Kategorie: Österreich-Gesellschaft

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Yves Chikuru Mulume ist Österreicher kongolesischer Herkunft. Im Land Mozarts und Angelo Solimans lebt er seit zwanzig Jahren. Yves - so sein Künstlername - studiert Wirtschaftsingenieurswesen an der Fachhochschule Wiener Neustadt und wird als erster Afro-Österreicher am 30. Mai beim "Grand Prix der Volksmusik" singen. Für den Sieg hofft er. Wie er sich fühlt, erzählte er simon INOU.
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Am 30. Mai singen Sie beim Grand Prix der Volksmusik 2009. Können Sie uns mehr darüber erzählen?
Der Grand Prix der Volksmusik ist ein Wettbewerb volkstümlicher Musik aus dem deutschsprachigen Raum. Der Prix wird jährlich seit 1986 organisiert. Daran teilnehmen dürfen nur Künstler aus Österreich, Deutschland, Schweiz und Italien (Südtirol).
Ihr Lied wurde für die Österreichische Vorentscheidung ausgewählt...
Ja. Mein Lied Mama wurde unter 400 bis 500 ausgewählt und als Wettbewerbsfähig eingestuft. Mein Lied kommt unter die besten Fünfzehn.
Wann können Sie Österreich vertreten?
Wenn mein Lied am 30. Mai von Zuschauern unter die besten vier Lieder gewählt wird.
Wann und wie Sind Sie zur Volksmusik gekommen?
Seit ich in Österreich lebe. Ich habe mich immer für die Kultur Österreichs interessiert. Im Kongo gibt es Volksmusik aber eine andere als in Österreich. Die Liebe zur Volksmusik hat sich langsam entwickelt bis jetzt wo ich dieses Lied gesungen habe.
Wie war die Reaktion von Menschen in Ihrer unmittelbaren Umgebung als sie erfahren haben, dass Ihr Lied ausgewählt wurde?
Unterschiedlich. Die Einen haben es super gefunden. Die Anderen wollten nur wissen wie ich dazu komme, dass ich als Schwarzer Volksmusik singe. Volksmusik ist meine Liebe. Ich kann es nicht leugnen. Auf der anderen Seite möchte ich ein Zeichen setzen, dass wir nicht da sind um die Kultur der Österreicher zu verachten sondern wir können auch diese Kultur gemeinsam geniessen.
Welchen Volksmusikkünstler mögen Sie am liebsten?
Hubert von Goisern, er ist einer der Besten. Ich wünsche mir mit ihm zu singen. Semino Rossi hat eine wunderbare Stimme. Roger Whitacker in Deutschland und es gibt noch mehr....
Haben Sie in ihren afrikanischen Freundeskreis, Leute, die Volksmusik hören?
Ich habe bemerkt, dass es viele Afrikaner gibt, die Volksmusik hören. Aber diese wollen in der breiten Öffentlichkeit nicht darüber erzählen.
Warum eigentlich....das ist auch eine Musikart?
Weil sie nicht wissen wie die anderen reagieren würden wenn sie davon erfahren. Bei mir zuhause war es auch so, dass am Anfang meine Adoptiv Eltern eher distanziert reagiert haben aber auch meine Frau. Heute mögen Sie alle diese Musik..
Wie klingt die Schlagermusik eines in Kongo geborenen Österreichers?
Das Lied, dass ich komponiert habe hört sich nicht nur österreichisch an. Sondern beinhaltet auch afrikanische Elemente. Das ist mein eigener Touch und das macht das Lied ganz besonders. Mein Lied ist ein Lied der Dankbarkeit.
Ihre Frau ist Tansano-Serbin. Sie kommen aus dem Kongo. Sie leben in Österreich. Die Kinder sind in Österreich geboren und werden in diesem Land auch sozialisiert. Wie bringen Sie alles unter ein Dach?
Das ist eine Bereicherung für mich, meine Familie und meine Umgebung. Österreich profitiert auch davon. Wie Sie wissen geht die Liebe über die Grenzen hinaus. Verschiedene Kulturen können nur mehr bringen. Das schadet überhaupt nicht. Wir können uns in verschiedenen Kulturen noch bewegen.
Was für Musik hören Sie zuhause?
Serbische, österreichische, tansanische, kongolesische, indische, Reggae, Jazz, Hip Hop, Rock und natürlich Volksmusik.
Barack Obama. Change. Hope. Glauben Sie, dass am 30. Mai so etwas auch beim Grand Prix stattfinden wird?
Es kann passieren. Obwohl ich ein Aussenseiter bin. Ich glaube daran....
Ist Roberto Blanco für Sie ein Begriff?
Natürlich. Eine starke Stimme.
Sind Sie der Roberto Blanco von Österreich?
(lacht). Nein ich bin der Yves von Österreich.
Was wünschen Sie sich von den österreichischen schwarzen Communities?
Das wir zusammenhalten können. Das wir gemeinsam viel bewegen können. Bis jetzt haben wir wenig davon gezeigt, dass wir eine Aufgabe haben für die ansässige Bevölkerung. Es ist nicht nur sich anzupassen. Wir können was dazu beitragen und brauchen uns nicht mehr verstecken und können was ergänzen.
Am 1. Mai 2009 wurde an Omofumas Tod gedacht. Was können Sie darüber sagen?
Es ist ein trauriges Andenken. Aber man merkt dass die Flamme für Gerechtigkeit durch Zeit oder andere Einflüsse sich nicht einfach löschen läßt. Ich wünsche mir dass so ein Fall nicht mehr unbestraft bleibt.
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Homepage - YVESCHIK.AT
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Lesen Sie mehr über Yves:
Kleine Zeitung : "Grand Prix der Volksmusik": Debut für Yves Chikuru
Afrikanet.info: Der Schwarze Schlagersänger aus Wien
- Dateien:
Mama_keine_liebt_so_wie_du.mp3



