Kategorie: Deutschland-Gesellschaft

Photo: Andreas Gebert, 2011, Haus der Kunst
Seit Herbst 2011 ist der in Nigeria geborene, in den USA lebende Kurator und Autor Okwui Enwezor Direktor des Hauses der Kunst in München.
2002 leitete er die erfolgreiche Documenta 11. Der international tätige Kurator ist ein Reisender zwischen den Kontinenten. Zu Hause war der studierte Politikwissenschafter bisher in New York. Seine Übersiedlung nach München habe er sich gut überlegt, wie er auf der Pressekonferenz am 19. Jänner betonte.
Wer immer in München am Haus der Kunst vorbei kommt, wird in seltenen Fällen an ein Museum für zeitgenössische Kunst denken. 1937 eröffnet, erinnert das Haus der Kunst architektonisch an das totalitäre System des Nationalsozialismus.
Nicht überraschend will Okwui Enwezor den Monumentalbau umgestalten. Seine Auseinandersetzung mit der Identität des Hauses ist von einem intellektuellen Zugang einer Verknüpfung von Politik und Kunst geprägt. Das Foyer des Hauses wird als „Public Plaza“, die Fassade als Präsentationsfläche genutzt werden.
Das künftige Motto des Hauses „Stretch your Few“ sieht Okwui Enwezor programmatisch. Sein diskursiver Blick wird sich nicht nur in den zukünftigen Ausstellungen zeigen. Forschung und Bildung sollen im Haus verstärkt verankert werden.
Seine erste von ihm kuratierte Ausstellung im Haus der Kunst wird er im Herbst 2012 eröffnen. Die Erinnerung an die Eröffnung im Juli 1937 ist beabsichtigt. Enwezor möchte die Entwicklung des Hauses im internationalen Zusammenhang aufzeigen.
Seine Vision von einem „reflexiven und elastischen Museum“, in dem zeitgenössische Kunst und historische Ereignisse vermittelt werden, kündigt spannende Zeiten in der Museumswelt an.
www.hausderkunst.de



