Datum: 23.06.10 21:02
Kategorie: Österreich-Politik

 

Black Communities in Österreich - Interview mit Clara Akinyosoye

Der erste umfassende Bericht über die Situation Schwarzer in Österreich liegt vor. Chefredakteurin Clara Akinyosoye im Interview.

Wie ergeht es Schwarzen in Wirtschaft, Medien, Kunst und Kultur und in der Politik? Der Bericht "Schwarze Menschen in Österreich" zeigt, wie aktiv schwarze Communities in Österreich sind und wie sehr sie aber mit Rassismus zu kämpfen haben. Namhafte schwarze AutorInnen und AktivistInnen wie Simon Inou oder Beatrice Achaleke haben die Kapitel verfasst.

Mirjam Unger hat heute, 22. Juni 2010, Clara Akinyosoye, die Chefredakteurin dieses Berichtes, interviewt.

Durch die WM gibt es viele Berichte über Afrika und Schwarze in der ganzen Welt, natürlich auch in österreichischen Medien. Wie siehst du diese Medienaufmerksamkeit, die derzeit stattfindet?

“Ich finde das sehr schön, dass man in den letzten und nächsten Wochen viel über schwarze Menschen in Österreich berichtet. Ein kleiner Kritikpunkt ist vielleicht, dass das nicht nur dann geschehen sollte, wenn sich in Afrika ein paar Leute zum Ballspielen treffen. Das Thema sollte das ganze Jahr über präsent sein. Zur Berichterstattung während der WM muss ich sagen, dass sie mir relativ positiv aufgefallen ist. Man versucht sich mit stereotypen Darstellungen zurückzuhalten. Manche schaffen das leider nicht, ORF-Kommentatoren sind da auch nicht ausgenommen. Es ist auch wichtig, dass man darauf aufmerksam gemacht wird, dass die Berichterstattung stereotyp ist; es ist aber auch ein Bewusstsein entstanden, wie man über schwarze Menschen berichtet.”

Ein Kapitel im Lagebericht widmet sich der Medienberichterstattung, zu welchem Befund seid ihr da gekommen?

“Wir haben bemerkt, dass sich die Berichterstattung über Schwarze in den Qualitätsmedien sehr verbessert hat. Man geht weg vom Klischee "Afrikanische Männer sind Drogendealer, kriminell und Asylbetrüger" hin zu einer differenzierteren Berichterstattung. Man bemüht sich sehr, auch schwarze Menschen zu Wort kommen zu lassen. Was die Boulevardmedien betrifft, ist das leider nicht der Fall. Da bedient man sich immer noch gängiger Klischees. Ich hab heute in der U-Bahn-Station erlebt, dass ein schwarzer Mann von einem Österreicher aufgefordert worden ist, ihm Drogen zu verkaufen. Dieser antwortete, er verkaufe keine Drogen und ihm wurde nicht geglaubt. Das ist ein typisches Beispiel dafür, dass es dieses Klischee immer noch gibt.”

Ist dir das auch schon einmal passiert?

“Nein, bei schwarzen Frauen lautet das Klischee "Schwaze Frauen sind Prostituierte"; das ist mir natürlich auch schon passiert, dass ich da angesprochen worden bin.”

Das ganze Interview mit Clara Akinyosoye 

Clara Akinyosoye spricht über Rassismus am Arbeitsmarkt, Polizeigewalt, die Verschlosssenheit von Parteien gegenüber Schwarzen und den zunehmenden Aktivismus von Black Communities in Österreich.

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Quelle: FM4

 







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