Datum: 13.07.10 21:54
Kategorie: Kommentare, Österreich-Politik

Von: simon INOU

Danke Dichand

Danke Dichand 

Am 26. Juni 2010 starb der österreichische Journalist und Herausgeber der Kronen Zeitung, Hans Dichand. Er wurde 89 Jahre alt. 50 Jahre lang prägte er die österreichische Medien- und politische Landschaft. Diese Prägung zeigte sich auf verschiedene Weisen: die innovative Idee der Sonntagstascherl geht auf Hans Dichand zurück. Er führte den Kampagnenjournalismus in Österreich ein – auch wenn dieser manchmal diffus war. Wirtschaftlich betrachtet war Hans Dichand  ein sehr guter Manager. Heute erreicht diese Zeitung, laut Mediaanalyse mehr als 1.5 Mio. LeserInnen täglich. Das ist weltweit einzigartig. Danke Dichand . 

Mit so viel Macht hätte Hans Dichand auch die Möglichkeit gehabt vieles besser zu machen. Die Kronen Zeitung ist unter seiner Führung für ihre Anti-Ausländerkampagnen bekannt geworden. Georgische Mafia, Schwarzafrikanische Drogendealer, rumänische Taschendiebe, Ostbanden, Serienposträuber und Bettlerbanden sind beängstigende Inhalte der auflagenstärksten Zeitung Österreichs. Diese journalistischen Kampagnen gegen „Ausländer“ waren an der Tagesordnung. Marcus Omofuma und Seibane Wague waren nur die Spitze des Eisbergs.

Sogar schwarze Religionslehrer wurden fälschlicherweise als Drogendealer abgestempelt. Auch wenn die Kronen Zeitung später eine Richtigstellung veröffentlichte, zeigt wie unseriös und unglaubwürdig diese Zeitung im Bereich Migration berichtet. Diese Zeitung hat uns immer darin erinnert, dass wir eine Last sind, Österreich als ein zu Hause akzeptieren und dass wir für das Image Österreichs national, als auch international nur schädlich sind. Mit ihrem Ausländerhass beeinflusst die Kronen Zeitung indirekt die gesamte Diskussion zum Thema Integration in Österreich. Manche Politiker finden auch nicht den Mut gegen die Kronen Zeitung zu argumentieren. Daher ist die Diskussion zu dem Thema in eine Sackgasse geraten.

Mit Dichands ehrgeizigen Ambitionen hat er großes Geschaffen, aber er hat Rassismus im Medienbereich salonfähig gemacht. Es bleibt zu Hoffen, dass die nachfolgende Generation das Thema Migration und Integration umfassender behandeln wird.

 







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