Datum: 27.01.13 12:31
Kategorie: Österreich-Gesellschaft

Von: Lisa Ndokwu

Gedenktag gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus

Foto: Thienemann Verlag

Heute ist der 68. Jahrestag der Befreiuung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Der „Internationale Holocaust-Gedenktag der UNO“ ist niemals nur ein Tag des Erinnerns an die Grauen des Nationalsozialismus, es war und ist auch ein Tag aktiv gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus in Österreich und Europa aufzutreten.

Zu Beginn des Jahres hat der Thienemann Verlag ein aktives Zeichen gegen Rassismus gesetzt. In einer Presseaussendung wurde bekannt gegeben, dass das Kinderbuch „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler in Zukunft ohne diskriminierende Begriffe erscheinen wird.

Die Verwendung des N-Worts in der Literatur ist seither das dringlichste Anliegen im deutschsprachigen Feuilleton. Artikel um Artikel erscheint und offenbar ist kein Ende abzusehen. Täglich legt noch jemand seine oder ihre Meinung mehr oder weniger gehaltvoll dar. Von den zahlreichen Postings in den Onlineforen ganz zu schweigen. Vordergründig geht es um die Authentizität von Kinderbuchklassikern.

So mancher Kommentar ortet eine Zensur. Niemand hat in die Verlagsgeschäfte des Thienemann Verlags eingegriffen. Der Verlag und sein Autor haben die Entscheidung getroffen, das N-Wort als nicht zeitgemäß einzustufen und zu ersetzen. Wieso kann das nicht respektiert werden?

Im Übrigen ist das eine durchaus angemessene Reaktion des Verlags und des Autors. Offenkundig diskriminierende Worte - und dabei handelt es sich beim N-Wort - müssen ja nicht weiterhin gedruckt und gedruckt werden, nur weil es der Autor zum Zeitpunkt seines kreativen Prozesses nicht besser wusste.

Political Correctness ist vielen KommentatorInnen auch ein Dorn in ihrem „wachsamen“ Auge. Von „Sheriffs“ und „Sprachpolizei“ ist die Rede. Eindeutig hat das N-Wort eine abwertende Bedeutung. Es ist und war ein verletzender Begriff für Schwarze Menschen.

Eines der Argumente, dass Kinder durch das Lesen des N-Worts Fragen stellen und zum Denken angeregt werden, ist besonders perfide. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder vor dem Eintritt in die Adoleszenz mit Rassismus und rassistischen Ausdrücken konfrontiert werden, ist relativ hoch. Das Denken und Nachdenken der Kinder wird nicht gefährdet, nur weil das N-Wort in ihrer Lektüre nicht vorhanden ist.

Die Frage, ob die Menschen, die diese Debatte führen, in der multiethnischen Gegenwart der Kinder angekommen sind, drängt sich auf.

„Nicht jeder, der nach Indien fährt, entdeckt Amerika.“ (Erich Kästner)







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