Datum: 03.04.09 14:58
Kategorie: Welt

Von: ORF Online

Italien: Aufregung um eigene Buslinie für Migranten

In der süditalienischen Stadt Foggia (Region Apulien) ist eine heftige Debatte wegen des Beschlusses der lokalen Behörden entflammt, eine getrennte Buslinie für Migranten einzuführen.

Ab Montag wird es eine Sonderlinie für Migranten geben, die das Stadtzentrum mit einem Vorort verbindet, in dem sich ein Flüchtlingslager für rund 300 Ausländer befindet. Nachdem es in den vergangenen Monaten öfters zu Gewalttätigkeiten zwischen Migranten und den Bewohnern des Vororts gekommen ist, haben die Lokalbehörden die Einrichtung einer parallelen Buslinie für die Bewohner des Flüchtlingslagers beschlossen.

Präsident der Region: "Apartheid"

Der Beschluss löste heftige Kritik aus. Niki Vendola, Präsident der Region Apulien, sprach von Apartheid. Der Bürgermeister der Stadt, Orazio Ciliberti, der einer Mitte-links-Koalition angehört, verteidigte den Beschluss.

"Wir wollen den Migranten eine direkte Buslinie zum Flüchtlingslager anbieten, damit sie keinen längeren Weg zu gehen brauchen. Niemand hindert sie daran, die andere Buslinie zu nehmen", sagte der Bürgermeister. Er gab jedoch zu, dass auch Sicherheitserwägungen hinter dem Beschluss stünden, die neue Busverbindung einzuführen.

6,7 Ausländer auf 100 Italiener

In Italien ist die Zahl der Ausländer in den letzten Jahren stark gestiegen. Im Land leben 3,9 Millionen Ausländer, das sind 6,7 Immigranten pro 100 Italiener. Im Jahr 2007 machten Ausländer noch 5,8 Prozent der Bevölkerung in Italien aus.

 

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Quelle: ORF

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