Kategorie: Welt

Abdoulaye Wade, 2007,Photo: Ji-Elle, Gemeinfrei
In der Nacht auf Samstag kam es in Dakar zu heftigen Protesten. Die Entscheidung des Verfassungsgerichts für die Kandidaten zur Präsidentschaftswahl im Februar ist gefallen.
Kaum überraschend, der 85jährige Präsident Abdoulaye Wade wird wieder kandidieren.
Youssou N`Dour, sein populärer Herausforderer, darf nicht an den Wahlen teilnehmen.
10 000 gültige Unterschriften braucht man, um im Senegal zu den Präsidentschaftswahlen zugelassen zu werden. Laut Verfassungsgericht habe der Musiker die erforderlichen Unterschriften nicht erreicht.
Youssou N`Dour spricht in einem Interview mit dem Fernsehsender France 3 von 13 000 Unterschriften, die er erreicht habe. Die Entscheidung gegen seine Kandidatur werde für weitere „Spannungen“ sorgen.
Der Präsident forderte die Demonstranten in einer Rede im staatlichen Fernsehen auf, ihre Emotionen zu kontrollieren und die Proteste sofort zu beenden.
Eine weitere Kandidatur des Präsidenten sorgt seit einiger Zeit für Unmut im Senegal. Die „Bewegung 23. Juni“ organisiert seit Monaten Proteste gegen eine dritte Amtszeit von Wade.
Laut senegalesischer Verfassung, auf Wades Initiative im Jahr 2008 geändert, sind zwei Amtszeiten von ein und demselben Präsidenten zulässig. Wade ist seit dem Jahr 2000 im Amt. Er beruft sich auf die Verfassung, die nicht rückwirkend angewandt werden könne.
Die rechtlichen Spitzfindigkeiten werden weitere Demonstrationen nicht verhindern. Bereits für heute ist wieder eine Kundgebung geplant.



