Kategorie: Welt

Public Domain
Im Februar werden im Senegal die Präsidentschaftswahlen stattfinden.
Die oppositionellen Kräfte haben im Vorfeld zahlreiche Aktionen gegen die umstrittene dritte Kandidatur des gegenwärtigen Präsidenten, Abdoulaye Wade, gesetzt. Der 85jährige Wade ist seit dem Jahr 2000 im Amt. Im Juni 2011 kam es im Senegal zu zahlreichen Demonstrationen, weil Präsident Wade eine Verfassungsänderung zur Wahl des Präsidenten anstrebte. Er plante die Hürde von 50 % auf 25 % im ersten Wahlgang herabzusetzen. Die vehementen Demonstrationen und populäre Stimmen, wie die Youssou N`Dours, vereitelten die Gesetzesänderung.
Der international erfolgreiche Musiker Youssou N`Dour hat mit seiner öffentlichen Kritik an Wades Vorschlägen und seinem zunehmenden politischen Engagement für Spekulationen gesorgt.
Erst im September letzten Jahres ließ er mit einem Statement zur Hungerkatastrophe in Somalia aufhorchen. Seine Kritik galt allen Machthabern des Kontinents.
Als Unicef-Botschafter hat sich Youssou N`Dour wiederholt Gehör verschafft. Sein soziales Engagement im Senegal hat der im Westen durch das Label der Weltmusik berühmte Musiker nicht zuletzt über sein Medienimperium öffentlich gemacht.
Über seine TV- und Radioanstalten verlautbarte Youssou N`Dour gestern seine Kandidatur. Er reagiere auf die zahlreichen Stimmen aus der Bevölkerung und sehe es als seine patriotische Pflicht, bei den Präsidentschaftswahlen zu kandidieren.
Ob seine große Popularität als Musiker ausreicht, um am politischen Parkett zu bestehen, wird sich zeigen.
Eine erste Lektion im großen Spiel des Taktierens hat er bereits gegeben. Um vorhersehbaren Unkenrufen zu seiner mangelhaften schulischen Ausbildung entgegenzuwirken, wies er auf seine internationale Erfahrung, seine Reisen und die „Schule des Lebens“, die ihn gelehrt habe, hin.
Die senegalesische Verfassung orientiert sich am Präsidialsystem Frankreichs. Den Regierungsvorsitz hat der Premierminister inne, dieser wird vom Präsidenten, dem Staatschef, ernannt – der auch die Minister des Kabinetts ernennt. Der Präsident wird in direkter und freier Wahl auf eine Zeit von fünf Jahren (ab 2007) gewählt und kann einmal wieder gewählt werden.
Bis Ende Jänner muss der Verfassungsrat über die Gültigkeit der eingereichten Kandidaturen entscheiden. Die Präsidentschaftswahl ist für den 26. Februar angesetzt. Ein zweiter Wahlgang gilt als wahrscheinlich, mit Youssou N`Dour werden sich voraussichtlich zwanzig Kandidaten der Wahl um die Präsidentschaft stellen.



