Datum: 17.02.13 21:56
Kategorie: Deutschland-Gesellschaft

Von: Lisa Ndokwu

Ausstellung: Aufstieg und Fall der Apartheid

Foto: Greame Williams

In der Eingangsgalerie im Haus der Kunst in München laufen zwei Filmausschnitte: Die Feier zum Wahlsieg der Afrikaner National Party 1948 und die Rede von Präsident de Klerk, der im Februar 1990 die Haftentlassung von Nelson Mandela verkündet.

Mit mehr als 600 Fotografien, Kunstwerken, Filmen, Nachrichtenbildern, Büchern, Zeitschriften und Archivmaterialien ist die Ausstellung "Aufstieg und Fall der Apartheid: Fotografie und Bürokratie des täglichen Lebens" die bisher umfassendste Dokumentation der Apartheid.

Im Zentrum der Ausstellung stehen Themen wie soziale Gerechtigkeit, Bürgerrechte, Widerstände gegen ein repressives System. Im historischen Überblick werden die unmittelbaren Reaktionen von Künstlern und Fotografen auf diesen einschneidenden gesellschaftlichen Wandel in Südafrika sichtbar.

Der Direktor des Hauses der Kunst, Okwui Enwezor, erläutert diese Verschiebung der visuellen Wahrnehmung in Südafrika, von einem "relativ harmlosen kolonialen Gebiet mit Rassentrennung zu einem heiß umkämpften Gebiet, in dem die große Mehrheit der Bevölkerung um Gleichheit, demokratische Vertretung and Bürgerrechte kämpfte".

Die Fotografie wurde zu einem politischen Werkzeug. Konsequenterweise stehen die Werke südafrikanischer Künstlerinnen und Künstler im Mittelpunkt der Ausstellung.

„Aufstieg und Fall der Apartheid“ zeigt Arbeiten von Leon Levson, Eli Weinberg, David Goldblatt und von Mitarbeitern der Zeitschrift "Drum" in den 1950er-Jahren wie Peter Magubane, Jürgen Schadeberg, Alf Kumalo, Bob Gosani und G.R. Naidoo. Ebenfalls vertreten ist die Straßenfotografie von Ernest Cole und George Hallett aus den 1960er-Jahren, Reportagebilder von Sam Nzima und Noel Watson, Protestbilder der "Black Consciousness"-Bewegung und der Studentendemonstrationen der 1970er-Jahre sowie Arbeiten aus dem Afrapix-Kollektiv der 1980er- und Reportagen der Mitglieder des sogenannten Bang Bang Clubs aus den 1990er-Jahren. Die junge Generation der Fotografen wie Sabelo Mlangeni und Thabiso Sekgale sind ebenfall vertreten.

Die Bilder der Freilassung Nelson Mandelas 1990 gingen um die Welt. Die Fotografen und Künstler Südafrikas hatten mit ihrem konsequenten Kampf gegen die Apartheid einen Anteil daran, dass die Weltöffentlichkeit an der Zukunft Südafrikas kontinuierliches Interesse bewahrte.

 

Aufstieg und Fall der Apartheid: Fotografie und Bürokratie des täglichen Lebens“

15. Februar – 26. Mai 2012

Haus der Kunst, München

Der Katalog ist im Prestel Verlag erschienen; mit Beiträgen von Rory Bester, Okwui Enwezor, Michael Godby, Khwezi Gule, Patricia Hayes, Achille Mbembe, Darren Newbury, Colin Richards und Andries Walter Oliphant; 544 Seiten, 59 €, ISBN 978-3-7913-5280-0.

 

 

 







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