Kategorie: Österreich-Gesellschaft

Queila Rosa, (c)flickr.com
ABRASA ist ein afro-brasilianischer Kulturverein, mit dem Ziel die afro-brasilianische Kultur der österreichischen nahe zu bringen, sowie die österreichische in Brasilien vorzustellen. Der Verein Abrasa veranstaltet seit 2008 das "Austria - Brasil em Movimento" und bringt damit ein Stück afro-brasilianischer Kultur nach Wien. Der Event findet heuer vom 27. bis 31. Mai 2009 unter dem Motto „Die Entstehung der afro-brasilianischen Kultur und ihre Widerspiegelungen in der ganzen Welt“ statt. In Einem Email Interview mit Queila Rosa, Präsidentin von ABRASA erfahren wir mehr über den Verein und seine Aktivitäten.
Können Sie sich bitte für unsere LeserInnen und Leser vorstellen?
Ich bin Queila Rosa, komme aus Brasilien und habe mich als professionelle Tänzerin und Choreografin an der Universität des Bundesstaates Bahia UNEB auf die afro-brasilianische Kultur spezialisiert. Seit fünf Jahren lebe ich in Wien und habe hier durch meinen Beruf verschiedene kulturelle Aktivitäten kreiert und durchgeführt. Mit dem Verein Abrasa habe ich zudem verschiedene Projekte zur Förderung der Integration und des kulturellen Austausches zwischen Österreich und Brasilien entwickelt.
Sie sind Präsidentin vom Verein ABRASA. Was machen Sie konkret zum Thema Afro-Brasilianische Kultur in Österreich?
Abrasa ist ein afro-brasilianischer Verein für Kultur und Kunst, insbesondere Tanz, der das Ziel hat, die afro-brasilianische Kultur zu verbreiten sowie den kulturellen Austausch zwischen Österreich und Brasilien zu fördern. Abrasa will informieren und aufklären und durch kulturelle, soziale und pädagogische Aktivitäten diskriminierende und sexistische Stereotypen aufdecken, wie es sie zum Beispiel im Samba gibt.
Die kulturellen Manifestationen mit afrikanischen Wurzeln haben alle ihre Geschichte, die bekannt gemacht und ausgedrückt werden sollen. Der Samba zum Beispiel ist das Gegenteil von "hübschen, knapp bekleideten, tanzenden Mädchen". Er ist aus dem Candomblé, Religion afrikanischen Ursprungs, entstanden und war die erste politische Bewegung der Schwarzen für ihre Ausdrucksfreiheit.
Im Moment sind wir dabei, ein Integrations-Projekt für Brasilianerinnen auszuarbeiten, die hierher kommen und Unterstützung und Informationen brauchen, zum Beispiel wo sie Deutsch lernen, wie sie sich aus- oder weiterbilden können, kurzum wie sie sich hier einrichten können, um ein Leben in Würde und Respekt in der neuen Gesellschaft zu führen. Der Leitgedanke von Abrasa dabei ist, die Kunst als Mittel zur Kommunikation zwischen Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen einzusetzen.
Das Thema Afrobrasilien ist bei ABRASA sehr wichtig warum?
Es ist wichtig, sich der Geschichte der Schwarzen in Brasilien und ihrer Beteiligung an der Gesellschaft zu erinnern und sie bekannt zu machen, sowie die reiche Kultur der Afro-BrasilianerInnen, der Afro-AmerikanerInnen und AfrikanerInnen, die täglich für ihre Ideen, ihre Rechte, für ihren Platz und ihre Wertschätzung als BürgerInnen kämpfen, zu verbreiten und zu stärken.
Zumbi dos Palmares ist eine unserer wichtigsten historischen Repräsentanten für politischen Widerstand, aber es gibt zahlreiche weitere Berühmtheiten mit afrikanischen Wurzeln in der Kunst, zum Beispiel Musik, Tanz, Theater, Film und in der Wissenschaft.
Für mich als Begründerin und Präsidentin von Abrasa mit afrikanischen Wurzeln ist es wichtig, diese Kultur zu erhalten und zu verbreiten.
Ende Mai organisieren Sie das ABRASA Festival 2009 namens "Austria - Brasil em Movimento" in Kürze "AusBraMov". Was sind die Höhepunkte und wie können wir daran teilnehmen?
Die Essenz des Projekts „AusBraMov“ ist der Austausch und die Bekanntmachung von Kultur. „AusBraMov“ enthält verschiedene künstlerische, bildende, interaktive und spielerische Aktivitäten. Ein wichtiges Element dabei ist der Straßenumzug, der zum Abschluss am vierten Tag durchgeführt wird, bei dem sich MusikerInnen und TänzerInnen mit vielen anderen Menschen auf der Straße vereinen. Diese Straßenmanifestationen, die in Brasilien sehr häufig sind, geben nicht nur Raum für künstlerischen Ausdruck, sondern auch für die Anerkennung und Wertschätzung der Afro-BrasilianerInnen in der Gesellschaft.
Alle sind eingeladen, daran teilzunehmen, man muss sich nur für einen unserer Workshops Tanz, Perkussion oder Capoeira einschreiben oder das diesjährige Abrasa T-Shirt kaufen, oder ganz einfach am Ort des Umzugs erscheinen.
Wir warten auf Euch! Kommt und zieht mit uns das Kostüm der Lebensfreude an!
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- Dateien:
Programm-Ausbramov2009.rtf



