollen, den von Jesus Christus ausgesprochenen Grundsatz zu bewundern und zugleich die Bibel und Jesus Christus zu verhöhnen.  

Der zweite Grundsatz der „Humanistischen Marktwirtschaft“ ist das „ Gebot des fairen Handels“, der auch dem Neuen bzw. Zweiten Testament entnommen wird und folgendermaßen lautet: „Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist ein Richter über das alles, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben.“ ( 1. Thessalonicher 4: 6) 

Die Weltwirtschaft wird sich erst dann richtig erholen und überhaupt nachhaltig gedeihen und blühen, wenn sich die meisten Menschen zu der „Humanistischen Marktwirtschaft“ bekennen. Diesbezüglich haben seriöse Christen ja keine andere Wahl; jemand, der vorschützt, Christ /Christin zu sein und der/die sich diese Grundsätze nicht zu eigen macht, der/die hat schon dem Glauben abgeschworen, ist darüber hinaus ein(e) Scheinchrist(in) und sogar schlimmer als ein Heide/eine Heidin.  

Die „Humanistische Marktwirtschaft“ ist die Kompromisslösung zwischen Anhängern des „fairen Handels“, Gästen des „Weltwirtschaftsforums“, Besuchern des „Sozialwirtschaftsforums“ , den Christen und allen anderen Religionsgruppen, die unter der Sonne anzutreffen sind, weil dieses folgerichtige und zwangsläufige nächste Paradigma der Weltwirtschaft die Eigeninteressen mit den Fremdbelangen des Menschen in den Mittelpunkt stellt und aufeinander abstimmt. Erst an der Aufnahme oder Ablehnung der „Humanistischen Marktwirtschaft“ wird man erkennen, dass die Marktteilnehmer und Wirtschaftssubjekte weltweit wirklich durch Schaden klüger oder dussliger geworden sind.   







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