Datum: 17.01.10 21:49
Kategorie: Deutschland-Wirtschaft, Kommentare

Von: Mathias Victorien Ntep - Deutschland-Korrespondent Afrikanet.info

DE: Die neue Entwicklungspolitik orientiert sich wirtschaftlich

Mathias Victorien Ntep

Die neue deutsche Entwicklungspolitik orientiert sich stark wirtschaftlich.Was für die sogenannten "Entwicklungshelfer" ein grosses Problem ist.

Eine kritische Beobachtung von Mathias Victorien Ntep, Deutschland Korrespondent von Afrikanet.info  

 

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es ein „Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“, das zurzeit von Dirk Niebel ( FDP, Freie Demokratische Partei ) geleitet wird. Kurz nach seiner Ernennung hat der FDP-Mann klipp und klar erklärt, dass sich sein Ministerium hinfort auf die beiden Säulen seines Auftrages zusammenraffen würde, nämlich auf die „wirtschaftliche Zusammenarbeit“ einesteils und die „Entwicklung“ anderenteils. Dass Zusammenarbeits- und Entwicklungsminister Niebel nunmehr besonderen Nachdruck auf deutsche wirtschaftliche Interessen in "Entwicklungsländern" legen will, stellt keine Verwerflichkeit auf den ersten Blick dar.   

In diesem Betreff will er sich in Zukunft auch um Aufträge für deutsche Unternehmen in "Entwicklungsländern" bemühen, was gleichwohl manchen eifrigen "Entwicklungshelfer" in die Luft hat gehen lassen. Deutsche "Entwicklungshelfer" sind bereit, dagegen Sturm zu laufen, argumentieren des Weiteren, dass es schon ein von einem anderen FDP-Mann, Rainer Brüderle,  geführten „Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie“ in Deutschland gibt, das sich bekanntlich auch mit wirtschaftlichen Beziehungen mit anderen Ländern abgibt.  

Die braven "Entwicklungshelfer" vergessen eines: „Doppelt reißt nicht“ oder „Doppelt gemoppelt hält besser!“. Darüber hinaus haben "Entwicklungsländer" und -nehmer die wirtschaftliche Zusammenarbeit Niebelscher Prägung gar nicht ausgeschlagen. Der Haken beim Eifer der "Entwicklungshelfer" ist, dass sie so tun, als wären "Entwicklungsländer" bzw. - nehmer nicht mündig genug, sich selbst für oder gegen eine mit Entwicklungshilfe verbundene wirtschaftliche Zusammenarbeit zu äußern und auszusprechen.  

Der Bundesminister für  „ wirtschaftliche Zusammenarbeit“, der sich in der ersten Hälfte von Jänner 2010 in Ruanda, in der  Demokratischen Republik Kongo und in Mosambik aufhielt, diese Länder besichtigte und deren Leute besuchte, würde die Ansicht vertreten, dass die Einheimischen in diesen Ländern nicht auf ewig von Hilfe abhängen wollen. 

Unsere "Entwicklungshelfer" reagieren, als würden sie nur ihre eigenen Belange in der "Entwicklungsarbeit" wahren. Niemand kann leugnen, dass die "Entwicklungszusammenarbeit" heutzutage in mancher Hinsicht nicht entrisch stark vom Geschäftsgebaren abweicht. An gewissen  Universitäten kann man heutzutage "Entwicklungsarbeit" studieren; in Deutschland beispielsweise können sich manche Studenten zu "Entwicklungshelfern" ausbilden lassen.   

Einige Entwicklungshelfer schrecken nicht davor zurück, ab und zu zu erklären, dass sie sich selbst entwickeln, anstatt die "Entwicklungsländer zu entwickeln". Eines steht fest: Die Entwicklung -- oder die Entfaltung und Selbstverwirklichung --  ist ein Prozess, der auch an eine bestimmte Endstation gelangen soll. 

In einer Zeit, in der die globale Finanz- und Wirtschaftskrise die meisten Länder dieser Erde ergriffen hat, ist es nicht aberwitzig, "Entwicklungsländer" nach Geschäftsaufträgen abzuklappern, da nun einmal sich viele Entwicklungsländer gerade erbieten, internationale Investitionen zu absorbieren, damit  jeder Beteiligte dabei  auf seine Rechnung kommen kann.  

Demnach können Unternehmen des deutschsprachigen Raums in "Entwicklungsländern" im Allgemeinen und in Afrika inssonderheit getrost Geschäfte machen. Nur empfiehlt es sich zu beachten, dass die Einheimischen vielerorts in Afrika nur für die aufgeklärt „Humanistische Marktwirtschaft“ und die „Wertschöpfungsbasierte Bewirtschaftung“ offen sind. Die Wiederholung unaufgeklärter, unmenschlicher und unvernünftiger  Verhaltensweisen der Vergangenheit würden diese Leute nur auf die Palme bringen.  

Folglich: Unternehmen, die willens sind, Geschäfte und Profite in Afrika zu machen, sollten diese Gegebenheiten in Erwägung ziehen, denn Afrika ähnelt einem Brachkontinent, das derzeit im Umbau ist. Ungeachtet bewaffneter Konflikte mancherorts ist vieles vielerorts in Afrika im Umbruch und im Aufbau – vornehmlich auf wirtschaftlicher Ebene.







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