Datum: 26.04.10 18:20
Kategorie: Österreich-Gesellschaft

Von: Kronen Zeitung

Österreichische Firma transportiert hochgefährlicher Giftmüll nach Nigeria

Für diplomatische Verstimmung sorgt derzeit ein Frachter, der seit gut einer Woche in Nigeria festliegt. Das Schiff wurde von der westafrikanischen Zollbehörde gestoppt. Der Vorwurf: An Bord befindet sich undeklarierter und hochgefährlicher Giftmüll – aus Tirol!

Mit lecken Autobatterien, Reifen und Giftmüll an Bord soll der Frachter von Rotterdam nach Lagos gefahren sein. Absender: eine Firma in Innsbruck! Kurz nach dem Anlegen dürften die afrikanischen Behörden dann zugeschlagen haben.

Der zuständige Umweltminister John Odey: "Derzeit wird alles überprüft. Fakt ist aber, dass die Ladung hochgiftig ist und gegen die Basel-Transport-Kriterien verstößt. Das ist eine Bedrohung für unsere Bevölkerung!"

Ein Container dürfte sich bereits wieder auf dem Weg nach Europa befinden.

Kronen Zeitung

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Macht Innsbrucker mit Giftmüll in Afrika das große Geld?

Erste heiße Spur im "Giftmüll-Krimi" rund um eine tonnenschwere und falsch deklarierte Ladung mit Quecksilber und Batteriesäure von Österreich nach Nigeria! Ein Frachter wurde im Hafen von Lagos von den Zollbehörden gestoppt. Als Absender scheint ein Geschäft in Innsbruck auf. "Ich weiß gar nicht, worum es geht. Das hier ist ein Markt für afrikanische Waren, keine Spedition", gab sich die Inhaberin des Ladens ahnungslos.

"Krone"-Recherchen ergaben jedoch, dass genau diese Firma Eigentümer und Absender der heißen Ware ist.

Bereits Anfang März wurde der Gift-Container mit der Nummer UESU 463595-0 in Rotterdam an Bord des Frachters "MV Nashville" geladen. In Lagos (Nigeria) kam das falsch deklarierte und mit ätzender Batteriesäure beladene tonnenschwere Behältnis aus Österreich den Behörden von Anfang an verdächtig vor.

Am Wochenende wurde der Frachter schließlich beschlagnahmt. Derzeit befindet sich der Container auf dem Weg zurück nach Europa. Was hier mit dem illegalen Gift passieren soll, ist noch unklar. David Skov, Direktor der Reederei Maersk Nigeria, bedauert den Vorfall jedenfalls: "Wir legen Wert auf Umweltschutz und sind an der Aufklärung interessiert. Die Beladung erfolgte durch eine Fremdfirma."

Greenpeace-Experte Herwig Schuster: "Solche Lieferungen sind leider kein Einzelfall. Immer wieder gibt es Giftmüll-Tourismus nach Afrika. Es ist für Unternehmen ein Riesengeschäft, jedoch streng verboten."

 

Quelle: KRONEN ZEITUNG 







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